Buchtipp: “Die Henkerstochter” von Oliver Pötzsch

An dieser Stelle muss ich einfach ein Lob loswerden über dieses grandiose Buch, ein Erstlingswerk von Oliver Pötzsch: “Die Henkerstochter” heißt es und ist so super spannend und unterhaltsam geschrieben, dass ich es in nicht mal 2 Tagen gelesen habe. Ein absolutes “must” für alle Fans des historischen Romans. Das Buch besticht durch fundiertes Hintergrundwissen (“der Henker” ist ein Urahn des Autors) gepaart mit einer spannenden, nie langweiligen, schlüssigen Geschichte und ich kann diesen Schmöker nur jedem wärmstens ans Herz legen. Sowas Tolles habe ich schon lange nicht mehr gelesen!! Ich schwärme jetzt noch und hoffe sehr auf mehr von Oliver Pötzsch!

“Einem Kindermörder auf der Spur – der Henker ermittelt”
Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.

Der Autor, Oliver Pötzsch ist Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung quer. Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren. Oliver Pötzsch lebt in München.

Orientierungslos

Samstagmorgen, mitten in Engstingen auf der Schwäbischen Alb, im Vorraum einer Bank, am Geldautomat. Ich stelle mich mit Hannah an, um Geld abzuheben. Vor uns zwei sehr junge Damen. Eine von ihnen versucht mit ihrem Autoschlüssel zu spielen, während sie Geld aus dem Automaten bekommen will. Die andere steht hinter ihr und schaut verwirrt von ihrer Freundin zum Fenster und vom Fenster zu ihrer Freundin:

“Wie heißt die Ortschaft hier? Honau?”

Die mit Autschlüssel: “Nö, ich glaub nicht, oder?”

Die Begleitung: “Doch, das müsste Honau sein!”

Daraufhin mische ich mich ein: “Nein, das hier ist Engstingen!”

Beide Mädels: “Aha!” :neutral:

Ich denke bei mir: “Ja ne, is klar!”

Das Geld schnappt aus dem Ausgabeschlitz und beide verlassen wortlos und fluchtartig den Raum. Mein Blick aus dem Fenster offenbart Unglaubliches: Die beiden steigen ins Auto mit einem Nummernschild vom Landkreis hier. Das heißt: Die sind von hier! :eek: Tut mir leid, aber wie kann es sein, dass man nicht mal seine Heimat kennt? Und dem Dialekt nach waren das keine Zugezogenen. Da bin ich noch eher zugezogen, denn meine Heimat liegt rund 40 Kilometer von Engstingen entfernt! :roll: Naja…