Gestöhne aus Mannheim

Seit einigen Tagen hört man in vielen Radiosendern den neuen Song der Söhne Mannheims. Der Titel ist noch nicht mal auf Single erschienen, da geht er mir auch schon wieder tierisch auf die Nerven.
Ich war einst flammender Anhänger von Xavier Naidoos Musik. Sein Debüt “Nicht Von Dieser Welt” hat mich damals echt aus den Socken gerissen. Rückblickend muss ich wohl einsehen: Das war in erster Linie Moses Pelhams Verdienst, denn alles was danach kam (inklusive der meisten Söhne-Machwerke) langweilt mich nicht nur maßlos, sondern fabriziert wellenförmige Krämpfe in meiner Speiseröhre. Ich weiß wohl, dass ich damit überwiegend allein stehe, aber was soll ich machen? Vor allem der erwähnte, neue Wurf “Das hat die Welt noch nicht gesehen” ist so platt, so langweilig und so vorhersehbar, dass selbst Hannahs “La le lu”-Spieluhr mehr Hitpotential hat. Und dann dieser Text:
Manche Wesen sind so schön.
Innen wie aussen. Sie verwöhnen
deine Sinne und gewöhnen
dich wieder an Liebe, die du kennst,
zu der du immer wieder rennst.
Der Captcha-Wahn
Captchas sind laut Wikipedia ein Schutzmechanismus zur Überprüfung eines menschlichen Wesens. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht, denn jeder von uns, der wir im Internet surfen, kennt diese kleinen Grafiken. Sie bilden diverse Zeichen ab, die meist vor irgendwelchen Mustern stehen. Das soll die Maschinenlesbarkeit erschweren und durch das Abtippen in ein Formularfeld den “echten” Menschen verifizieren. Inzwischen tauchen die Dinger so oft auf, dass sie mich langsam nur noch nerven. Vor allem bei MySpace hat das Ausmaße angenommen, die einem regelrecht die Lust vermiesen. Dabei sind die Teile längst nicht mehr wirklich zuverlässig. Inzwischen gibt es intelligente Spambots, die Captchas ohne Probleme auslesen können. Deswegen geht jetzt Microsoft einen Schritt weiter und hat die sogenannten Asirras erfunden. Sieht zunächst witzig aus und macht irgendwie auch Sinn…
Aber ich weiß offengesagt nicht, ob mich die Hündchen und Kätzchen in Zukunft nicht noch mehr nerven, als die dämlichen Buchstabengrafiken. :???:
Oh Bama!
Was wurde im Vorfeld über diesen Besuch nicht heftigst lamentiert und diskutiert? Heute ist es nun soweit: Der US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama wird vor dem Brandenburger Tor der Siegessäule (danke, Schatz!
) in Berlin auftreten und im Rahmen seiner Wahlkampftour eine Rede halten. Es werden mindestens mehrere Zehntausend, vielleicht sogar bis zu einer Million Menschen erwartet. Nicht zuletzt wegen des damit verbundenen, logistischen Aufwands war und ist dieser Besuch sehr umstritten. Politisch wird Obama vorgeworfen Deutschland als Wahlkampfbühne zu missbrauchen.
Tut mir leid, aber ich verstehe die Welt nicht mehr! In Deutschland gibt es doch eine verfassungsmäßig geregelte Meinungsfreiheit. Schon ganz andere politische Kaliber haben diese für sich in Anspruch genommen! Warum also sollte ausgerechnet Obama dies nicht tun dürfen? Immerhin hat er gute Chancen ins Weiße Haus einzuziehen und somit einer der mächtigsten Männer der Welt zu werden. Es ist taktisch unklug, diesem Mann nicht zuzuhören – gerade dann wenn er in und über Deutschland sprechen möchte! Umso dämlicher unklüger und peinlicher kommt da wieder einmal unsere Bundeskanzlerin daher, die ungeschickt und tapsig daherwatschelt und den wartenden Journalisten auf die Frage antwortet, was sie am Abend des Obama-Besuchs tun würde: Sie würde vermutlich fernsehen… natürlich die heute-Nachrichten. Herzlichen Glückwunsch! Es mag ja der lieben Frau Merkel nicht in den Kram passen, dass ihr allerliebster George W. Bush als Präsident abtreten wird. Es mag ihr noch weniger passen, dass eventuell sogar ein Demokrat das Zepter ergreift und nicht nur auf Schmusekurs mit ihr geht, sie tätschelt, begrapscht und mit ihr grillt, sondern ihr als harter, politischer und vor allem ernstzunehmender Partner begegnet, der nicht nur lächelt, sondern auch fordert und einbindet. Dann muss die Gute auch mal außenpolitisch raus aus dem Kreuz und nicht nur unverbindlich repräsentieren, sondern Farbe bekennen! Vielleicht watscht sie den nicht ganz unwichtigen Besuch deshalb verbal so ungeschickt ab?!






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