Mal wieder: Vatergefühle
Wieder mal hat es mich eiskalt erwischt. Früh morgens, wenn wir aufstehen, schläft Hannah meist noch. Sie meldet sich dann kurz nachdem ich im Bad verschwunden bin zu Wort und will aufstehen. Kurz danach ist alles wie immer… bis ich mich vollends anziehe. Spätestens wenn ich mit den Straßenschuhen daherkomme und diese anziehen will, kippt die Stimmung und Hannah ist stinkebeleidigt mit mir. Immerhin merkt sie ganz unmissverständlich: Der Papa geht jetzt gleich. Das findet sie blöd und das zeigt sie mir auch. Es gibt kein Bussi, kein Knuddler, sie winkt lediglich und sagt: “Schüüühüüüß!” Hm, das tut manchmal ganz schön weh, wenn man von jemandem, den man so lieb hat, diese Ablehnung zu spüren bekommt. Ich weiß, wie sie es meint und dass es überwiegend die Enttäuschung darüber ist, dass ich nicht bei ihr sein werde, aber das ändert nichts an dem Gefühl.
Heute nun rannte Hannah nicht von mir weg, sondern kam auf mich zu. Sie streckte mir ihre Ärmchen entgegen und ich nahm sie auf den Schoß und drückte sie herzlich. Sie kuschelte an mich und sagte: “Papa Hannah bleiben.” Mir brach fast das Herz! Das war fast nicht auszuhalten. Mit einem Kloß im Hals erklärte ich ihr, warum das nicht geht. Ich versuchte das damit zu erklären, dass wir sonst keine Windeln und kein Essen einkaufen können und so weiter… Sie nickte tapfer und sagte dann: “Okee!” Ich glaube, sie hat es verstanden… irgendwie. Dann gab sie mir ein Bussi und flitzte freudestrahlend durch die Wohnung davon. Vorhin dann wollte sie den Papi anrufen und sagte mir am Telefon altklug: “Papi, wollt mu frogn, wann heimkommscht.” was soviel heißt wie: “Papi, wollte Dich nur fragen, wann Du heimkommst.” Wieder machte es “knacks” und ich erklärte ihr, dass ich heute ausnahmsweise früher heimkomm. Und so werde ich nachher in großer Vorfreude nach Hause fahren, um mit der kleinen Maus Buch zu lesen, “Kasse” zu spielen oder einfach nur spazierenzugehen. Ich werde zwar zu Hause auch noch viel arbeiten müssen, aber dann ist sie wenigstens in der Nähe, wenn sie den Papi braucht… oder wenn ich sie brauche. :grin:







Wächst Hannah eigentlich zweisprachig auf?
Klar: sie spricht deutsch und fließend schwäbisch
Ich glaube, das ist keine Ablehnung, sondern einfach die Resignation darüber, dass die Situation nicht zu ändern ist. Kinder haben ja manchmal so eine besondere Art von Pragmatismus, Dinge so hinzunehmen, wie sie eben sind.
Daran sieht man doch, wie sehr sie Dich liebt.
Hach, so gesehen ist es widerrum zum Heulen schön.
Danke für diesen schönen Gedanken. ;)