Vorab-Rezensionen

Ich denke, viele von Euch haben schon mal bei Amazon.de eingekauft oder zumindest den Onlineshop besucht. Dort findet man, je nach Popularität eines Artikels, mehr oder weniger Rezensionen, die einem die Kaufentscheidung erleichtern sollen. Das ist freilich nicht immer so einfach und schön, wie es klingt, denn nicht jeder, der dort seinen Senf zum Besten gibt, hat genügend Ahnung und Kompetenz, den Artikel möglichst objektiv zu bewerten. Das bringt diese Art des Einkaufens aber mit sich und mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, wer einen Käse schreibt und wer wirklich kompetent zu sein scheint.

Was mich aber grundsätzlich immer maßlos aufregt, sind sogenannte Vorab-Rezensionen. Amazon stellt ja Artikel schon dann in den Produktkatalog ein, wenn sie noch gar nicht offiziell erschienen sind. So hat man die komfortable Möglichkeit, das begehrte Stück vorab zu bestellen und dann (meist) pünktlich zum Erscheinungstermin geliefert zu bekommen – ohne weiteres Zutun. Mit dem Einstellen des Artikels ist auch die Rezensionsfunktion “scharf geschalten”. Eigentlich widersinnig, denn wie soll man etwas bewerten, was noch keiner kennen kann?! So ein Paradebeispiel ist das neue Album von DSDS-Vize Fady Maalouf namens “Blessed”. Erscheinen wird die CD erst am 25. Juli. Rezensiert haben aber schon 54 Leute! In Worten: Vierundfünfzig!!! Ich frage mich ernsthaft, woher diese Leute wissen wollen, wie gut oder schlecht das Werk letztlich ist. Klar, es muss wohl irgendwo schon Songschnipsel zu hören geben. Aber die ersten Rezensionen schwärmen noch von der Person Fady selbst und behandeln nicht im geringsten das musikalische Schaffen und somit das Produkt. Es ist ja löblich, wenn jemand eine große Fangemeinde hat oder von etwas von Grund auf überzeugt ist. Aber derartige Vorab-Rezensionen verfälschen später das Bild bei der objektiven Kaufentscheidung. Sorry, ich reg mich da einfach drüber auf! :mad: Zum Glück sehen das andere ganz genauso.