Meine fünf Liebsten
Wir hatten ja schon mal die Frage nach den Top 10. Dabei ging es um die zehn liebsten Lieblingssongs, die man so hat. Das Stöckchen schleuderte wild durch die Gegend und förderte (wie ich finde) hochinteressante Ergebnisse zutage. Was mich aber mal interessieren würde: Was sind Eure fünf liebsten Lieblingsinterpreten, die Euch immer wieder begleiten und von denen Ihr blind ein neues Album kauft? Ich frage deshalb nur nach den ersten fünf, weil es meist ganz individuelle Gründe gibt, warum man musikalisch jemanden gut findet. Die will ich natürlich auch wissen!
Und damit man keine Romane schreiben muss: fünf und nicht zehn!
Natürlich will ich mich da nicht ausnehmen und fange gleich mal an…
1. Laith Al-Deen
Naja, was soll ich zu diesem Herren noch sagen?
Inzwischen ist wohl allen bekannt, dass ich zu ihm eine ganz besondere Verbindung pflege, die über die “normale musikalische Vorliebe” weit hinaus geht. Es ist nicht nur so, dass ich seinen offiziellen Fanclub leite und ihn in dieser Funktion persönlich kennenlernen durfte (und ihn daher auch menschlich sehr schätze), sondern ich über seine Musik auch wirklich lieben Menschen begegnete, die inzwischen zu sehr sehr wichtigen Freunden geworden sind. Aber vor allen Dingen ist und bleibt seine Musik einzigartig. Ich habe nach dem x-ten hören seiner Songs immer noch den Eindruck, dass die Klänge nicht über das Ohr in mich hinein klettern, sondern sich direkt in meine Adern pumpen… durch jede Pore, direkt ins Herz. Wen seine Musik anspricht und wer seinen Tiefgang wirklich versteht, der weiß genau, wovon ich spreche. Spätestens wenn man ihn live erlebt hat, weiß man, dass man es wirklich mit einem absoluten Ausnahmekünstler zu tun hat. Wenn Laith anfängt zu singen, schnürt es mir noch heute die Brust zusammen, die Haare stellen sich auf und ein wohliges Kribbeln läuft über meinen ganzen Körper. So viel Kraft und Volumen habe ich noch nie gehört. Ich bin felsenfest der Meinung, dass Laiths Musik und vor allem sein Können als Sänger in Deutschland und weltweit maßlos unterschätzt wird.
2. Simple Minds
Dass ich einen England-Fimmel habe ist auch kein wirkliches Geheimnis. Mit dieser Vorliebe verbindet sich eine enge Verbundenheit zu englischer und irischer Folk-Musik. Neben dem echten, klassischen Folk, so wie er bis heute in den Pubs der Insel dargeboten wird, gibt es einige Künstler, die den Flair dieser Stilrichtung aufgreifen und mehr oder weniger dominant in ihrer eigenen Musik einbauen. Die Simple Minds taten das zu der Zeit, als ich auf sie aufmerksam wurde. Im Wesentlichen war das eigentlich nur der allseits bekannte Song “Belfast child”, denn ansonsten haben die Schotten ihren ganz eigenen, unverkennbaren Stil. Oft werden sie mit U2 verglichen, aber wer beide Bands wirklich kennt, der merkt, wie oberflächlich dieser Vergleich ist. Beide sind echte Ausnahmebands und jede für sich sollte als Einzelnes betrachtet werden. Bis heute kaufe ich alles, wo “Simple Minds” draufsteht und auf jeder Tour bin ich mindestens einmal anzutreffen. Die “Minds” waren einst mein allererstes Liveerlebnis und als solches waren und sind sie etwas Besonderes. Nirgendwo anders habe ich das je erlebt, dass von der ersten bis zur letzten Sekunde eines Gigs die Stimmung stets kurz vor dem Überkochen ist. Die “Simple Minds” sind laut, sind spürbar, sind einfach nur heftig… und das ist ein einmaliges Erlebnis! Immer wieder!
