Ein geschichtsträchtiges Datum
Was heute vor sechs Jahren passierte, braucht man nicht wirklich lang und breit erzählen. Der 11. September hat sich in die Köpfe der Menschen gebrannt und die Welt zu einer anderen gemacht, als sie es zuvor noch war.
Wie hier auch schon, so würde mich auch heute interessieren: Wo und wie habt Ihr diesen denkwürdigen Tag erlebt? Was habt Ihr getan, als Ihr von dem schrecklichen Terroranschlag gehört habt?
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- Der 11.September 2001 - [...] Anschläge vor 7 Jahren! Zahlreiche Blogs und Webseiten berichten jedes Jahr über das geschichtsträchtige Datum. In den USA werden ...






Ja, wem sagst Du das… ein geschichtsträchtiges Datum…. :-(
Ich war damals noch in der Ausbildung und war auf der Arbeit. Der Sohn meines damaligen Chefs hat beim ZDF gearbeitet und ihn wohl sofort darüber informiert, als es passiert ist.
Und ich kann mich noch erinnern, wie mein Chef ins Büro kam und es uns erzählt hat. Wir dachten erst, es sei ein schlechter Scherz, bis wir dann das Radio angeschmissen haben und den ganzen Tag davor gesessen haben.
Nach der Arbeit bin ich nach Hause und hab den kompletten Abend vorm Fernseher gesessen und fassungslos die Berichte geschaut :-( Ich glaub, ich hab sogar geheult….
Hab gesehen, heut Abend kommt im TV wieder ne Reportage darüber… irgendwie über die Leute, die damals ausm Fenster gesprungen sind und deren Angehörige, wie sie damit fertig werden und so…
Schrecklich sowas…
Ich könnt mir das nie angucken, genauso wenig wie diesen Kinofilm “World Trade Center”.
Das sind Bilder, die man wahrscheinlich nie mehr aus dem Kopf kriegt :-(
Sternchen, was mich interessieren würde: Du warst ja vor ein paar Tagen noch in New York. Wie sieht die einst klaffende Wunde des Big Apple heute aus? Habt Ihr Euch Ground Zero angeguckt?
Ich weiß es noch ganz genau:
Ich hatte um 13:00 Uhr Feierabend, bin dann zum Arzt gefahren. Als ich mich wieder ins Auto setze, spielten sie dort keine Musik, nicht mal im Hintergrund, sondern eine sehr sachliche Frauenstimme erzählte, was in Amerika passiert war. Ich konnte das gar nicht glauben. Auf dem Weg zu meiner Schwester lauschte ich den Erzählungen im Radio, konnte mir aber kein Bild davon machen. Bei meiner Schwester angekommen, sah ich dann die ersten Bilder. Es war unglaublich. Und dann sind wir gemeinsam zu meiner Mutter gefahren. Meine Mutter hat heute Geburtstag. Meine Mutter hatte auch heute vor sechs Jahren Geburtstag. Wir haben ihr – leider – die Kaffeerunde gesprengt, aber wir konnten meine Schwester und ich – völlig geschockt – so etwas nicht erzählen?
Wir haben dann gleich den Fernseher angeschmissen, meine Oma saß nur kopfschüttelnd davor.
Ich kann mich aber auch erinnern, dass meine bessere Hälfte zu der Zeit gerade auf See in einem amerikanischen Mannöver war. Ich hab damals solche Angst gehabt, dass er für sehr lange Zeit nicht mehr nach Hause kommt, weil die Amis gleich zurückschlagen. Und ich war heilfroh, als nachts um 03:00 Uhr mein Handy klingte und ich seine Stimme hörte, die mir sagte :”ich bin freitag wieder bei Dir”
@ sternchen: Mich würde es auch interessieren, wie Ground Zero heute aussieht…
@ Micha: Wie war es denn bei Dir? Wie ist Deine Geschichte zum 11. September?
Meine Tochter musste zum Konfirmandenunterricht. Ich hab mir nen leggeren Kaffee gemacht und wollte mich nett auffe Couch fletzen, als der Schlüssel ging, und dat Kind nebst Freundin in der Tür standen.
“Da is ein Fluchzeuch ins WTC geflogen und der Pfarrer hat gesagt, wir sollen nach Hause gehen!”
“Wat?”
“Da is ein Fuchzeuch ins…..”
“Jaja, aber zum blaumachen müsst ihr euch schon was gescheiteres einfallen lassen………!”
