Der Blümchen und ich

Der Blümchen und ich

Wer sich an seine Kindheit zurück erinnert, wird ganz sicher die ein oder andere merkwürdige Gestalt vor Augen haben: Ausgerissene, pummelige, gestreifte Insekten oder krächzende Kobolde in Schreinerwerkstätten oder Männer in Latzhosen, die in einem Bauwagen hausen und einem die Welt erklären (oder es zumindest versuchen) oder auf einem Bauernhof lebende Lausebengels in Holzclogs mit cholerischem Vater oder rothaarige Mädels in Strapsen mit waagrecht abstehenden Zöpfen und eindeutiger Hyperaktivitätsstörung. Die einen liebt man, die anderen hasst man. Und solange man Kind ist, kann man sich ganz einfach raussuchen, wer einen auf dem Weg ins Erwachsenenalter begleiten soll und wer nicht. Hat man dann selbst Kinder, steht man der Auswahl der Weggefährten eher...

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Android und seine Browser

Android und seine Browser

Die sogenannte “FREAK Attack” hat in den letzten Tagen für einige Unruhe gesorgt. Wohl auch deshalb, weil sie nahezu alle Betriebssystemplattformen und Internetbrowser betrifft. Hier kann man von jedem Endgerät aus testen, ob man mit seiner Betriebssystem/Browser-Kombination betroffen ist. Als Firefox-Nutzer auf dem PC bin ich zwar auf der sicheren Seite, auf dem Android-Smartphone hingegen nicht. Dort nutze ich nämlich den sogenannten “Stock-Browser”, also den mit dem Betriebssystem gelieferten Standardbrowser. Dieser hat mir eigentlich immer vollauf gereicht und bietet alles, was ich beim mobilen Surfen brauche. “FREAK” forderte mich also heraus und ich machte mich auf die Suche nach einer sicheren Alternative, die ebenso...

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Der Trick mit dem Christkind

Der Trick mit dem Christkind

Es ist wohl einer der ersten Schritte des Erwachsenwerdens, wenn man realisiert, dass all die fantastischen Figuren wie Osterhase, Nikolaus oder Christkind in Wirklichkeit gar nicht existieren. Eine gewisse Ernüchterung, ja vielleicht sogar Enttäuschung macht sich breit und das Leben wird irgendwie ein bisschen weniger “leicht” und ein bisscher grauer. Dass mich dieser Schritt schon mit einer achtjährigen Tochter wieder erwischt, hätte ich nicht gedacht. Ich ging davon aus, die kindliche Naivitiät und Verträumtheit hält noch ein wenig länger an. Es mag (auch) Hannahs Neugier und Beobachtungsgabe geschuldet sein, dass sie einen Tag vor Heilig Abend zu mir kam und mir entgegnete: “Das Christkind gibt’s nicht wirklich, oder? Oder warum ist...

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Fiktives Schreiben an die Telekom

Wie Du mir, so ich Dir: Liebe Telekom, vielen Dank für Ihre stetigen Bemühungen mein technisches Problem aus der Welt zu schaffen. Sie können sicher sein, dass ich stets ebenso bemüht bin, Ihre Bemühungen als bemüht anzuerkennen und meine regelmäßigen Zahlungen für unzulängliche Leistungen nicht einzustellen. Ich bin sicher, dass morgen ebensowenig funktioniert wie heute. Wir sollten uns davon aber nicht beirren lassen, sondern nach vorn schauen… wo dann auch nix funktioniert. Ich weiß nicht, was die anderen wissen und was die anderen wissen weiß ich nicht. Aber wir alle können sicher sein, dass die Erde ein sicherer Ort ist und wir uns alle furchtbar lieb haben… Soll ich es abschicken, auch wenn de facto nichts funktioniert? Diesen Beitrag...

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Lebenstraum

Lebenstraum

Zugegeben, “Lebenstraum” ist ein großes Wort. Aber es ist kein bisschen übertrieben, es in diesem Zusammenhang zu benutzen. Seit ich vielleicht zwölf oder dreizehn war und “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende zum ersten mal gelesen hatte, war es mein großer Traum dieses, im wahrsten Sinne, fabelhafte Buch eines Tages meinen Kindern vorzulesen. Es mag theatralisch klingen, ist aber keineswegs übertrieben, wenn ich sage, dass ich mich nun jahrelang durch mehr oder weniger spannende Bücher vorgelesen habe. Was mit “Hase Hoppel” und Pixibüchern den Anfang nahm, endete jüngst bei “Sternenschweif” oder Cornelia Funkes “Igraine Ohnefurcht”. Nun ist Hannah sieben Jahre alt, wird im November acht. Damit...

