“Breakout sessions” und “Wrap ups”
Ich mein, es ist ja nichts Neues, dass sich die IT-Branche sicher mehr als die meisten anderen cool klingender Anglizismen bedient, um denkbar einfache Dinge zu beschreiben. Bei einem “Memory overflow” läuft ganz einfach die Kiste über und ein “Blue screen” ist nichts anderes, als eine gefürchtete, blaue Fehlermeldung. Was aber auf solchen “Kick off”-Veranstaltungen großer IT-Anbieter geboten wird, das ist schon sehr abenteuerlich. Ich hatte gestern das Vergnügen in München einer solchen beizuwohnen und musste mich danach erst mal wieder aklimatisieren. Ja, ich war in München! Das liegt (auch wenn da viele anderer Meinung sind) in Deutschland! Trotzdem gab es dort “Breakout sessions”, “Wrap ups”, eine “Keynote” und inzwischen altbekannte “Workshops”. Während der Präsentationen der dort angebotenen Software war der Gebrauch von englischen Begriffen noch krasser. Es liegt der Verdacht nahe, dass da insgeheim ein Wettbewerb lief – nämlich wer in einen Satz mehr Anglizismen einbauen kann.
Und so ganz nebenbei lernt man, wie man als IT-ler “hip” rüberkommt: Pflicht ist ein cooler Designerrucksack, der (natürlich) ein Laptopfach hat. Trotzdem sollte man im Nadelstreifenanzug und Krawatte auftauchen. Das gilt auch dann, wenn man eigentlich ein “Keller-Admin” ist, also mit langen Haaren und Hundert-Tage-Bart rumrennt. Ein Handheld ist ebenso Pflicht, wie das mit dem Firmenlogo verzierte Namensschlid, das (natürlich!) an einem Laneyard um den Hals hängt.
Zum Glück muss ich nicht allzu oft als “Business man” durch die Gegend reisen.
Aber wenigstens waren die ein oder anderen Infos, vor allem aber die “anderweitigen” und weniger sachbezogenen Einblicke, hochinteressant!






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