Da hab ich die beiden mal genauer angeguckt und festgestellt, dat die ziemlich blass umme Nase waren. Mein Kind beim lügen zu erwischen, sieht anders aus….
Also hab ich erstmal den Fernseher angemacht….
Die Kinder wussten bis dahin nur von einem “Unfall” mit einem Flugzeug und wir drei haben zusammen auf der Couch gesessen, der Kaffee wurde kalt und wir haben fassungslos die Nachrichten verfolgt.
Man sagt immer, Eltern müssen ihren Kindern die Welt erklären, wenn etwas Schreckliches passiert. Den Tod eines lieben Menschen z.B. Da gibt es Bücher: “Wie erklär ichs meinem Kind”. Es ist nicht einfach, aber es geht……
An diesem Abend konnte ich nichts erklären, weil ich es selber nicht verstehen konnte…. ich konnte nur noch ohnmächtig weinen, zusammen mit zwei, ansonsten schrecklich coolen, pupertierenden Mädchen im Arm…..
Ja Micha, das mussten wir quasi zwangsweise, weil unsere U-Bahn, die uns zum Hotel brachte, am Ground Zero abgefahren ist…. das heißt, wir sind täglich dort ein- und ausgestiegen.
Tja, wie sieht es dort aus? Es ist eigentlich immernoch eine riesengroße Baustelle! Bereits letztes Jahr stand ich dort und im Vergleich war jetzt kein besonderer Fortschritt zu erkennen.
Es ist im Grunde alles abgesperrt, auch mit Sichtschutz. Trotzdem tummeln sich viele Touristen dort und lassen sich vor der Baustelle fotografieren.
An den Absperrungen hängen Schilder mit den Namen der Opfer und letztes Jahr hingen dort noch Bilder, die an die Anschläge erinnerten. Ganz ehrlich, ich musste letztes Jahr heftigst schlucken, als ich dort stand.
Im New Yorker “Battery Park”, im Süden Manhattans, steht eine riesige Weltkugel , die einst als Kunstwerk (gebaut von einem Deutschen) auf dem Platz zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers stand.
Sie hat den Einsturz der beiden Türme überstanden und wurde verhältnismäßig nur gering demoliert. War auch total komisch, sich das jetzt anzuschauen…. davor brennt sowas wie eine “ewige Flamme” und mittlerweile ist es eher sowas wie ein Denkmal an die Opfer von 9/11 geworden… :sad:
Aber ich schweife ab… :shock:
Wie hast Du das vor 6 Jahren erlebt?
wie ich den 11. september 2001 erlebt hab?
im dorf war kerwe, ich stand in der festküche und war damit beschäftigt steaks und bratwürste zu bruzzeln. ich konnte es gar nicht glauben, als jemand kam und erzählte was passiert war. als mein dienst zu ende war, bin ich natürlich als erstes heim, um mir das ganze mal im tv anzusehen und erst da wurde mir wirklich bewusst, was geschehen war…
meine eltern waren in der türkei in urlaub und mein mann war beruflich über nacht unterwegs. ich war mit meinem kleinen sohn und meiner angst und meinem entsetzten alleine daheim. und ich habe geweint…
dazu kamen dann noch die gedanken, dass meine eltern ja wieder nach hause fliegen mussten! ich war so froh, als ich sie wieder zu hause waren und ich sie in die arme nehmen konnte…
das waren für mich persönlich ganz schreckliche tage, die ich niemals vergessen werde…
…und beim Lesen Eurer Geschichten kullern bei mir schonwieder ein paar Tränchen :shock:
Man fühlt sich wieder so zurückversetzt, auch bei den Bildern heute in den Nachrichten.
Wenn es mir Sensibelchen schon so geht, wie geht es dann erst den New Yorkern?
Ich mag es mir nicht vorstellen… :shock:
Ich war im Büro und da läuft den ganzen Tag Radio. So auch an dem Tag. Von der ersten Meldung an, dass ein Flugzeug abgestürzt sei, hab ich vor dem Radio gesessen und konnte es nicht glauben. An dem Nachmittag hat auch kaum noch das Telefon bei mir geklingelt. Nur an einen Anruf kann ich mich noch erinnern. Da war eine Frau dran, die was nachfragen wollte und in dem Moment, als wir telefonierten, kam wohl ein Kollege rein bei ihr und erzählte was passiert ist. Sie hat mitten im Satz abgebrochen und sagte nur “Oh mein Gott, ich muss aufhören” und legte auf. :shock: Am Abend haben wir zu Hause auch den ganzen Abend vor dem Fernseher gesessen.
