Schildparolen
Auf meinem werktäglichen Weg zur Arbeit fahre ich durch eine Ortschaft, die zugegebenermaßen im Pendlerverkehr mehr und mehr ertrinkt. Da ist es nur mehr als verständlich, dass sich die Anwohner schon seit Jahren gegen diese Belastung wehren. Hierzu haben sie eine Initiative gegründet, die zunächst natürlich für eine Verkehrsentlastung, aber gleichzeitig auch so ziemlich gegen jede realisierbare Lösung dieses Problems sind. Die Nord- und Südumgehung sind genauso verpöhnt wie die “kleine Umgehung”. Lange Rede kurzer Sinn: Am liebsten würden sie die Straße unterm Ort durch verlegen. Das ist kein Witz! Ein Tunnel soll die Abhilfe schaffen! Wer das bezahlen soll und ob das technisch “einfach so” machbar ist… egal! Weil sie mit dieser Idee (allein aus finanziellen Gründen9 natürlich in all der Zeit noch nicht sehr weit gekommen sind, steigt der Frust fast täglich. Dieser findet in hochinteressanten und nahezu schon poetischen Schildern seinen Ausdruck, die am Straßenrand prangern: “Lärm und Gestank machen uns krank!” Das ist nur eines von unzähligen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich kann den Unmut ja verstehen, denn Lärm ist wirklich keine lustige Sache. Dass aber die besagte Ortschaft überhaupt erst aufgrund des Durchgangsverkehrs entstanden ist (denn früher standen dort wirklich nur ein paar Häuser direkt an der Landstraße), das interessiert heute keinen mehr. Die Vorteile des Hinzugs an diesen Ort hat man gern in Kauf genommen, nun sollen aber alle daraus resultierenden Nachteile bitteschön alle anderen mittragen.
Vielleicht ist es nur einfach “in”, seiner Meinung freien Lauf zu lassen und sie jedem aufzudrängen? Deshalb malen wir derzeit individuelle Schilder, die wir rund ums Haus aufstellen werden. Herr Knolle könnte folgende Parole interesant finden: “Gezeter und auch Motzerei, sind uns völlig einerlei.” Oder wie wär’s mit: “Ja, wer sich selbst nicht leiden will, der halte schön die Füße still!” Und die starke Raucherin unter uns, wird sich hier wiederfinden müssen: “Lautes Husten und Gekotze, provoziert unser Gemotze!” An das junge Pärchen über uns könnten wir folgende Worte richten: “Wer lauthals seiner Liebe fröhnt, der wird von uns nur noch verpöhnt!” oder “Lautes Stöhnen stört uns sehr. Wir fordern weniger Verkehr!”






also ich kann dir gerne mal unser bett für einen nacht anbieten. dann weisst du das ab 4 uhr morgens die nachtruhe weitgehenst vorbei ist. und unsere umgehung (wer auch immer die kosten dafür tragen muss) ist seit über 20 jahren in der planung. und wer sich wert das sind hier die grünen die gegen die abholzung eines streifens wald sind. hier fahren 1000 autos in einer stunde durch inklusive LKW.
auch wenn wir gewusst haben das es laut wird so finde ich es mehr als rechtens sich auch darüber zu beschweren. hier hängen auch immer mehr “schilder” dagegen rum. ich weiss nicht, was daran schlecht sein soll.
Siehste drea, das war ein Grund, warum wir uns für die Alb als Wohnort entschieden haben. Deshalb wird man zwar hier und da belächelt, aber dafür haben wir unsere Ruhe – wie Ihr selbst bei Eurer Übernachtung hier gehört habt.
Wie gesagt: Ich ärger mich ja nicht über die Schilder! Ich frag mich nur, was sie bringen sollen, denn ich habe keine Wahl, wenn ich zur Arbeit kommen will! Die Pendler können keine neuen Straßen bauen, sie nutzen diese nur. Da wird immer mehr Flexibilität gefordert und auf der anderen Seite sind die Autofahrer dann wieder die Bösen. Die Damen und Herren Stadtplaner sollten hier mal Farbe bekennen, aber wenn entschieden wird, dass keine Autos mehr in Innenstädte dürfen, dann regen sich die Einzelhändler und Einkäufer wieder auf!
aber ein wahl nicht auf dem “land” zu wohnen ist doch noch lange kein freifahrtschein für “extremsten” autoverkehr. würdest du in der stadt wohnen müsstest du dort nicht langfahren. :razz: wie mans dreht und wendet … ich finde es trotzdem richtig seinem UNMUT luft zu machen.
In unserem Fall heißt auf dem Land wohnen: Auf dem Weg zur Arbeit fahr ich durch weniger Ortschaften als früher. Da wohnte ich noch in Tübingen oder Rottenburg (also in der Stadt).
Naja, ist ja auch Wurscht! Nein, ist es nicht!
Ich wollte damit nur sagen, dass ich nichts gegen den Unmut habe – den kann ich ja verstehen! Nur sind die Schilder – mit Verlaub – sinnlos und sinnfrei… denn was sollen sie bewirken?
Hier wird das ähnlich gesehen… Köstlich!