Sinn und Unsinn
Hans-Werner Sinn ist Ökonom und als solcher Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Ich selbst kenne und schätze ihn als einen Mann mit sachlichem Blick auf die Weltwirtschaft und vor allem auf die deutsche, politische Landschaft. Seine Bücher habe ich aufmerksam gelesen und erst dadurch erfahren, dass er alles andere als ein Polemiker, sondern vielmehr ein Fachmann mit fundiertem Wissen ist. All seine Aussagen haben mich restlos überzeugt. Das Manko dabei: Sie sind nicht immer populär, sondern auch mal für den einzelnen unangenehm und einschneidend. Doch das macht sie nicht zu unwahren Thesen!
Und nun steht Herr Sinn also in der Kritik, weil er einen Vergleich zog zwischen der aktuellen Finanzkrise und der Judenverfolgung in den Dreißigerjahren. So ein Vergleich ist freilich gewagt, aber nicht etwa, weil er unverschämt oder gar unrichtig ist, sondern weil es in Deutschland immer gefährlich ist, das Wort “Juden” in den Mund zu nehmen. Schwupps taucht der Zentralrat der Juden auf (den man sonst das ganze Jahr über nie zu Gesicht bekommt) und zeigt sich entrüstet, verletzt… Prompt schwappt eine Empörungswelle durch die Medien und der Druck auf den Kritisierten steigt. So auch bei Sinn. Inzwischen hat er sich förmlich beim Zentralrat der Juden entschuldigt, wohl um Schaden von seinem Amt abzuwenden.
Was hat der Mann aus München aber Schlimmes gesagt? “In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken.” In der Weltwirtschaftskrise von 1929 “hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager”. Das ist seine Aussage. Wo sind die Verunglimpfungen über die sich so viele aufregen? Herr Sinn spiegelt Geschehnisse wieder, die nicht zu ändern sind! Nur derjenige, der diese Wahrnehmung für sich interpretiert, kann daraus überhaupt böse Absichten ableiten. Grundsätzlich hat er recht: Heute wird die Schuld bei den Managern gesucht, damals wurden Verschwörungstheorien laut, die die Juden unter Generalverdacht stellten. Ob beide Unterstellungen richtig sind, das ist eine andere Frage!
Sind wir inzwischen so weit, dass eine bloße Darstellung von Tatsachen schon angeprangert werden, nur weil jemand über Juden redet? Man kann Herrn Sinn ja vorwerfen, dass der Vergleich hinkt und dass er damit etwas ungeschickt vorging. Aber er hat niemanden beleidigt oder sich gar gegen Juden gewandt. Man sollte doch bitteschön die Kriche im Dorf lassen und (mal wieder) genau hinschauen.






Sehr gut und präzisse geschrieben, genau meine Worte! Ich behaupte, dass die Medien das nur aufbauschen und “falsch interpretieren”, weil sie Geld mit dieser Nachricht verdienen.
Und wenn wir schon bei der Geschichte/Finanzkrise sind, sollte man auch das wissen: http://www.doeda.com/jewishbankers.german.html
Jean Ziegler setzt also “die Banker” mit den “Nationalsozialisten” gleich.
Und in Deutschland setzt der Ökonom Hans-Werner Sinn die “Banker” mit “den Juden” gleich.
Also: “Nazis” sind dasselbe wie “Juden” sind dasselbe wie die “internationale Weltfinanz” sind dasselbe wie die “Banker”.
Hört doch mal mit diesem ganzen Schwachsinn auf: es gibt weder “Banker” noch “Juden” noch “Nazis”, sondern immer nur Individuen wie Hans-Werner Sinn, Jean Ziegler, Adolf Hitler, Charlotte Knobloch, Joe Ackermann, etc.
An so einen Blödsinn wie “die Banker” oder “die Juden” glauben ja nur noch “die Banker” (inkl. Jean Ziegler) und “die Juden” (inkl. Hans-Werner Sinn) selber… (und darum sieht es ja immer noch so schlecht aus überall…).
Überall nur Stereotypen und Geldabzockerei (auch Jean Ziegler und Hans-Werner Sinn haben ja noch Geld für ihren Unsinn gekriegt).
Ja genau gerda, so einfach funktioniert Polemik! Ohne es zu wissen, drückst Du das aus, was Hans-Werner Sinn auch rüberbringen wollte: Die Suche nach dem Sündenbock in den Reihen von “Bankern” oder “den Juden” ist grundlegend falsch! Er setzt deswegen auch nicht “Banker” mit “den Juden” gleich, da musst Du nochmal genau das Zitat durchlesen! Er will darauf aufmerksam machen, dass Wirtschaftskrisen durch Schwächen im ökonomischen System verursacht werden, die es auszubessern gilt. Aber natürlich ist es einfacher so jemanden niederzumachen. Ich könnte Dich jetzt auch niedermachen, weil Du versuchst alles zu relativieren. So kommen wir nicht weiter und das hat auch nichts mit einer sachlichen Auseinandersetzung zu tun!