Sta(u)tistik
Zugegeben: Das Verkehrsaufkommen in den letzten Monaten und Jahren hat beileibe nicht abgenommen. Für mich heißt das: Auf dem Weg zur und von der Arbeit, bilden sich schon mal Schlangen und die Autos schlängeln sich wie eine Perlenkette den Albrauf hinab oder hinauf. Zum Glück, so sage ich immer, führt mein Arbeitsweg nicht durch größere Städte oder gar über Autobahnen und dergleichen. Insofern hält sich alles noch im Rahmen.
Umso erstaunter war ich am vergangenen Freitag, als ich plötzlich mitten in einem ausgewachsenen Stau landete. Für mich war klar: Da muss ein Unfall oder dergleichen passiert sein, denn stellenweise ging überhaupt nix mehr. Klar: Die leiten phasenweise mal uns, mal die entgegenkommenden Fahrzeuge am Unfallort vorbei! So war zumindest meine Theorie. Doch weit gefehlt!
Mitten auf der Landstraße, auf einer Abbiegespur, haben sich ein Rudel Studenten mit aufgeschnittenen, gelben Säcken über ihren Leibern platziert, gesäumt von einigen Polizisten, die den Verkehr “regeln”… Nein, sie regeln nichts, sie stoppen sporadisch den Verkehrsstrom, damit die mit Papier und Stift bewaffneten Wegelagerer blöde Fragen an die Fahrzeugführer stellen können.
Entschuldigung! Was bitteschön sollen derartige “Verkehrsbefragungen” bringen? Auch ohne Umfrage kann ich mit 99,9%-iger Sicherheit sagen, dass der überwiegende Großteil der Autokolonne aus Berufspendlern besteht. Dass die darunter gemischten Handwerkerfahrzeuge nicht auf Vergnügungsfahrt sind, dürfte wohl auch klar sein. Also: Was erhoffen sich die Damen und Herren zu erfahren? Sie werden nichts erfahren, was nicht schon offensichtlich wäre! Wozu also solche Umfragen? Sie verschärfen das sicherlich bestehende Problem, indem sie mitten im Feierabendverkehr den ganzen Tross spontan und zudem noch an einer total unübersichtlichen Stelle anhalten.
Schließlich war ich an der Studentenmeute angekommen und eine junge Dame mit sommersprossigem Gesicht blinzelte zu mir ins Auto. Ich lächelte freundlich zurück, drehte ihr aber dann den Rücken zu. Es geht die gute Frau einen feuchten Kehricht an, wer ich bin und wohin ich fahre. Mit erstauntem Gesicht winkten mich also die “vergelbesackte” Dame und die uniformierte Polizisten weiter… Zumindest für den Moment linderte das meine Wut.






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