Ich glaub, ich spinn’!
In den letzten Tagen brachten wir den Garten rund ums Haus mal wieder auf Vordermann. Büsche stutzen, Rasen mähen… einfach das volle Programm! Hinter unseren Kompostern lehnten noch die Einzelteile eines dritten Komposters, den wir vor geraumer Zeit abgebaut hatten, weil wir ihn nicht mehr brauchten. Diese wollten wir nun auch endlich mal wegräumen. Also haben wir eines der Seitenteile geschnappt und… gleich wieder fallen lassen. Solch nette Tierchen – wie auf nebenstehendem Foto zu sehen – starrten uns gleich mehrfach an! :shock:
Ich muss zugeben, ich gehöre zu der Spezies Mensch, die einen ordentlichen Ekel vor Spinnen haben. Katrin hingegen hat einfach nur eine astreine Phobie! Also war ich mit diesen Tierchen innerhalb nur eines kurzen Augenblicks vollkommen allein.
Doch bei allem Ekel und aller Abscheu muss ich gestehen: Spinnen faszinieren mich! Ich versuche stets den inneren Schweinehund (den ich mir rational nicht erklären kann) zu überwinden und mein Interesse an diesen Tieren in den Vordergrund zu stellen. Ich würde (auch ohne Ekel) niemals eine Spinne als Haustier ansehen. Nein, sie interessieren mich, weil sie ein Teil der Natur sind, die mich ohnehin immer schon interessiert hat. Spinnen heben sich jedoch dadurch deutlich hervor, weil sie sich seit Jahrmillionen kaum mehr verändert haben! Also müssen sie gut sein, in dem was sie tun…
So kommt es, dass ich viele Bücher über Spinnentiere besitze und auch schon sehr viele Arten aus dem Stehgreif kenne. So betrachtete ich also auch diese Horde an Achtbeinern und mir war klar: Das müssen Winkelspinnen sein! Da die einzelnen Unterarten dieser Gattung selbst von Profis nur schwer zu unterscheiden sind, googelte ich mich mal durch und fand heraus: Es könnten Feldwinkelspinnen gewesen sein! Wer nun feststellt: “Die sieht aber aus wie die großen, haarigen Teile, die in fast jedem (gesunden) Haus rumhuschen!”, dem sei gesagt, dass die beiden Arten auch sehr, sehr enge Verwandte sind! Beide sind Jäger, d.h. sie bauen zwar Trichternetze, aber ohne Fangfäden – und erst recht keine Radnetze. Sie lauern ihrer Beute eher auf oder irren – gerade bei Beutemangel – suchend durch die Gegend, in der Hoffnung was Schmackhaftes zu ergattern. Da landen sie schon mal in Badewannen oder Waschbecken, wo sie aufgrund der glatten Fläche zwar reinrutschen, aber kaum wieder rauskrabbeln können. Die verängstigte Hausfrau spült sie dann oft mit einer Ladung Wasser in den Abfluss. Dass dies meist nicht viel bringt, wissen die wenigsten. Diese Spinne ertrinkt nicht so schnell! Sie klammert sich in der Abwasserleitung fest und klettert dann irgendwann (meist nachts und darum unbemerkt) wieder heraus oder flüchtet leitungsabwärts. Ein weitaus gefährlicherer Gegner sind da die oftmals fälschlicherweise als “Weberknechte” identifizierten Zitterspinnen. Ja, diese zerbrechlich und manchmal auch “dämlich” wirkenden Tiere fressen Hauswinkelspinnen (wer’s nicht glaubt: siehe Foto).