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Father Figure

Zweifellos eine der genialsten Textstellen, die je in einem Lied gesungen wurden: If you are the desert I’ll be the sea If you ever hunger – Hunger for me Whatever you ask for That’s what i’ll be… Diesen Beitrag...

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Ein Jahrzehnt

Ein Jahrzehnt

Der September 2001 war weltgeschichtlich sicher kein schöner Monat. Am Elften fielen die Türme des World Trade Centers in sich zusammen und die Welt hielt den Atem an. Auch Katrin und mich erschütterte, was da in New York vor sich ging. Aber noch etwas anderes bewegte uns noch mehr, noch viel mehr… Es berührte uns durch und durch. Am 14. September 2001 geschah, was schon Tage zuvor in der Luft lag: Wir küssten uns zum allerersten Mal und es war ein Sturm der Gefühle, eine Vertrautheit und das Empfinden für immer zusammen sein zu wollen. Drei Jahre später gossen wir diese Emotionen in Form und heirateten. Das ist hier und heute zehn Jahre her – ein Jahrzehnt. Mir kommt es oft vor, als ob es erst gestern war. Einzelne Momente haben sich ins Bewußtsein...

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Das verflixt schöne siebte Jahr

Das verflixt schöne siebte Jahr

Dieses Foto von Hannah entstand, auf den Tag genau, vor sieben Jahren. Natürlich fühlt man sich angesichts dessen dazu befleißigt, Floskeln wie “Hach, wie schnell doch die Zeit vergeht” oder (noch besser) “An den Kindern sieht man, wie alt man wird” in die Welt zu posaunen. Hier und jetzt will ich aber etwas völlig anderes zum Ausdruck bringen. Meine Kinder sind kein Makel, der mir mein fortschreitendes Alter vor Augen führt. Sie sind eine Bereicherung, im negativen aber vor allem auch im positiven Sinne. Natürlich bringen sie einen fast jeden Tag an die Grenzen dessen, was ein immer älter werdender Mensch verkraften kann. Aber sie geben auch so viel zurück, sie sind auf Mama und Papa angewiesen, sie lieben bedingungslos, sie bringen Leben...

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WM-Maskottchen

WM-Maskottchen

Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ist Geschichte und Deutschland Weltmeister. Den einen interessierte das sportliche Treiben mehr, den anderen weniger (wobei einen die Spannung letztlich dann doch geradezu mitreißen musste). Es wurde viel diskutiert, gejubelt und gefeiert… aber jemand wurde da schlicht und ergreifend vergessen: Wo trieb sich eigentlich das Maskottchen dieses Turniers herum? Gab es überhaupt eins? Man denke da nur an den albern tapsigen “Goleo” hierzulande oder an “Footix” den französischen Hahn. Unvergessen ist das Quadratemännchen “Ciao” aus Italien oder “Gauchito” aus Argentinien. Alle lassen einen beim bloßen Anblick in Erinnerungen schwelgen. Also, wo ist die personifizierte...

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Wo mir die WM vorbei geht

Wo mir die WM vorbei geht

Okay, Marco Reus fällt also aus. Das, was der Gute sich da abgerissen und kaputt gemacht hat, ist mir gleichermaßen unbekannt wie er selbst. Ich war, bin und werde nie ein Fußball-Experte. Daraus mache ich auch keinen Hehl. Es geht mir einfach am südlichsten Punkt des Abdomens vorbei. Zumindest bei internationalen Wettbewerben wie der Weltmeisterschaft war das in der Vergangenheit ein bisschen anders. Heuer nicht. Es ist, wie wenn ich Valium eingenommen hätte, das nur partiell bei Ballsportarten wirkt. Ob mein Sinneswandel mit der Tatsache zu tun hat, dass der immer wiederkehrende Nationalhype bisher zu keinerlei messbarem Ergebnis geführt hat, weiß ich nicht. Das bundesdeutsche Kollektiv fiebert in schwarz-rot-goldenen Kleidungsstücken mit, die manch einer nicht...

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