Herr Knolle: Pfingstbesuch

Die Einleitung zum vergangenen Pfingstwochenende war alles andere als gelungen. Dementsprechend “fröhlich” verliefen dann auch die beiden Feiertage. Aber ich will hier und jetzt nicht näher darauf eingehen… Es gibt Dinge, über die man besser nicht mehr spricht. :???:

Allerdings gibt es andere Dinge, die man durchaus erwähnen sollte. Gerade auch dann, wenn sie höchst amüsant und aufschlussreich sind. Unser lieber Herr Nachbar (wir nennen ihn hier ja nur Herr Knolle) bekam an eben jenem verhängnisvollen Samstag vor Pfingsten Besuch! Ja, man glaubt es kaum: Dieser Herr hat offenbar nicht nur selbst Kinder (sogar zwei Stück an der Zahl! :eek: ), sondern auch noch Enkel! :neutral: Einer dieser Enkel, ein Mädchen etwa in Hannahs Alter, trudelte also mit der Mama ein – mit einem Kinderklappbett und Kissen unter den Armen. Über die Pfingstfeiertage beehrten sie das Haus mit ihrer Anwesenheit. Soweit, so gut… und eigentlich auch nicht weiter erwähnenswert. Ja, wäre da nicht die eine oder andere Anekdote zu erzählen, die während dieses Kurzurlaubs bei Opa Knolle vorgefallen ist. So vernahmen wir einmal nachmittags, mitten in Herr Knolles wichtiger Mittagsruhe, ein lautes Klappern. Uns war sofort klar: Das stammt von einem spielenden Kind. Also ignorierten wir das kurzerhand. Erst später stellte sich heraus, dass Herr Knolles Enkelchen laut vernehmlich mit den Briefkastendeckeln klapperte. Interessant! :mrgreen: Bewegt die verhältnismäßig ruhige und artige Hannah ihren kleinen Minifinger außerhalb der Mittagsruhe auch nur ansatzweise in Richtung “Gemeinschaftseigentum”, wird sie von nahezu tödlichen Knolle-Blicken getroffen. Gut, aber Hannah ist ja auch unser Kind! Das sind Unterschiede wie Welten… nein, Universümer! :twisted: Oder als ich rückwärts aus der Garage fahren wollte, sprang deren Kleine mehrmals hinter meinem Auto rum. Natürlich bremste ich und wartete in Ruhe und mit einem Lächeln ab, bis das Kind aus der Gefahrenzone war. Wer Kinder hat, der weiß, dass sowas einfach mal passieren kann. Umso interessanter, dass im umgekehrten Fall ein Herr Knolle, Hannah beinahe über den Haufen fährt. Die olle Göre kann ja auch woanders spielen! :evil:

Nach solchen Erfahrungen, wird einem klar, dass Herr Knolle nicht zu jenen Nachbarn zählen, die uns nach dem Umzug fehlen werden. Oder vielleicht doch? :?: Wie wir jetzt erfahren haben, ist der liebe Nachbar gleich am Dienstag nach Pfingsten in eine mehrwöchige Kur geflohen. Das ist insofern delikat, weil bei seiner Frau vor vielen Monaten Krebs diagnostiziert wurde. Offenbar scheint sie diese Krankheit inzwischen gut im Griff oder sogar besiegt zu haben. Trotzdem fährt er allein in Kur und lässt sie zu Hause sitzen. Seither gehen im Hause Knolle Dinge vor, die es zuvor nie gab: Fenster sind stundenlang geöffnet, die Rolläden sind meist hochgezogen und nicht ständig bis zum Anschlag unten und eine vergnügte Frau Knolle putzt und kocht den lieben langen Tag mit einem freudigen Lächeln auf den Lippen. :roll: Mit etwas Glück Wenn wir richtig rechnen, dann werden wir Herr Knolle wohl nicht mehr sehen, bevor wir ausziehen. Immerhin geht eine Kur gleich mal drei Wochen… Bis dahin sind wir weg! :twisted:

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