Abnormal
Ich bin ja sehr vorsichtig, wenn es darum geht, jemanden oder etwas als “abnormal” zu betiteln. Heute ist mir aber etwas widerfahren, was mich nicht nur im eigentlichen Moment dazu gebracht hat, jemanden als “abnormal” zu bezeichnen, sondern mir auch ein globales Urteil über eine bestimmten Typ Mensch zu fällen. Aber ich fang vorne an…
Als junger Vater (und sicher auch als Mutter – nur leider bin ich ausschließlich ersteres und kann zweiteres nicht beurteilen
) wird man recht häufig angesprochen und gefragt, wie es denn dem Nachwuchs geht und was man so alles aktuell erlebt. Das passiert in meinem Fall (als IT-ler wird man halt überall ge- und erkannt) so oft, dass es beinahe schon nervt. :???: Trotzdem versuche ich das widerzugeben, was ich erlebe und erlebt habe. Meiner Meinung nach haben Kinder heutzutage solch einen schlechten Ruf, dass man nicht genug Werbung dafür machen kann. Jeder, der das bestreitet, schaut nicht genau hin! Da hört man Storys von “Schreibabys” oder von durchwachten Nächten oder von vollgekotzten Bettchen und und und… Wie oft beschweren sich Leute über Kinderlärm (allein schon dieses Wort ist “abnormal”)? Wie oft werden Kinder vernachlässigt und verwahrlosen? Und der Knaller: Es gibt in Großstädten nun schon “kinderfreie” Lokale! :eek: Da frage ich mich: Wo ist Deutschland kinderfreundlich? Von der (mangelnden) Unterstützung des Staates will ich nun gar nicht erst anfangen…
Ich stehe nun also mitten in einer Horde wissbegieriger Mädels, die mich allesamt fragen, wie es denn als “einjährigem” Papa so geht. Allesamt sind sie natürlich (noch) kinderlos und wollen wohl Details erfahren, um zu wissen, was auf sie zukommt.
Ich berichte begeistert und (wie immer) wahrheitsgemäß. Das schließt sich in unserem Fall nicht aus! ;) Die Mädels hängen (wie immer) an meinen Lippen. Und schließlich kommt die Frage, die immer kommt: Schläft sie denn schon durch? Dass Hannah eigentlich immer schon durchgeschlafen hat, macht uns schon beinahe ein schlechtes Gewissen!
Und ob sie denn schon krank gewesen sei, wollte eine wissen. Und ob sie auch schon Zähne hat, kam noch als Frage…
Plötzlich platzte aus dem Hintergrund eine mir bis dato zwar als gutaussehend, aber immer schon auch suspekt erscheinende Dame dazwischen: “Ja, aber nach der Geburt! Wie die Kinder da stinken!” Nun kann man ja darüber streiten, ob Fruchtwasser lecker riecht oder nicht. Jedenfalls ist es ein sehr eigentümlicher Geruch, den man nie vergessen wird. Wir erinnern uns heute noch an Hannahs Duft, den sie erst nach Wochen ablegte. Sie roch eigentümlich, sehr besonders… So wie sonst nichts riecht auf der Welt. Man kann es mögen oder nicht, aber STINKEN tut da rein gar nichts!
Das gab ich dann genau so auch als Reaktion auf ihre Lamentiererei zum Besten. “Doch doch! Ich hab lang genug im Kreißsaal gearbeitet. Das ist ein ekliger Gestank!” In mir regt sich langsam so etwas wie blanke Wut. “Hast Du denn schon Kinder?” frage ich, wohl wissend, dass die gute Frau derzeit noch nicht mal liiert ist!
“Nein, ich will vorerst auch keine! Aber auch mein Kind würde nach der Geburt stinken. Das ist doch normal, oder? So wie Kinder manchmal einfach widerlich sind! Ist halt so!”
