Herr Zumwinkel und die Steuer

Klaus Zumwinkel, ehemaliger Chef der Deutschen Post AG, stand wegen Steuerhinterziehung vor Gericht und nahm heute sein Urteil entgegen. Es wurde vorab schon recht klar vorausgesagt: 24 Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro. Was für unsereins mehr als nur ein Vermögen ist, dürfte der gewiefte Geschäftsmann locker aus der Portokasse bezahlen. Man weiß, dass er mehrere Millionen Euro an Steuern hinterzogen und somit am Fiskus vorbeigeschleust hat. Beweisen kann man ihm nur knapp eine Million. Wer mit solchen Beträgen hantiert, der kann über eine solche Geldstrafe nur müde lächeln. Und vor der Bewährungsstrafe braucht er sich auch nicht zu fürchten, denn beim nächsten Mal lässt er sich ganz sicher nicht mehr erwischen.

Ich frage mich, wo bei solch einem Urteil die Gerechtigkeit bleibt. Wir zum Beispiel dürfen heuer wieder Steuern nachbezahlen und kommen wir dieser Verpflichtung nicht fristgerecht nach, steht irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Dabei gibt das Gesetz den Richtern alles an die Hand, was sie für ein hartes Urteil bräuchten: In besonders schweren Fällen ist durchaus eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung möglich. Was ist ein “besonders schwerer Fall”, wenn nicht dieser? Natürlich sieht man da einen lächelnden Zumwinkel, der sich insgeheim vermutlich ins Fäustchen lacht. Dabei haben seine Freunde und Bekannten nicht vergessen zu erwähnen, dass er ein gebrochener Mann sei, der voller Reue dem Prozess entgegenschaue. Er habe ein furchtbar schlechtes Gewissen seinen ehemaligen Angestellten gegenüber. Das will man wohl auch hoffen dürfen! Immerhin hat er immer wieder eifrig Opfer von diesen eingefordert - während dessen er fleißig einkassiert hat. Von einer “Dummheit” oder gar “Jugendsünde” hat er im Vorfeld gesprochen. Wer aber jahrelang, taktisch klug Million um Million über eine angeblich wohltätige Stiftung am Staat vorbeischleust, der handelt nicht versehentlich oder aus einer Dummheit heraus. Nein, der verkauft jeden kleinen Steuerzahler für dumm und denkt sich: “Ätsch, Ihr kriegt mich nicht!”.

Pfui Teufel, Herr Zumwinkel! Schämen Sie sich! Denn außer moralischen Verwerfungen scheint Ihnen ja nichts anderes mehr etwas anhaben zu können! Traurig… für uns alle… traurig… für unser Rechtssystem! :???:

Erkenntnisse nach einer Woche Auszeit

Nachdem wir drei nun über eine Woche lang außer Gefecht waren, zieht man unwillkürlich Bilanz:

  • So eine Gastroenteritis kann irgendwo sehr reinigend und leerend wirken.
  • So eine Gastroenteritis schlaucht tierisch – das hält man nicht für möglich.
  • Es ist unglaublich, wieviel Flüssigkeit ein Mensch verlieren kann.
  • Zum ersten Mal habe ich (aufgrund des Drängens unseres Arztes) erlebt, wie wichtig und entscheidend es ist, sich “richtig” auszukurieren und sich nicht gleich wieder nach dem ersten Anzeichen von Leben in die Arbeit zu stürzen.
  • Man gewöhnt sich (gerade auch in einer Genesungsphase) viel zu schnell ans Nichtstun und das Daheimsein bei den Lieben. :roll:

Jetzt hat uns aber der Alltag wieder und in diesem Zusammenhang wünsche ich Euch allen einen guten Start in die neue Woche! ;-)