Unmoralische Anrufe
In ihrer Funktion als Mitglied des Elternbeirates von Hannahs Kindergarten machte sich Katrin und ihre “Ratskollegen” Anfang des Jahres daran, die Kontaktdaten aller einverstandenen Eltern zu sammeln, um diese in einer Telefonliste zusammenzufassen. Wir alle fanden die Idee toll, allein schon deshalb, weil sich so der ein oder andere Wunsch nach freundschaftlichem Kontakt sowohl für Kinder als auch für Eltern deutlich leichter nachkommen lässt. Also wurden Zettel verteilt, auf denen man seine Kontaktdaten eintragen und der bestimmungsgemäßen Verwendung dieser Angaben zustimmen konnte. Mit Ausnahme von einem Elternpaar machten alle begeistert mit.
Heute nun bekamen wir einen Anruf von einer Kindergartenmutter, die uns zu einer “Informationsveranstaltung” einladen wollte. Als wir nachhakten, worum es ginge und vor allem, woher sie unsere Nummer habe (denn wir stehen in keinem Telefonbuch!) wurde sie pampig und drängte auf ein Ende des Gesprächs. Nach einem kurzen Rundruf später wissen wir nun, dass die Dame und ihr Mann in der Finanzberatung tätig sind und die Telefonliste des Kindergartens zum Kundenfang missbrauchten – in gleich mehreren Fällen.
Wie dreist und unverschämt können Menschen sein, wenn es ums nackte Geldverdienen geht? Natürlich geben uns alle juristischen Regeln recht. Was aber viel schlimmer wiegt, ist der unverschämte Missbrauch von Vertrauen. Es ist beschämend, dass eine gute Absicht so ins Gegenteil verkehrt wird. Wir sind wütend und wir schämen uns! … und wir hoffen, dass all die anderen Eltern, die die Telefonliste mit guten Absichten verwendet haben, auch in Zukunft noch Vertrauen aufbringen können. Unglaublich!














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