Ich dachte mir nur: Zum Glück hast Du keine Kinder! Die wären arm dran! Wer einen Kinderwunsch weit weg schiebt, der muss sich entweder damit abfinden, weil etwas nicht so klappt, wie man sich das vorstellt oder aber man fühlt sich noch nicht reif genug oder hat Bammel vor der Verantwortung und den Veränderungen, die auf einen zukommen. Wer aber so abfällig über (wie ich finde) den Sinn unseres Daseins spricht, der ist einfach nur egoistisch, kalt, herzlos und vollkommen “abnormal”. Tut mir leid, da ist meine Toleranz am Ende! In solchen Fällen bin ich wirklich dafür, dass später mal nur derjenige eine Rente bekommt, der auch selbst Kinder in die Welt gesetzt hat! :mad:
So, das musste raus heute…







Sie hat lange genug im Kreissaal gearbeitet? Hoffentlich tut sie das nicht mehr. Ist ja unglaublich. Babys riechen so unvergleichlich (und meins hat dabei natürlich am allerschönsten gerochen
), dass man eine Möglichkeit finden sollte, Gerüche in Flaschen abzufüllen, damit man auch noch Jahre später ein Näschen davon nehmen kann 
Du regst dich zu recht auf! Die Tusse sollte möglichst keine Kinder bekommen. Ich stell mir grad vor, wie die ihr Kind mit Mundschutz wickelt und es keine Streicheleinheiten bekommt, solange dieser Eigengeruch da ist. Oder womöglich sprüht sies auch mit sonem Kinderparfüm (was ich auch total abartig finde) ein….. ich denk gezz einfach nicht weiter darüber nach…….. :mad:
Ach Du meine Güte, auf solche hohlen Bemerkungen kann man echt verzichten

Allerdings kann ich nicht wirklich mitreden, aber die Babys, an denen ich bisher geschnuppert hab (zugegebenermaßen nicht unmittelbar nach der Geburt), haben ganz wundervoll gerochen
Stimmt Bigi! Wir haben monatelang Hannahs allererstes Kissen nicht gewaschen, weil es nach ihr roch! :rofl: Das will man nicht mehr hergeben… Das stimmt absolut! ;)
Und Mel, das war sicher DER Duft, den wir meinen. Ich kann es von Hannah her bestätigen, dass der Duft auch noch Tage später zu schnuppern ist.
Also … die Sprüche dieser Dame sind echt absolut unterste Schublade, das erstmal vorweg!
Allerdings muß ich hier mal Widerspruch einlegen! Das: (Zitat) “Wer einen Kinderwunsch weit weg schiebt, der muss sich entweder damit abfinden, weil etwas nicht so klappt, wie man sich das vorstellt oder aber man fühlt sich noch nicht reif genug oder hat Bammel vor der Verantwortung und den Veränderungen, die auf einen zukommen” (Zitat Ende) kann ich persönlich so nicht stehen lassen!! Ich hab noch nie einen Kinderwunsch gehabt und schließe momentan für mich persönlich auch aus, dass der vor den Wechseljahren nochmal bei mir durchdringt
Das liegt aber nicht daran, dass ich mich nicht reif genug fühle, oder ich Bammel vor der Verantwortung habe, oder daran das ich Singel bin (war ich ja schließlich auch nicht immer!), sondern das liegt einfach daran, dass ich das für mich nicht vorstellen kann! Ich konnte noch nie viel mit kleinen Kindern anfangen und ich glaube auch einfach nicht, dass ich eine gute Mutter sein würde, weil ich relativ schnell die Geduld verlieren. Also finde ich, dass man mir nicht vorwerfen kann, dass ich mich gegen Kinder entscheide!
Von daher muß ich hier auch mal ganz entschieden gegen Deine Rentenvorschläge protestieren! Als ob ich als alleinstehender Singel nicht schon genug Zusatzkosten (z.B. bei der KV) habe! Ich finde man kann es Leuten nicht ankreiden, die sich gegen Kinder entscheiden! Ich hoffe jetzt einfach mal, dass Du das aus dem Moment heraus in Deinem Ärger geschrieben hast und das nicht ernst meinst!
In einem Punkt muß ich Euch allerdings recht geben: Kleine Kinder riechen schon klasse
aber nur, wenn sie nicht gerade die Windel voll haben
ja dieser babyduft ist wirklich etwas ganz besonderes!!!!
und wenn ich ehrlich bin, kann ich mich jetzt nicht erinnern, dass das fruchtwasser einen eigentümlichen geruch hatte
vielleicht merkt man das als frau nicht
oder “mama” vergisst es sofort wieder, denn es gibt nichts schöneres als sein kleines, nacktes, neugeborenes baby zum ersten mal zu sehen, zu halten, zu streicheln… :-)
öhm, nein, ich möchte kein baby mehr
zwei sind für mich/uns genug. wobei unsere mittlerweile ja schon riesenbaby sind :eek: :eek: :eek:
@Anke:
Der Vorschlag, dass diejenigen, die keine Kinder haben, mehr in die Rentenversicherung einbezahlen oder halt weniger Rente ausbezahlt bekommen sollen, war und ist durchaus ernst gemeint und kein Resultat meiner Wut. Im Grunde ist das im Steuerrecht jetzt schon so! Wer nicht verheiratet und / oder kinderlos ist, der legt drauf. Das ist in meinen Augen auch vollkommen korrekt.
