Tour de Doping

© Ernst Rose (Pixelio)

Nun kann man ja geteilter Meinung darüber sein, ob das, was derzeit im Radsport passiert schon immer so war und es bisher nur niemand bemerkt hat… oder niemand bemerken wollte! Sicher ist jedoch, dass dieser Sport kurz vor seinem Ende steht. Es mag ein Verbrechen am eigenen Körper sein, ihn derart zu manipulieren und die natürlichen – sicher zurecht gesetzten – Grenzen zu überschreiten. Es mag auch verwerflich sein, die nicht-manipulierenden Kollegen zu betrügen und sein ganzes Team dem Risiko einer Disqualifikation auszusetzen. Ganz sicher aber ist es einfach nur absolut dumm und vollkommen dämlich, in der aktuellen Situation bewußt zu dopen! Jeder weiß, dass heuer konsequenter und schärfer kontroliert wird denn je! Mich würde ja mal wirklich interessieren, was sich die aktuellen Dopingsünder dabei denken! Wenn ich an dieser Stelle auf Jan Ulrich schließe, müssen die nicht viel denken! Von Jan dachte ich immer, er wäre ein intelligenter Mann. Sein Verhalten in der Dopingsache, die letztlich seine Karriere beendete, ist aber alles andere als intelligent. Zumindest lässt sein Verhalten nicht wirklich darauf schließen, dass da so etwas wie Intelligenz oder Moral vorhanden ist.

Ich war immer ein begeisterter Fan dieses Sports. Doch das, was momentan passiert schädigt nicht nur den Radsport selbst, sondern insgesamt das Vertrauen in Leistungssport. Wer glaubt ernsthaft noch daran, dass in anderen Sportarten nicht auch gekonnt gedopt wird? Bleibt zuletzt noch die Frage: Warum wird dort und warum wurde jüngst auch beim Radsport nicht so konsequent durchgegriffen, wie es nun in den letzten Tagen bei der Tour de France der Fall zu sein scheint? Immerhin war und ist es offenbar technisch und medizinisch möglich? Ich wage nicht zu vermuten, dass ein Mantel des Schweigens und nicht der Mangel an Methoden dafür verantwortlich war… :roll:

2 Kommentare

  1. soulsilence
    26.07.2007

    Kann Deinen Worten absolut zustimmen.

    Meine Emotionen und Reaktionen der letzten Tage:

    Erkenntnis, dass ich schon nicht mehr unvoreingenommen zuschauen konnte.

    Wut, dass es wieder einer gemacht hat.

    Fassungslosigkeit, weil es nicht bei dem einen blieb und jetzt den Bach runter geht und (Vielleicht-)Unschuldige mitreisst.

    Resignation und ironisches Gelächter über so viel Dummheit.

  2. Tine
    27.07.2007

    Ich kann dir da echt zu 100 pro zustimmen! Wir waren 8 Jahre lang gefesselt zur Tour, es hat Spaß gemacht, Duelle zu beobachten, man hatte seine Fovoriten etc.etc.
    Für mich ist diese Tour die “Tour de Blamáge”. Unglaublich, das es nur noch um Dopingsümpfe geht, wo bleibt die sportliche Fairness und gibt es die überhaupt noch?? Ich hab mir in diesem Jahr jedenfalls nicht eine Etappe angeschaut und fand es großartig von ARD und ZDF sich aus der Live-Schalte auszuklinken, GEZ-Gebühren hin oder her. Endlich hat in der Öffentlichkeitsarbeit mal wer Courage bewiesen.

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