Am Schlimmsten war für mich, dass das genau die Zeit war, in der meine Schwester mit ihrem Mann und den Kindern in die USA (er zurück, sie und die Kids zum ersten Mal) gezogen ist. Mein Schwager war schon da und suchte nach einem Haus und meine Schwester ist mit den Kids vier Wochen nach dem Anschlag hinterher geflogen. Und gelandet sind sie in Washington D.C…. Das war schon ein sehr unangenehmes Gefühl damals.
Wie sehr das alles noch in unseren Köpfen ist, hab ich heute an meiner Kollegin gesehen. Sie macht im Moment den Frühdienst bei mir und ich hab mal nen Tagesplan entworfen, in dem man morgens das Datum einsetzt nach dem Muster __. ___ .200_. Und heut morgen stand da: 11.09.2001… Sie selbst hat´s gar nicht gemerkt, bis es mir aufgefallen ist. :shock:
Ich kann mich noch erinnern. Wir saßen im Büro, als ein Kollege rein kam und erzählte, was passiert ist. Wir konnten es gar nicht fassen und ich erinnere mich genau, wir haben versucht auf eine Nachrichtenseite im Internet zu kommen. Keine Chance, totaler Zusammenbruch des www .
Unser Chef hat uns dann alle früh nach Hause geschickt. Dort haben dann mein damaliger Freund und ich auch die ganze Zeit diese unfassbaren Bilder im Fernsehen verfolgt. Ich hatte nur Angst und war traurig und hatte Wut im Bauch. Ich konnte gar nicht reden, hab mich nur an ihn gekauert.
Später mußte ich mal auf Super RTL umschalten und ein bißchen einen Zeichentrickfilm schauen. Hab das einfach nicht mehr ausgehalten.
Ich hab seid heute morgen, als ich den Kalender im Büro umgestellt hab, schon einen Kloß im Hals und es tat gut, drüber zu schreiben.
Mir kullerten/kullern auch ein paar Tränchen runter, wenn ich eure Geschichten lese und es ist gut……
Und Micha? Wie wars bei dir?
Ich glaube keiner vergißt wo und wie er davon erfahren hat, oder? Genauso wie die Generation vor uns noch genau weiß wo sie war, als sie vom Kennedy-Attentat gehört hat :sad:
Ich war zu der Zeit gerade mit meinem Eltern im Urlaub im Schwarzwald. An dem Tag waren wir am Bodensee/Vorarlberg (Ösi-land) unterwegs und weil Radiosender da so schlecht zu kriegen sind haben wir CD gehört. Auf der Heimfahrt kam eine SMS von einer Freundin die mich fragte, was ich zu der “Sache” in den USA sagen würde. Ich wußte gar nicht was sie meinte und hab mal nachgefragt und sie schrieb irgendwas von einem Flugzeug in nem Turm. Ich hab gedacht die hat nen Vogel! Ich hab dann gleich mal das Radio angemacht und bin dann mit ca 70 km/h auf der rechten Spur über die Autobahn gezuggelt, weil ich einfach nicht glauben konnte was ich da gehört hab. Aber richtig einordnen konnte ich es immer noch nicht … bis wir wieder in Krone waren und im TV-Zimmer das Fernsehn angeschmissen haben … :eek: Ich hab ne ganze Weile gebraucht, bis ich die Bilder die ich da gesehen hab verstanden hab! Und auch heute find ich es noch total schwer das ganze zu begreifen. Am Freitag und auch gestern hab ich wieder einige Berichte im TV darüber gesehen. Also … anschaun kann ich es mir schon, aber mir kommen immer noch die Tränen dabei muß ich gestehen …
Richtig! Ich hab ja noch gar nicht erzählt!
Wie war’s bei mir damals? Nun, das ist an sich eine Zeit, an die ich sehr gerne zurückdenke! Damals flirteten Katrin und ich grad wie die Weltmeister. Kurz nach dem 11. September, am 14. nämlich, kamen wir dann endgültig zusammen. Also kann man sich leicht vorstellen, dass der 11. September für mich zunächst ein Tag voller Schmetterlinge war. Ich weiß noch wie ich (natürlich) sehr gut gelaunt ins Auto saß und heim fahren wollte. Ich wusste: Nachher telefoniere ich wieder mit Katrin! Im Radio hörte ich dann von einem Flugzeug, das in das WTC flog. Ich unterschätzte diese Meldung total und dachte natürlich “nur” an einen Unfall mit einem kleinen, vielleicht einmotorigen Privatflugzeug. Da ich mich nicht wenig für die zivile Luftfahrt interessiere war es für mich klar: Ein Profipilot KANN nicht in diese Türme fliegen, es sei denn er wäre total besoffen oder blind! … oder eben er macht es absichtlich, aber das hielt ich für ausgeschlossen.