Bevor nun ein Sturm der Entrüstung losbricht, sollten wir mal genau hinschauen, wie das Rentensystem in Deutschland aufgebaut ist. Es handelt sich dabei um ein Umlageverfahren, d.h. der Satz “Ich will das, was ich einbezahlt habe auch wieder raus bekommen.” ist schlicht falsch! Wer heute in die Rentenversicherung einzahlt, finanziert damit die Zahlungen an die jetzigen Rentner. Daraus folgt: Wer Kinder in die Welt setzt, sorgt für spätere Rentenzahler und finanziert somit seine eigene Rente. Wer keine Kinder hat, erhält später eine Rente, die er nicht selbst mitfinanziert. Volkswirtschaftlich ist das Unsinn! Familien sind das höchste Gut eines Staates. Nur wenn die Bevölkerungszahl gleich bleibt oder sich erhöht, können die Sozialsysteme aufrecht erhalten werden. Da wir aber die sogenannte “Alterspyramide” umgekehrt haben, es also immer mehr alte als junge Menschen gibt, bekommen wir auf kurz oder lang ein Problem!
Wie man sieht, war das kein spontaner Populismus, sondern ist eine ernstgemeinte Sicht der Dinge. Viele Politiker und vor allem die meisten Volkswirte sehen gar keine andere Möglichkeit auch morgen noch eine (wenn auch geringere) Rente aufrecht zu erhalten. :???:
Tja, da gehen unser Meinungen dann sehr weit auseinander! Ich bin mir durchaus bewußt, wie unser Rentensystem funktioniert
:smile:
Man kann aber meiner Meinung nach zum einen nicht die Kinderlosen dafür bestrafen, dass unsere Politiker immer schön andere Löcher aus der Rentenkasse gestopft haben, also die noch voll war, bzw. haufenweise Leute Rente aus dieser Kasse bekommen haben, die tatsächlich nix eingezahlt haben. Sicher wird mein jetziger Beitrag zur Finanzierung der aktuellen Rentner verwendet und nicht für mich “hinterlegt”, das ist mir schon klar. Aber wenn ich mir dann anschaue, wieviele alleinerziehende Mütter (oder auch Väter) arbeitslos sind und auf Hilfe vom Staat angewiesen sind und wie hoch die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen ist (wie viele stehen denn auch dieses Jahr wieder ohne Ausbildungsplatz da?), dann muß ich mich fragen, ob Deine Rechnung (wie brauchen Kinder, damit sie in die Rentenkasse für uns einzahlen) aufgehen wird. Ich glaube es nicht wirklich :???: Wir werden über kurz oder lang sehr große Probleme bekommen, egal ob die Zahl der Kinder steigt oder nicht! Aber das ist meine Meinung
Anke, da kann ich Dir nur zustimmen. Wenn in einer Firma die Rücklagen für X auf einmal für Y und Z und sonstiges ausgegeben würden, ginge die Firma pleite und könnte nicht mehr existieren.
Unsere ach so tollen Politiker haben ohne uns zu fragen die Rentenkassen geplündert um alles (für mich teilweise nicht nachvollziehbare) zu zahlen. Aber wir leiden ja alle noch auf sehr hohem Niveau, deshalb können die immer schön weiter machen, wie sie wollen.
Und Micha, was ist mit denen, die keine Kinder bekommen können, aber gerne wollen. Die strafst Du dann ja auch mit Deinem System. Und ich finde es viel vernünftiger, wenn jemand sagt, ich trau es mir nicht zu und ich weiß nicht, ob ich eine gute Mutter wäre, als wenn welche Kinder in die Welt setzen, die sie nicht versorgen, betreuen und groß ziehen können. Die dann in Heimen auf der Straße und auf dem Sozialamt landen.
Das System ist seit vielen Jahren im Grundsatz falsch. Klar hat sich die Alterpyramide geändert, aber da müsste man ganz anders dran gehen. Nur das kriegen die ach so tollen, hochbezahlten Politiker, die sich nie mit Problemen des normalen Lebens auseinander setzen müssen nicht geregelt. Was hab ich davon, wenn eine Ministerin mit ihren 7 Kindern prahlt, die sie zwar hat, aber auch mehrere Nannies, Angestellte und die sich keine Gedanken über Geld machen muss. Da könnt ich auch 7 Kinder in die Welt setzen und groß ziehen. Aber das ist nicht die Realität.
Jessas, ich wollte jetzt hier wirklich keine politische Diskussion lostreten!
Aber warum sollte man nicht auch mal über Politik reden und diskutieren dürfen.
