Gruselpub
Wer ins schöne London reist, der sollte eines nicht verpassen: Das städtische Nachtleben! Es gibt viele Empfehlungen und Geheimtipps. Einen echten Leckerbissen haben wir aber auf unserer Hochzeitsreise im Jahre 2004 entdeckt: Den mysteriösen und sagenumwobenen Pub “The Grenadier”. Durch Zufall haben wir uns dorthin verirrt. Das ist eigentlich unmöglich und allein schon deshalb recht gruselig: Die Wilton Row in Belgravia ist eine gut versteckte Seitenstraße, die dazu noch mit einem irreführenden Schild “Privatstraße” versehen ist. Traut man sich, wie wir, trotzdem weiter, landet man direkt vor dem Pub. Eigentlich ist es eine wirklich schnuckelige Kneipe. Verwinkelt und ein bisschen düster, irgendwie alt, aber nicht heruntergekommen. Ausgeschmückt sind die Räume mit allerhand Krimskrams aus alter Zeit: Säbel, Geldscheine aus aller Welt, Helme, Hüte, Zeitungsausschnitte, Bilder…
Man spürt regelrecht, dass man in einem besonderen Haus ist. So wirklich besonders wird dieser Pub aber durch Beobachtungen, die im Lauf der Jahre gemacht wurden. Wer der Urheber dieser merkwürdigen Geschehnisse zu sein scheint, ist schnell erklärt: Das Pub war einst Messe für die Offiziere des Duke of Wellington und es ist der Geist eines der Offiziere der Guards, der heute dort umgeht. Dieser wurde von seinen Kameraden beim Falschspielen erwischt und die folgende Tracht Prügel fiel wohl etwas zu heftig aus, da sie zum Tode des Soldaten führte. Die Anwesenheit seines Geistes manifestiert sich durch unheimliche Schemen und Schatten, die sowohl von den Gästen wie auch von den jeweiligen Besitzern wahrgenommen wurden, und durch eine ganze Reihe unerklärlicher Geschehnisse, wie zum Beispiel der Tatsache, dass der Bierhahn im Keller plötzlich zugedreht war, obwohl niemand den Raum betreten hatte. Und in der Tat: Wenn man da so in einer Ecke vor seinem kühlen Bierchen sitzt, dann wird einem hier und da ziemlich mulmig zumute. Wir spürten (so verrückt das klingen mag) wirklich die Anwesenheit von irgendetwas oder irgendwem. Sehr merkwürdig, sehr gruselig, sehr schön!
Übrigens: “The Grenadier” kann mit der besten Bloody Mary in London aufwarten – wenn man also das Glück oder das Unglück hatte, dem toten Offizier zu begegnen, ist für schnelle Hilfe gesorgt.
Happy birthday, Robert!
Heute hat eine lebende Legende Geburtstag. Robert Plant wird 60. “Robert wer?” wird die jüngere Generation fragen, zu der (im Verhältnis) auch ich zähle. Trotzdem kenne ich Robert sehr gut, einerseits als grandiose Leadsänger der Hardrockväter “Led Zeppelin”, andererseits als begnadeter Solokünstler mit tiefgängigen und eigenwilligen Kompositionen. Vor allem sein Album “Fate of nations” hat es mir angetan. Im Rahmen der Promotour für dieses Album erlebte ich Robert live im Vorprogramm von Lenny Kravitz. Es war ein absolutes Erlebnis diesen Mann hautnah zu erleben.
Und heute nun wird er 60 und damit kein bisschen müde, denn noch immer kann man Neues von ihm hören. Als kleines Ständchen gibt’s hier ganz bewußt nicht den klassischen Klassiker unter allen Klassikern, “Stairway to heaven” (den hatten wir hier schon), sondern dafür einen seiner schönsten und zugleich nachdenklichsten Songs aus seiner Solokarriere: “I believe”. Soweit ich weiß, hat er diesen Song seinem verstorbenen Sohn gewidmet. In diesem Kontext läuft einem beim Anhören ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken:
Tears from your Mother, from the pits of her soul
Look at your Father, see his blood run cold[...]
I believe, aye do aye
Say brothers sisters, see your brothers in the sky
Neighbour, neighbour, don’t be so cold
It’s only glory from the story untold
Furchtbar… furchtbar schön! :shock: Und das Video dazu trifft mit seinen Bildern den Nagel auf den Kopf:
Das stinkt bis zum Himmel
Das erste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rauchverbot in Baden-Württemberg und Berlin machte Katrin in diesem Beitrag bereits (ver-)fassungslos. Natürlich geht man stillschweigend davon aus, dass der Kläger ein strikter Verfechter für das ausnahmslose Rauchen in Gaststätten ist. Doch weit gefehlt! Jetzt setzt der Gastwirt Uli Neu aus Tübingen noch einen obendrauf: Laut Bericht des Reutlinger Generalanzeigers macht er seine Lokalität zum “Rauchverbotszwitter”. Nachmittags und am frühen Abend gilt ein Rauchverbot, abends darf dann geraucht werden. Damit er bei dieser Regelung nicht gegen das von ihm erkämpfte Urteil und dessen Auflagen verstößt, hält er es mit dem Essensangebot gerade andersherum: Mittags gibt’s Speisen, abends nicht.
Da scheint letztlich dann doch die Profitgier über die Konsequenz zu siegen, denn natürlich verkrault man mit einer verrauchten Kneipe all jene, die dort genüsslich essen wollen. Zudem müssen Jugendliche draußen bleiben, wenn geraucht werden darf. Entstehende Probleme aus seiner Wischiwaschi-Regelung schwächt er freilich ab. Wenn noch eine Familie in der Gaststätte sitze, während die Nichtraucherzeit ablaufe, werde halt erst später geraucht. Großartig! Natürlich hat Herr Neu noch nie etwas davon gehört, dass Zigarettenqualm nicht nur dann gefährlich ist, wenn er in der Luft ist! Auch dessen Ablagerungen an Möbeln, Böden und Wänden werden noch nach Stunden eingeatmet. Aber so kleinlich muss man gar nicht denken. Es ist offensichtlich, dass hier gern jemand alles hätte: Kein Rauchverbot, aber bitteschön auch keine ausschließlicher Qualmpinte. Ja, was denn nun?
Ich kann (entgegen Herrn Neu) nur hoffen, dass die Politik nun endlich nachzieht und nach dieser Ohrfeige nun endlich ein striktes, ausnahmsloses Rauchverbot erlässt. Doch vor Ende 2009 wird sich da nichts tun… :???:






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