Wahlkampf-Kampf
Seit gefühlten zwanzig Jahren kämpfen nun schon Hillary Clinton und Barrack Obama um… ja, um die Präsidentschaftskandidatur und eben nicht um das eigentliche Präsidentenamt. Da fragt sich der gelangweilte Politikinteressierte hier im fernen Deutschland, welcher Kampf nun eigentlich der anstrengendere und vor allem wichtigere ist: Der Vorwahlkampf oder der eigentliche Wahlkampf? Wohlgemerkt: Hillary und Barrack gehen für dieselbe Partei ins Rennen! Wie man sich schon vorab so derart selbst zerfleischen und somit politisch beschädigen kann ist mir ein Rätsel. Wie die jüngsten Umfragen zeigen, geht inzwischen auch den Amerikanern selbst dieser Kampf im Wahlkampf ordentlich auf die Nüsse auf die Nerven. Deshalb strafen sie sowohl Hillary, als auch Obama in der Wählergunst ab. Der lachende Dritte könnte dann beider Konkurrent John McCain sein. Zumindest steigen seine Werte in den Umfragen.
Dass die Amerikaner einen Faible für ihre ehrwürdigen Nationalhelden haben, wie es McCain als altgedienter Soldat einer ist, könnte dazu beitragen, dass er, wenn es ernst wird, an Hillary oder Obama (das dürfte dann egal sein) locker vorbeizieht und die USA samt der ganzen Welt wieder einen republikanischen Präsidenten ertragen müssen bekommen. Ob das nach den beiden Amtszeiten eines George W. Bush der richtige Weg ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Jedenfalls bin ich froh, dass ein derartiges parteiinternes Gerangel in Deutschland so undenkbar ist. Ich stelle mir gerade vor, wie Angela Merkel und beispielsweise Christian Wulff monatelang durch die Bundesländer ziehen, um innerhalb der CDU die Kanzlerkandidatur zu entscheiden. Undenkbar! … und zum Glück unmöglich! Dass die US-Amerikaner aber da ein anderes Verständnis von demokratischen Wahlen haben (was ganz klar historisch bedingt ist), zeigt das Wahlergebnis aus dem Jahre 2000. Mit 48,4% der Stimmen errang damals Al Gore im Gegensatz zu George W. Bush mit 47,9% die Mehrheit… und wurde trotzdem nicht Präsident der Vereinigten Staaten. Wie würde wohl die Welt heute, acht Jahre danach, aussehen, wenn diese Entscheidung anders ausgefallen wäre?
However… Hoffen wir, dass der “Kampf der Demokraten” nicht nach hinten losgeht und wir trotz allem endlich einen deutlichen Politikwechsel in den USA erleben.






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