Automatisierte Verschwendung
In dem Bürogebäude, in dem ich hier tag-täglich sitze, ist vieles vollautomatisiert. Die Zugangskontrolle funktioniert über einen Chip, den man an einen Sensor halten muss, um die Tür zu öffnen. Das Licht geht abends und zur Mittagspause automatisch aus – egal, ob man gerade in einem Buch blättert oder jemandem am Telefon aus einem Schreiben zitiert… Schwupps! Da sitzt man im Dunkeln. Der Oberklopper sind aber die Jalousien. Diese sollen bei Sonnenschein automatisch runter- und bei Sturm oder Unwetter automatisch hochfahren. Leider scheinen die Sensoren hierfür nicht so wirklich zuverlässige Werte zu liefern, denn immer wenn die Sonne zwischen den Wolken hervorlugt, hofft man vergebens auf die schützenden Lamellen. Versteckt sie sich dann wieder, fährt das Ding in schöner Regelmäßigkeit herunter und man sitzt im Dunkeln. Als Grund für dieses Vorgehen wird der Einspareffekt genannt. Welcher das sein soll, ist mir schleierhaft. Mehr als die Hälfte aller Büros lassen die Jalousie wieder hoch, nachdem sie automatisch runtergefahren ist. Das heißt, die Leute stehen auf, gehen zum Schalter und warten, bis alles wieder oben und hell ist. Mal abgesehen von der Stromverschwendung: Die Teile fahren total umsonst herunter und meist durch Menschenhand gleich wieder hoch.
Naja, zum Glück gibt’s andere Dinge, die wichtiger und noch ärgerlicher sind!






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