Ich weiß nicht, was Ihr genau damit meint, wenn Ihr sagt, dass die Rentenkassen geplündert wurden. Im Grunde haben vor allem die Frühverrentungsmodelle nachhaltige Auswirkungen, die der Staat in den “fetten” Jahren eingeführt hat. Das ist in der Tat eine Sauerei, die wir jetzt ausbaden müssen. Diese Maßnahmen haben uns nämlich noch mehr (Früh-)Rentner verschafft, die eigentlich noch Jahre die Kassen mitbezahlt hätten. Eines darf man auch nicht vergessen: Die deutsche Wiedervereinigung hat uns nochmal auf einen Schlag Rentner beschert, die sich auch aus dem bisher “altdeutschen” Topf bedienen. Wer nun sagt: “Stimmt, die haben nie einbezahlt!” ist wieder auf dem Holzweg. Damit hat das ja (wie erwähnt) nichts zu tun! Die Rente ist umlagefinanziert, also bezahlen alle in Arbeit stehenden Bürger die aktuellen Renten. Neben den ostdeutschen Rentnern haben wir nur leider auch einen großen Batzen ostdeutsche Arbeitslose mit erhalten, die eben nicht die aktuellen Rentenzahlungen mitfinanzieren. Hut ab vor unserem Rentensystem, das dieses Ungleichgewicht trotzdem noch einigermaßen ausgleicht und nicht zusammenbricht! Ich halte es daher für grundfalsch zu sagen, das System sei das eigentliche Problem. Im Gegenteil!
Die Plünderungen der Rentenkassen liegen in einer Vergangenheit, als das System noch mehr erwirtschaftete, als es ausgab! Mit der heutigen Realität hat das nichts mehr zu tun! Und nochmal: Die Rentenkasse wird umlagefinanziert! Die heutige Situation ist ausschlaggebend! Und heute gibt es ein unumstößliches Faktum: Wir haben schon jetzt mehr Renter als Erwerbstätige! Das Problem ist und bleibt in den nächsten Jahren, dass die Deutschen zu wenige Kinder bekommen. Ein Staat ist ein Staat durch seine Bürger! Der Volkswirt nennt das “Humankapital”. “Neue” Menschen erwirtschaften “neues” Geld u.a. auch für die Rentenkasse. Deshalb: Wer Kinder zeugt, der schafft neues Kapital… und zwar auf eigene Kosten! Die Zusatzleistungen, die man vom Staat erhält (Erziehungs- und Kindergeld…) ist – mit Verlaub – ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich will hier nicht vorrechnen, was ein Kind bis zu seiner Volljährigkeit an Kosten für die Eltern erzeugt. Das ist ein Tabu, ich weiß, aber diese Ausgaben der Eltern für ihre Kinder, sind letztlich Investitionen in den Staat, von denen wir alle profitieren (es sei denn, das Kind wandert später mal aus, was die Ausnahme sein dürfte.
). Wer keine Kinder bekommt, investiert also kein Humankapital in den Staat und seine Wirtschaft. Folglich ist es nur richtig und gerecht, wenn diese stattdessen sogenanntes “Realkaptial”, also Geld, einbringen. Über diesen Sachverhalt gibt es eigentlich keine Zweifel, es sei denn man setzt sich über ökonomische Grundregeln hinweg.
Es geht also nicht um “bestrafen”, sondern um “belohnen”! Jene, die für den Fortbestand der Volkswirtschaft sorgen und die kommenden Generationen stärken, müssen unterstützt werden. Das sage ich nicht erst, seit ich Vater bin, sondern schon immer! Ich war immer vorbehaltlos damit einverstanden, dass ich als damalig unverheirateter “Nicht-Vater” deutlich mehr Steuern und Abgaben bezahlt habe, als jemand, der eine Familie zu versorgen hat. Ich muss sagen, im Verhältnis zu heute ging es mir damals finanziell sehr, sehr gut. Machen wir uns nichts vor: Kinder kosten Geld – auch wenn das niemand sagen will! Wer keine Kinder hat, ganz gleich ob gewollt oder nicht (und letzteres ist sicher ein zermürbendes Schicksal), spart dieses Geld. Ich frage mich daher, wer in unserem Land eigentlich der
Wir lamentieren darüber nicht, denn mit Hannah haben wir sehr viel mehr bekommen, als uns ein Staat je geben könnte. Nur draufzahlen wollen wir deshalb nicht und das tut man schon bei der Schwangerschaftsvorbereitung, für die man die Praxisgebühr bezahlen muss sobald man eine Frage hat… und das, obwohl es eine Vorsorgeuntersuchung ist!!!
GearschteBestrafte ist. Es ist schrecklich, dass ich das sagen muss, aber seit wir eine – zugegebenermaßen sehr kleine – Familie sind, merken wir an allen Ecken und Enden, wie wenig kinderfreundlich und somit zukunftsorientiert unser Staat und vor allem auch unser Volk ist.