Spinnen haftet ja auch der Mythos an, unglaublich giftig und gefährlich zu sein. In der Tat: Eine Kreuzspinne z.B. ist giftig! Was passieren würde, wenn sie einen Menschen beißen würde, das ist nicht sicher bewiesen. Jedenfalls könnte das eine toxische Wirkung haben… Dass man es nicht weiß, zeigt schon, wie blödsinnig dieses Gedankenspiel ist. Wieso sollte eine kleine Spinne einen so übermächtigen Gegner wie den Menschen aktiv angreifen? Man muss wissen: Spinnen setzen ihr Gift gegen Beute, nicht gegen Feinde ein! An sich sind sie nämlich Fluchttiere! Abgesehen davon kann die Kreuzspinne mit ihrem Gebiss die menschliche Haut wohl nicht durchdringen. Es gibt wenige Ausnahmen: Darunter auch der Dornfinger. Diese bei uns sehr seltene Spinne ist in der Tat sehr aggressiv, wenn es um die Verteidigung des Nachwuchses geht. Sie beißt da schon auch mal aktiv zu und das hat dann auch tatsächlich Folgen für den Menschen: Taubheit, Übelkeit, Kreislaufbeschwerden und leichter Schüttelfrost können bei extremen Fällen die Folge sein. Aber das ist doch angesichts der Schauermärchen über Fieberkrämpfe und Tod wirklich lächerlich, oder? Erst recht, wenn man weiß, dass der Dornfinger auf der rote Liste der bedrohten Tierarten steht. Wer ist also der mächtigere Gegner – die Spinne oder der Mensch?









Also…. Micha….
ich finds ja toll, dass Du Deine Beiträge hier immer so schön mit kleinen Bildchen untermalst. :-)
Aaaaber….. *luftschnapp* ….aber doch net bei Spinnen!
*augenzuhalt* & *wegrenn*
Sternle, was soll ich sagen? Ich habe dem “Feind” leibhaftig und “in echt” gegenüber gestanden!!!
:shock:
Da hätt ich eindeutig hyperventiliert und wär schreiend davon gerannt!
Also kannst Du Dir vielleicht in etwa vorstellen, was ich jetzt jedesmal beim Aufrufen Deiner Seite durchmache *schwitz* :???:
Siehste! Genau das, was Du getan hättest, hat Katrin leibhaftig gemacht!
Und ich stand allein da… mit eine brabbelnden Hannah, die das alles tierisch spannend fand! :grin:
Sternle, d.h. ich muss mir schnell ‘nen neuen Beitrag aus den Fingern saugen, damit die Spinnen nach unten rutschen? :smile:
:razz: Genau das wollte ich damit sagen :grin:
Aber wat Schönes, nich dass jetzt als nächstes nochn Beitrag übers Schlachten oder so kommt :rofl:
(jaja, auch noch Ansprüche haben…)
Ich kann Katrin nur zu gut verstehen
– sie hat das einzig richtige getan :rofl: Wuuuaaahh…
Über Schlachten? :shock: Nönö, das widerrum wäre auch nichts für mich!!! :grin: … und im übrigen auch nichts für Katrin!
Sie ist doch auch Vegetarierin!
Katrin wird mir immer sympathischer
(was nicht heißen soll, dass sie das vorher nicht war ;-) )
Siehste!
Drum weiß ich auch ganz genau, was Du meinst und wie’s Dir geht, wenn Du die Spinnenfotos angucken musst!
Also, Micha, ich glaub ja nicht mehr, was Du uns so vorgaukelst…Von wegen wir leben im Schwabenländle etc.! Diese Exemplare sehen doch aus wie aus trop.Regenwald… :shock: :shock: :shock:
Ja, leider sehen die so aus! Exakt genau so wie Du haben wir auch geschaut! :shock: Wir haben zunächst mal abgeklärt, ob es hier in der Nähe sowas wie geheime Atomanlagen oder Chemiefabriken gibt… Aber nein! Die sind wohl so “ganz normal”!
Na Mahlzeit! Kaum aus dem Urlaub zurück, gleich solche Bilder! :shock:
Aber sehr interessant fand ich die Schilderung zu den hauswinkelspinnenfressenden Zitterspinnen! Die werden mir immer sympathischer! Denn wie ich an dieser Stelle schon mal geschildert habe, begegnet mir hier gern mal das eine oder andere Exemplar der Gattung “Hausundsoweiter” (ja, auch ich stehe zu meinen panischen Morden…) und da ich die Zitterspinnen nicht so schlimm finde, werd ich den einen oder anderen Hausgast der Sorte zukünftig mal leben lassen
.
Für ganz harte Gemüter kann ich übrigens die Begegnungen mit einem Haustier namens Egon empfehlen. Darauf bin ich bei meiner Recherche zu meinem damaligen Blogbericht gestossen und mir, die schon eine Buchseite mit der Abbildung einer Spinne schneller umblättert, konnte die Schilderung sogar ein Schmunzeln entlocken.