Gottes Werk und Teufels Beitrag
Eigentlich kenne ich den Film “Gottes Werk und Teufels Beitrag” schon seit vielen Jahren. Ich bin damals “einfach so” ins Kino gegangen und habe mich für diesen Streifen entschieden, weil nichts anderes lief, was mich angesprochen hätte. In all der Zeit hat mich der Film irgendwie immer begleitet. Doch heute erst bin ich durch diesen Bericht wieder “so richtig” und bewußt darauf aufmerksam geworden.
Die USA in den 30er Jahren sind der Schauplatz der Geschichte. Der warmherzige Dr. Wilbur Larch (gespielt vom genialen Michael Caine) leitet in St. Cloud’s ein Waisenhaus. Zu dem Waisenkind Homer Wells (Tobey Maguire) entwickelt der kinderlose Arzt allmählich eine tiefgehende und rührende Vater-Sohn-Beziehung. Larch bringt ihm alles Wissenswerte über die Medizin bei. Doch die ausgeprägte Persönlichkeit des Arztes stellt hohe Ansprüche an den Jungen. So kommt es, dass Homer ein erstklassiger Mediziner wird, ohne je studiert oder promoviert zu haben. Da Dr. Larch aus Gutherzigkeit auch Abtreibungen für in Not geratene Frauen durchführt, die zu jener Zeit schwer verpöhnt und streng verboten sind, erlernt Homer auch dieses “Handwerk”. So scheint jeder seinen Platz gefunden zu haben und alles scheint geregelt und harmonisch… Bis der junge Soldat Wally (Paul Rudd) und seine schöne Freundin Candy (Charlize Theron) auftauchen und wie viele andere um Dr. Larchs Hilfe bitten. Für Homer ein Wendepunkt, der ihn dazu bringt fortzugehen, um die Bahnen seines Lebens selbst zu bestimmen.
Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel: Als Vorlage diente John Irvings Roman “Gottes Werk und Teufels Beitrag”, der an sich schon zweifellos ein Meisterwerk ist. Die abenteuerliche und außergewöhnliche Reise von Homer Wells, einem Jungen, der seine Heimat (das Waisenhaus St. Clouds) verlässt, um die Welt kennenzulernen, reißt einfach mit. Doch bei allem Respekt für den Roman und dessen Prämisse über die Thematik “Abtreibung”, dieser Film ist viel gefühlvoller, schlichtweg bezaubernd. Er konzentriert sich mehr auf die Beziehung Homers zu seinem Ziehvater Dr. Larch und vor allem auf Homers Erfahrungen über die Regeln des Lebens und der Liebe! Seine konsequente und aufopferungsvolle Entscheidung am Ende seiner Reise weicht vollkommen vom Roman ab, dabei ist gerade sie das absolut Geniale an dieser Geschichte. Obwohl Homer zunächst sehr unerfahren scheint, so kann man letztlich doch von diesem Menschen und seiner Reise sehr viel lernen… über das Glück des Loslassens!
Alles passt für mich zusammen! Die Darsteller sind großartig: Tobey Maguire und der besagte Paul Rudd sind für mich die jungen Männer aus dem Buch, Michael Caine ist einfach Dr. Larch und vor allem Charlize Theron ist die absolut passende Candy – keine andere hätte es werden können. Diese Rolle brachte mich dazu, eine gewisse Vorliebe für sie zu entwickeln. Die Bilder sind großartig gewählt, die Musik ist gefühlvoll und berührt. Der Film ist in sich perfekt! Selten habe ich eine Geschichte erlebt, die mich mehr mitgenommen und aufgewühlt hat. Man darf freilich keinen oberflächlichen Schnulzen-Stoff erwarten. Dafür hat der Film viel zuviel Tiefgang! Man muss zwischen den Zeilen lesen, dann bekommt man auch Antworten und Hinweise auf das eigene Leben. Das habe ich so noch bei keinem anderen Film erlebt. Mag sein, dass es damit zusammenhängt, dass ich damals kurz vor der Jahrtausendwende eine sehr mitreißende Zeit großer Veränderungen durchlebte und besonders feine Antennen für derartige Stoffe hatte. Aber auch heute noch berührt mich Homer und seine Geschichte zutiefst. Dieser Film endet noch lange nicht mit seinem Abspann… zumindest nicht bei mir!
Ich kann Euch diesen Film nur ans Herz legen und hoffe, dass er die selben Emotionen auslöst, wie bei mir. Nicht zuletzt ist das ohne Übertreibung mein absoluter Lieblingsfilm!
Viel Spaß!
2 Kommentare
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- Vollmer-Blog » Blog Archiv » Top 5 VIPs - [...] es ist, aber irgendetwas Besonderes hat sie. Vermutlich hängt es sehr eng mit meiner Vorliebe für diesen Film zusammen. ...






Klingt gut! Ich bin sehr gespannt und werd mal demnächst in meiner Videothek Ausschau halten ;-)
Schön, dass Du auch mal auf Filme kommst!
Du weißt ja, diesen “Streifen” habe ich Dir in dieser Zeit Deines “Umbruchs” zu verdanken und darüber bin ich sehr froh!
Ich finde es sehr lustig, ich habe ihn nämlich vor Kurzem wieder mal angeschaut und weiterempfohlen!!
Ich stimme Dir in allen Punkten zu und die Besetzung und Umsetzung ist fabelhaft! Selbst Ben Affleck ist darin für mich zu ertragen, welcher nicht wirklich zu meinen Lieblingsschauspielern gehört. Allerdings hat mich Tobey Mcguire dabei wirklich überzeugt und von Michael Caine brauchen wir sowieso nicht sprechen! Solche Themen mit so viel Würde und Verständnis zu behandeln (sei es Abtreibung, das Waisenhaus, das Leben oder die Liebe, Verantwortung zu übernehmen, oder los zu lassen) ist doch etwas, was nicht immer gelingt! Ich glaube, dass dieser Film immer einer meiner Schönsten bleiben wird, den man in manchen Lebenslagen immer mal wieder anschauen sollte!