Change has come

Trotz aller Widrigkeiten haben wir soeben das historische Spekatkel in Washington live miterlebt. Ich muss unumwunden zugeben, dass mich dieses Ereignis ergriffen, aber auch ein wenig nachdenklich gemacht hat. So sehr, dass ich hier jetzt darüber schreiben will und muss. Einerseits ist die Ernennung Barack Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Hoffnung verbunden, dass vieles in der transatlantischen Beziehung und auch auf der Welt ein bisschen besser wird. Selbst wenn er nur die Hälfte dessen, was er einst versprochen hat, umsetzt bzw. zustande bringt, dann ist das im Vergleich zu seinem Vorgänger ein echter Fortschritt, ja ein Erfolg. Andererseits beschleicht mich Unbehagen und – das muss ich ohne allzu viel Theatralik sagen – Zukunftsangst. Man kann Obama mögen oder nicht, man kann seine politischen Ziele gutheißen oder ablehnen, man kann sich für ihn interessieren oder nicht, man kann den Hype um seine Person faszinierend oder übertrieben empfinden. Eines spricht für ihn: Er begeistert die Menschen. Er begeistert die Massen. Ich sehe hier in unserem Land (auch in der Nachwuschriege) weit und breit niemanden, der auch nur annährend eine solche Begeisterung für sich und seine politischen Ziele entfachen könnte. Selbst wenn er von manchen zum “Messias” hochstilisiert wird (was er natürlich weder sein kann noch will), so hat er doch eines geschafft, was hierzulande in rauhen Mengen fehlt. Er nimmt die Menschen mit, um politisch etwas zu bewegen. Meiner Auffassung nach ist dies das Wichtigste überhaupt, um inneren Frieden und auch Zu-Frieden-heit zu schaffen. Bei allen tonnenschweren Aufgaben, die Amerika vor sich sieht, die Menschen schauen hoffnungsvoll in die Zukunft und die allermeisten (ganz gleich ob Demokraten oder Republikaner) akzeptieren den Wandel, der Einzug hält. Hier in Deutschland herrscht aber weiter der Frust und der Politikverdruss vor und es macht mich regelrecht depressiv, dass so etwas wie der “Change” von Obama oder der Slogan “Yes, we can!” hier in unerreichbar weiter Ferne liegt. Ich will keinen Hype und keinen zweiten Obama. Aber Veränderung in irgendeine Richtung täte uns allen gut.

1 Kommentar

  1. Katrin
    22.01.2009

    Warum gibt es in Deutschland weit und breit nicht eine/n die auch nur annähernd soviel Charisma besitzt :mad: Bei uns jagt eine Lusche die andere :cry:

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