Du mußt das Leben nicht verstehen

Du mußt das Leben nicht verstehen

Du mußt das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und laß dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken läßt.   Sie aufzusammeln und zu sparen, das kommt dem Kind nicht in den Sinn. Es löst sie leise aus den Haaren, drin sie so gern gefangen waren, und hält den lieben jungen Jahren nach neuen seine Hände hin.   Rainer Maria Rilke Diesen Beitrag...

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Der Remake-Trend

Der Remake-Trend

Wenn man Mutter oder Vater wird und die Kindheit seines Nachwuches reflektiert, neigt man dazu, sich an die eigene Kindheit verklärt, romantisiert oder gar idealisiert zu erinnern. „Damals waren wir ständig draußen und saßen nicht ständig vor dem Fernseher!“ Das ist so ein typischer Satz, der einem zwangsläufig entfleucht, wenn man die Sprösslinge von der Flimmerkiste fernzuhalten versucht. Die Wahrheit ist – auch wenn es schmerzt – ernüchternd: Auch wir saßen vor der Glotze. Anders ist es kaum zu erklären, dass man „Die Biene Maja“, „Heidi“ oder „Lassie“ kennt. Man kennt Derartiges sogar so gut, dass man nostalgische Gefühle entwickelt, wenn man mit den Kids die Serien von einst anguckt. Mein –...

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Jener Tag Ende Juni

Jener Tag Ende Juni

Wir haben Ende Juni und der Sommer lässt sicher nicht mehr lange auf sich warten. So scheint an diesem 24. die Sonne, das Rottenburger Neckarfest steht bevor und mein Bruderherz weilt bei seinem Freund Eric in den USA. Beinahe bin ich geneigt zu sagen: „Wie immer!“ Damals vor drei Jahren war es ganz ähnlich: Der Sommer stand vor der Tür, ebenso wie das Stadtfest und – das ist eine Abweichung – Eric war bei meinem Bruder zu Besuch und nicht umgekehrt. In gewisser Weise ist in der Tat alles wie immer. Treffender ist es aber, zu sagen, dass seit dem 24. Juni 2012 alles anders ist. Mit gerade mal 67 Jahren starb an jenem Tage Ende Juni meine Mutter. „Viel zu früh!“ klingt meist wie eine Floskel, weil es immer zu früh ist um zu...

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Gotteshäuser

Moscheen, Kirchen und Synagogen sind keine Häuser Gottes, sondern Denkmäler seiner Abwesenheit. Sie sind ein Schrei des Bedauerns, dass Er mit der Menschheit nicht kommuniziert und eine Hoffnung, dass er irgendwann wiederkehren könnte. Wie eine Frau, die ihre Katze verloren hatte und trotzdem jeden Tag für sie Essen und Wasser an der gleichen Ecke im Hause stellt, auch Jahre nach ihrem Verschwinden. (Hamed Abdel-Samad, deutsch-ägyptischer Politologe) Diesen Beitrag...

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Winnetou ist gegangen

Winnetou ist gegangen

„Winnetou hört die Glocken, die ihn rufen. Ist es nicht so, mein Bruder? Mein Bruder! Winnetous Seele muss gehen. Winnetou ist bereit. Lebe wohl, mein treuer… mein… mein…“ Zweifellos eine der traurigsten Filmszenen aller Zeiten, bei der ich jedesmal die ein oder andere Träne verdrücke. Pierre Brice und Lex Barker als Winnetou und Old Shatterhand waren zweifelsohne Idole meiner Kindheit. Mangels des noch nicht erfundenen Videorekorders nahm mein Bruder alle Karl May-Filme auf Musikkassette (!!!) auf. So hatten wir wenigstens ein Winnetou-Hörspiel, das man, mit den Bildern der Erinnerung, im Kopf wieder zu einem Film zusammensetzte. Jedesmal aufs Neue fieberten wir mit, bangten und hofften, wohl wissend, dass es stets in dieser einen,...

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Glückskind

Glückskind

Das vierblättrige Kleeblat ist das Glückssymbol schlechthin. Wer es findet, dem blüht Gutes. Demzufolge muss Hannah ein echtes Glückskind sein. In den letzten Wochen fand sie (nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich) mindestens zehn Stück davon. Natürlich konnte die väterliche Rationalität diesen Umstand anfangs kaum glauben: „Da ist sicher nur eins der Blätter in der Mitte zerrissen.“ Mitnichten! Es sind allesamt wahrhaftige und echte vierblättrige Kleeblätter, das beweist der Inhalt von Hannahs Blumenpresse eindrücklich. Und so vergeht keine Wanderung, kein Spaziergang, bei dem sie nicht mindestens eines dieser angeblich sooo seltenen Exemplare findet. Der Verblüffung folgte Resignation und schließlich Gleichgültigkeit. Ich habe in meinem ganzen...

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Der Blümchen und ich

Der Blümchen und ich

Wer sich an seine Kindheit zurück erinnert, wird ganz sicher die ein oder andere merkwürdige Gestalt vor Augen haben: Ausgerissene, pummelige, gestreifte Insekten oder krächzende Kobolde in Schreinerwerkstätten oder Männer in Latzhosen, die in einem Bauwagen hausen und einem die Welt erklären (oder es zumindest versuchen) oder auf einem Bauernhof lebende Lausebengels in Holzclogs mit cholerischem Vater oder rothaarige Mädels in Strapsen mit waagrecht abstehenden Zöpfen und eindeutiger Hyperaktivitätsstörung. Die einen liebt man, die anderen hasst man. Und solange man Kind ist, kann man sich ganz einfach raussuchen, wer einen auf dem Weg ins Erwachsenenalter begleiten soll und wer nicht. Hat man dann selbst Kinder, steht man der Auswahl der Weggefährten eher...

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Android und seine Browser

Android und seine Browser

Die sogenannte „FREAK Attack“ hat in den letzten Tagen für einige Unruhe gesorgt. Wohl auch deshalb, weil sie nahezu alle Betriebssystemplattformen und Internetbrowser betrifft. Hier kann man von jedem Endgerät aus testen, ob man mit seiner Betriebssystem/Browser-Kombination betroffen ist. Als Firefox-Nutzer auf dem PC bin ich zwar auf der sicheren Seite, auf dem Android-Smartphone hingegen nicht. Dort nutze ich nämlich den sogenannten „Stock-Browser“, also den mit dem Betriebssystem gelieferten Standardbrowser. Dieser hat mir eigentlich immer vollauf gereicht und bietet alles, was ich beim mobilen Surfen brauche. „FREAK“ forderte mich also heraus und ich machte mich auf die Suche nach einer sicheren Alternative, die ebenso...

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