Wohin denn nun?
Dass es in einer Demokratie niemals nur eine Meinung geben kann ist gut so. Dass die große Koalition dauernd zerstritten ist, das sind wir ja langsam auch alle gewöhnt. Aber dass nun schon, wie man hier lesen kann, die SPD beginnt auseinander zu bröseln, das ist in diesem Ausmaß neu. Da wettert ein Peer Steinbrück, seines Zeichens Finanzminister, über den eigenen Genossen namens Kurt Beck. Ja, er maßregelt ihn sogar! Es geht um die zugegeben zwielichtige Haltung den Linken gegenüber. Sind sie nun so böse und schlecht, wie es die Mitte der Partei schon seit langem propagiert oder wären sie vielleicht doch ein möglicher Partner für die SPD, wie es die Linken (allen voran Andrea Nahles) aus dem eigenen Lager mehr und mehr verlauten lassen? Ich denke, die Antwort ist ganz einfach: Das eine Lager fühlt sich nach wie vor von einem Oskar Lafontaine verletzt. Daher bleibt dieser das Feindbild Nummer eins! Das andere Lager hingegen bemerkt eine gewisse Umorientierung der Wählerschaft. Immer weniger scheint die SPD aus eigener Kraft im Stande, Mehrheiten zu erringen. Also muss man sich neue Partner suchen!
Dieses merkwürdige Schauspiel zeigt die ganze Misere unseres politischen Systems. Wie kann man solchen Größen noch vertrauen, wenn sie keine grundlegende Überzeugung mehr an den Tag legen? Ich sehe ja ein, dass man seine Meinung auch mal ändern kann. Aber nicht immer und zu jedem Thema um ganze 180 Grad! Der sehr bittere Beigeschmack an der Sache: Die Kritik an Kurt Beck hielt sich bisher gut versteckt. Ausgerechnet jetzt, wo der Ärmste mit einer schweren Grippe im Bett liegt und sich medial nicht wehren kann, wird losgewettert. Vermutlich erhofft man sich so, keine oder zumindest wenig Gegenwehr zu bekommen. Das ist unanständig und perfide!
Mehr und mehr komme ich vor mir selbst wirklich in Erklärungsnöte und frage mich, wo man denn noch sein bescheidenes Kreuzchen mit ruhigen Gewissen setzen kann… :???:








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