Trauermücken
Neulich beim Fernsehen dachte ich so bei mir: “Mensch Micha, das war dann jetzt doch ein Bier zuviel!” Leider merkte ich erst tags darauf, dass die kleinen, schwarzen Punkte die ich im Fernsehbild wahrnahm doch keine alkoholbedingten Fehlwahrnehmungen waren. Shitkram, ich hätte also weitersaufen können! Es waren vielmehr kleine Insekten, die da durch die Luft schwirrten. “Blöde Fruchtfliegen!” war daraufhin mein Kommentar. Der geneigte, das nebenstehende Foto betrachtende Hobbyzoologe wird da müde lächeln. Natürlich sind es keine Fruchtfliegen, sondern sogenannte Trauermücken (oder wie der Profi sagt: Sciaridae). Das wurde uns erst bewußt, als wir unmissverständlich herausbekamen, woher diese Viecher kommen. Die kriechen nämlich massenhaft aus der Blumenerde unserer Topfpflanzen! :eek:
Natürlich stellt sich die Frage: Woher kommt das Ungetier und (was noch wichtiger ist) wie kriegt man das wieder los? Meist schleppt man die kleinen Mücken beim Kauf von Blumenerde mit ein, denn darin legen die ihren Nachwuchs ab. Für Mensch und Tier sind die Insekten ungefährlich, aber sie sind a) lästig, b) erwecken nicht gerade den Eindruck eines sauberen Haushalts und c) können die Larven die Wurzeln der Topfpflanzen anknabbern und damit mehr oder weniger großen Schaden anrichten. Soweit, so gut! Hört sich alles schlüssig an. Leider ist das Thema “Loswerden” etwas schwieriger.
Die kleinen Untermieter sind nämlich nicht so einsichtig, wie man das als Hobbykammerjäger gerne hätte. Chemische Keulen gibt es, aber die sind dann richtig heftig und für Laien sowieso nicht erhältlich. Die harmlose Alternative: Gelbtafeln. Das sind kleine Papp- oder Plastiktafeln, die man aufrecht in die Blumenerde steckt und die so klebrig sind, dass die Viecher dran hängenbleiben und schließlich verenden. Leider erwischt man damit eben nur die lebenden Exemplare. Die Larven, die vielleicht kurz vor dem Klebetod des erwachsenen Tieres noch gelegt wurden, kriegen davon nichts mit. Hmm… :???:
Die Lösung des Problems lautet offenbar: “SF-Nematoden”. :grin: Nein, das ist kein teurer Apparat und auch kein Nervengift, sondern das sind auch wieder nur kleine (sehr kleine!) Tierchen. Sogenannte “Nützlinge”, also kleine Würmchen, die in der Erde hausen und die Larven von so manchem Ungeziefer fressen. Die kann man im Fachhandel oder im Internet bestellen. Sie kommen in einem kleinen Lehmbeutel daher, den man im Gießwasser auflöst und über die man die Helferlein ausbringt. Dann lässt man sie zwei, drei Wochen futtern… bis eben hoffentlich Ruhe ist. Danach haben die Miniwürmchen kein Futter mehr und verenden ebenfalls. Das bräuchten sie gar nicht, denn zum einen sind sie für das bloße Auge unsichtbar und zum anderen ausschließlich für die “bösen” Larven gefährlich. Im Gegenteil: Ohne Erde und erst recht wenn sie mit UV-Licht in Berührung kommen, verenden sie extrem schnell.
Tja, jetzt leben bei uns also nicht nur Trauermücken (noch!!!), sondern auch SF-Nematoden. Sollte das alles nichts bringen, gäbe es da noch Raubmilben…
Wie schön ist doch eine “echte” Großfamilie!






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