Zu Hause schaltete ich den Fernseher an und ich konnte nicht begreifen, was meine Augen da wahrnahmen. Ich hielt es für irreal, nicht möglich… einfach unglaublich! Mehr und mehr war mir klar: Ein Unfall kann das niemals sein! Dass ein Berufspilot versehentlich in so einen Turm fliegt ist wie ein Sechser im Lotto! Also war klar: Da ist Terror mit im Spiel. Spätestens als der zweite Flieger einschlug stand das für mich fest… doch glauben konnte ich es noch immer nicht!
Ich weiß noch, dass ich den ganzen Abend fassungslos vor dem Fernseher saß, dass ich noch mit Katrin telefonierte und wir mit Tränen in den Augen ins Telefon schwiegen. Wir beide waren uns schon so nah, dass wir keine Worte brauchten, um unsere Gefühle “sprechend” zu machen. Ich wusste, was in ihr vorging und ich denke, sie weiß, was in mir vorging. Das war einer der schrecklichsten und bis heute unbegreiflichsten Momente in meinem Leben. New York ist so weit weg, aber an jenem Tag und in den Wochen danach war es so, als ob die Flieger hier um die Ecke in Häuser gefolgen wären.
Heute, nach sechs Jahren, kann ich diesen Tag noch immer nicht begreifen. So etwas kann man nie akzeptieren! Terror kann man nicht und nie akzeptieren! Trotzdem sehe ich das Ganze heute ein wenig anders. Es sprengt hier den Rahmen, um das alles auszuführen. Ich will nur eines kurz bemerken: Wenn man weiß, dass eine Familie Bush mit einer Familie Bin Laden geschäftliche Beziehungen pflegte, dann wird das Ereignis vom 11. September 2001 noch krasser und noch unglaublicher. Wer’s nicht glaubt: hier kann man’s nachlesen. Gerne kann man auch Michael Moores sehr treffenden Film “Farenheit 9/11″ ansehen. Wer sich das reinzieht, wird zum Teil auch verstehen, warum ich mit den USA so gar nichts anfangen kann.
Aber wie gesagt… das sprengt hier den Rahmen! Vielleicht schreib ich da mal einen Beitrag drüber…
Und trotzdem entschuldigt oder rechtfertigt nichts und niemand diesen Terrorakt. Der 11. September 2001 war und bleibt ein schrecklicher Tag in der Menschheitsgeschichte. Ich denke, noch Generationen nach uns wird man darüber sprechen. Zurecht!
Wir waren in Portugal im Urlaub! Unser Appartement hatte weder Radio noch Fernseher, was wir in den Tagen, bevor die Welt sich änderte, wirklich sehr genossen haben.
Am 11.09.01 saßen wir beim Abendessen und im portug. Fernsehen wurde nur eine Animation des Geschehens gezeigt, so daß wir überhaupt keinen blassen Schimmer davon hatten, was Stunden zuvor in Amerika passiert war. Abends haben wir dann bei meinen Schwiegereltern zu Hause angerufen und erst dann wurde uns bewußt, was wirklich geschehen war.
Meine Eltern weilten zum gleichen Zeitpunkt gerade in Griechenland und von Stund an konnten wir die letzten Tage tatsächlich nicht mehr wie am Anfang genießen, wir hielten uns mit der BILD über die aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden und erlebten ein Chaosrückflugtag. Nie im Leben hatte ich vorher oder später ein höhere Handyrechnung! Fast täglich hatten wir dann Kontakt mit daheim, weil niemand so richtig wußte, was wird jetzt passieren? Mit 6 Stunden Verspätung und chaotischen Verhältnissen in Faro sind wir dann am darauffolgenden Sonntag sehr sehr glücklich in Leipzig gelandet .
Was mich wirklich sehr bewegt hat, war der Dokumentarfilm der Gebrüder Naudet! Er lief am 11.09.2002 im Fernsehen und war null geprägt von Sensationshascherei o.ä. Ich hing in meinem Sessel und war gefesselt, nicht fähig um-oder gar abzuschalten. Ich saß einfach da und hab geheult wie ein Schlosshund, so bewegend waren diese Bilder.
Vielleicht hat jemand von euch ebenso diese Dokumentation gesehen und weiß, wovon ich rede!