3. Robbie Williams
Ja, ich geb’s zu: Ich konnte diesen arroganten Fatzke nicht leiden! Vor allem zu den Zeiten, als er noch bei “Take That” sein Unwesen trieb, widerte er mich einfach nur an. Selten habe ich mich in einem Musiker so getäuscht, wie in seinem Fall! Heute weiß ich, dass Robbie ein Genie ist, der nicht nur in Sachen Selbstdarstellung, sondern vor allem als Entertainer und Songwriter eine absolute Ausnahme ist. Selten habe ich solch runde Songs gehört, bei denen einfach alles passt. Kurioserweise habe ich ihn noch nie live erlebt, obwohl ich vor gar nicht allzu langer Zeit die Chance dazu gehabt hätte. Aber irgendwo hat auch dieses Vergnügen ein Loch, wenn die Kartenpreise jenseits von Gut und Böse liegen. Da bin ich inzwischen sehr viel pragmatischer als früher und bevorzuge dann schon auch mal kleinere Events.
Robbies Musik tut das für mich jedoch keinen Abbruch. Er ist genial und selbst wenn manche sich fragen: “Was hat er denn jetzt da gemacht?”, wie das hier und da bei seinem letzten Album der Fall war, muss ich immer wieder feststellen, dass man die Songs einfach eine Weile hören muss. Dann merkt man: Die sind geil! Dieser Mann ist nämlich stets seiner Zeit voraus und kreiert Musik, die es bis dato so noch nicht gab. Wer kann das schon von sich behaupten?
4. The Eagles
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, sind die Eagles in vielerlei Hinsicht das Maß aller Dinge. Als Gesamtpaket sind sie in meinen Augen das Rundeste und Beste, was die Musikbranche zu bieten hat. Ich habe noch nie eine Band erlebt, die so perfekt und lupenrein Musik macht! Zu diesem runden Bild gehört auch, dass sie Musikgeschichte geschrieben haben. Allein schon der Song “Hotel California” ist Kult! Und jeder der Kerle für sich genommen, hat eine einzigartige Solokarriere. Die beiden erfolgreichsten sind hier sicher Don Henley (“The boys of summer”, “The end of innocence”) und Glenn Frey (“The heat is on”, “You belong to the city”, “I’ve got mine” usw.). Die meisten kennen die Namen der Titel nicht, wenn man sie aber vorspielt hört man meist: “Ach, der ist das!” Don Henley wurde mal gefragt, wie es ist, immer wieder als musikalische Legende bezeichnet zu werden. Der (zugegebenermaßen als arrogant bekannte) Henley antwortete: “Es ist schon ein erhebendes Gefühl, wenn Du im Supermarkt vor den gefrorenen Hühnchen stehst und durch die Lautsprecher Deinen eigenen Song ‘Hotel California’ hörst.”
![]()
Arsch!![]()
5. Hubert von Goisern
“Koa Hiatamadl mog i net, hot koane dickn Wadl net…” Spätestens seit diesem Partykracher ist Hubert von Goisern in aller Munde. Dabei ist er alles andere als ein Kommerzmensch! Eigentlich Hubert Achleitner aus Bad Goisern im österreichischen Salzkammergut ist nichts anderes als ein experimentierfreudiger Musiker, der mit seiner verrückten Mischung aus Volks- und Rockmusik mehr oder weniger zufällig den Nerv einer breiten Masse traf. Dabei kamen wirkliche Kostbarkeiten zum Vorschein: “Heast as nit” oder “Weit, weit weg” sind meine absoluten Lieblingslieder, wenn auch die ruhigsten Vertreter ihrer Art. Bis heute tüftelt der Weltenbummler weiter und weiter, machte Abstecher nach Tibet und ließ die dortige Musik auf seinen ganz eigenen Stil einwirken, tourte auf einem Schiff als Bühne an den Stegen dieser Welt entlang und ist in dieser Form noch bis weit ins Jahr 2009 hinein unterwegs. Er ist ganz zweifellos ein absolut außergewöhnlicher Musiker und Mensch, dessen Musik mich immer wieder aufs Neue fasziniert und bewegt.
So, und das Ganze jage ich nun weiter in Richtung Sternle.
Übrigens: Niemand, den dieses Stöckchen trifft, muss solche Romane schreiben wie ich. Aber wenn’s um Musik geht, bin ich nicht mehr zu halten.
Ich hätte hier auch locker zwanzwig “Lieblinge” aufzählen können…
Ich habe mich daher auf meine absoluten Lieblings-Lieblinge beschränkt.






Keine Kommentare
Trackbacks/Pingbacks