Freiheit für Tibet
Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen beim Fackellauf zur diesjährigen Olympiade in China. Menschenrechtsaktivisten hissen Banner oder stören den Fackelzug durch massive Proteste und Demonstrationen. Immer wieder liest oder hört man die gleiche Parole: “BEFREIT TIBET” oder “EINE WELT. EIN TRAUM”. Hintergrund dieser Proteste ist der Umgang der chinesischen Regierung mit Tibet. Bereits im Oktober 1950 beanspruchte China die Herrschaft über Tibet und hat dieses Land mit Gewalt unterdrückt. Schon damals blieb ein anschließender Appell gegen dieses Vorgehen an die Vereinten Nationen erfolglos. Der Dalai Lama musste schließlich 1951 aus Tibet fliehen und lebt seither im indischen Exil. Dies ist nur ein ganz kurzer Umriss der Zustände in Tibet. Und tagtäglich, so scheint es, spitzt sich die Situation zu: Tibetanische Mönche werden vom chinesischen Militär aus ihren Klöstern vertrieben, verhaftet und im schlimmsten Fall getötet. Es kommt immer wieder zu Ausschreitungen und Kämpfen.
Man kann zu China stehen wie man will, aber ausgerechnet in diesem Land, in dieser momentan sehr prekären Lage sollen die Olympischen Spiele dieses Jahr stattfinden. Die Welt protestiert gegen diese gewaltsame Unterdrückung Chinas und die Regierungschefs von Europa und den USA schauen tatenlos zu. Es scheint als würde es keinen interessieren! Im Gegenteil: unsere „unfähige“ Bundeskanzlerin, von der ich bisher noch keinerlei Stellungnahme zu irgendeiner politischen, sei es innerpolitisch oder außenpolitisch, Lage gehört habe, hat sich höchstpersönlich zu den Eröffnungsspielen nach China eingeladen. Das finde ich so bedauerlich, dass es mich stinkwütend macht! Ist es denn nicht möglich, wenigsten EINMAL klar Stellung zu beziehen und zu zeigen das man nicht damit einverstanden ist, dass ein Volk – eine Kultur – ausgerottet wird?! Mir ist schon klar, dass dies politische Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Aber immer gleich den Schwanz einzuziehen ist auch keine Lösung. Selbst unsere Sportler, für die Olympia sicherlich ein Höhepunkt in ihrer Karriere ist, lässt man im Regen stehen. Keine Stellungnahme der Bundesregierung. Es heißt vom deutschen Sportbund nur lapidar: es ist den Sportlern erlaubt ihre Meinung zu äußern! Toll!!
Ich jedenfalls ziehe den Hut vor allen, die protestieren. Sie zeigen Rückgrat und kämpfen für ihre Überzeugung und für ein FREIES TIBET!








Man hört ja die letzten Tage oft das Argument, dass der Sport nichts mit Politik zu tun hätte. Dazu fallen mir nur die Worte eines Mannes ein, der heute zu recht von nahezu jedem sehr hoch angesehen ist. Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt äußerte damals, als die Russen in Afghanistan ihr Unwesen trieben, während einer Bundestagssitzung, dass die Olympiade und die Politik nicht getrennt voneinander betrachtet werden könnten. Die Sportveranstaltung fände auf dieser Welt und in einem Land statt, das völkerrechtswidrig agiere. Jede Teilnahme wäre eine indirekte Unterstützung oder zumindest eine Tolerierung dieser Vorgehensweise und sei politisch nicht zu rechtfertigen. So eine Stellungnahme habe ich schon seit Jahren nicht mehr vernommen. Da bezieht jemand klipp und klar eine Position und eiert nicht nicht, wie unsere Bundesmerkel, durch die Gegend. Ich würde ja sogar akzeptieren, wenn sie klar sagen würde: “Nein, ich halte die momentanen Probleme nicht für gewichtig genug, als dass…” Aber nein! Sie erbat sich Bedenkzeit wegen der Teilnahme an der Eröffnungsfeier, nur um dann sinngemäß zu sagen: “Jo, ich fahr mal hin… Aber das hat mit der chinesischen Politik freilich nichts zu tun.” Auf Wiederhören!