Mutterinstinkt
Es gibt Dinge, die man rational nicht erklären oder begründen kann. Eine solche Sache ist der Instinkt einer Mutter, von dem jeder Vater nur träumen kann!
Heute Nacht habe ich wieder einmal so ein bewundernswertes Beispiel erlebt: Katrin wacht um kurz vor zwei Uhr “einfach so” auf. Das habe ich wohl bemerkt, aber ich dachte mir nichts weiter dabei. Ich ging davon aus, dass sie nur mal eben kurz “was zu erledigen” hätte. Aber sie lief auf direktem Wege in Hannahs Zimmer und kam eine ganze Weile nicht mehr. Ich wollte gerade zu den beiden und nachgucken, als sie zurückkam und meinte, dass die kleine Maus wohl Fieber hätte. Ich solle mal gucken. Was soll ich sagen? Hannah glühte und eine Messung am Ohr ergab eine Temperatur von 40°C! Wir gaben ihr ein Zäpfchen und weil sie dann gegen später noch alles vollkotzte spuckte und aufgrund des Fiebers natürlich sehr schlapp war, brachte sie Katrin ins elterliche Bett, während ich auf unseren “Notschlafplatz” auswich. So weckte ich die beiden nicht durch mein Aufstehen und sie konnten wenigstens noch ein kleines bisschen länger schlafen.
Für mich ist sowas eines der beeindruckensten Dinge, die ich je erlebt habe. Woher wusste Katrin, dass Hannah Fieber hatte? Bis zu diesem Zeitpunkt gab Hannah keinen Laut von sich. Sie war auch am Abend zuvor so wie immer! Gut, sie war extrem müde, aber das hätte auch am ereignisreichen Tag liegen können. Ich finde das faszinierend! Darum bin ich auch der Meinung, dass jede Mama für ihr Kind “die beste Mama” ist. Es gibt da einfach einen Draht, den ein Vater so nie haben kann. Vermutlich ist es die einstige körperliche Verbindung, die das gewisse Etwas ausmacht. Ich bin froh, dass wir zwei “die Mama” haben.








micha, du schreibst immer so schön, wenn es um deine frauen geht :smile:
aber ich kenne dass, was du beschreibst auch. und mein mann hat schon mehr als
ein mal gefragt: “woher hast du das jetzt gewusst?”
hmm, das ist eben einfach so und ich kann dieses gefühl auch nicht beschreiben, dass mich
in solchen situationen lenkt.
Das ist aber eine wirklich schöne Liebeserklärung! Schöner, als es jeder Blumenstrauß jemals sein könnte!!!
*Taschentuchraushol*
Aber ja, die Nabelschnur wird wohl nie ganz durchtrennt. Ist schon seltsam. Während mein Männe seelenruhig weiterschläft, werde ich schon wach, bevor sich der kleine Mann wenige Minuten tatsächlich meldet.
Hoffe, Hannah geht es schon wieder besser. Sonst wünsche ich gute Besserung.
Das klingt jetzt vielleicht blöd und theatralisch, aber das war auch der Grund dafür, dass Katrin zusammen mit mir die Nabelschnur durchtrennt hat. Wir beide wollten Hannah in ihr eigenes, unabhängiges Leben “entlassen”. Hätte ich als Papa allein durchgeschnitten…
Naja, das hätte sich dann vielleicht so angefühlt, wie wenn ich die beiden voneinander getrennt hätte. Da bin ich einfach ein Gefühlsdusel…
Heute weiß ich, dass es nicht allein auf diesen “Akt” ankommt. Die Abtrennung und das Wiederkommen laufen ab der Geburt unaufhaltsam ab – immer wieder, ganz gleich wer wen wann wie (ab-)trennt. :smile:
Hannah hat heute Nacht nochmal ordentlich gefiebert. Katrin hat ja gestern noch ärztlichen Rat eingeholt und deshalb waren wir relativ beruhigt. Trotzdem fühlt man sich so hilflos und wir können Christina, Jan und natürlich Leander noch sehr viel mehr verstehen. Eine Krankheit am eigenen Leib KANN niemals so belastend und schlimm sein, wie die des eigenen Kindes. Es ist eine Qual! … erst recht, wenn es so furchtbar ist, dass man mit dem kleinen Tropf ins Krankenhaus muss und ihn dann auch noch dort lassen muss!
Ich hoffe, uns bleibt das erspart. Heute morgen war das Fieber etwas niedriger. Sonst fehlt ihr nichts, weswegen wir (inklusive Arzt) wieder einmal auf einen neuen Zahn tippen. Im Mund sieht alles danach aus – vor allem auch, weils die letzten Male fast genau gleich ablief: Fieber, Schnupfen, Zahn, alles wieder gut!