(Haut-)Ärztestreik
Über das Für und Wider von Ärztestreiks kann man vortrefflich streiten. Es ist (so sehe ich das) für diesen Berufsstand äußerst problematisch, der Bevölkerung die medizinische Versorgung zu verweigern, “nur” weil eigene (materielle) Interessen im Vordergrund stehen. Klar, die Stimmung ist im Gesundheitssystem hierzulande sehr angespannt und mir ist auch klar, dass manche Ärzte mehr denn je mit massiven Einbußen zu kämpfen haben.
Wirklich schmunzeln musste ich aber, als ich heute Morgen diese Meldung las. Die Hautärzte in Baden-Württemberg wollen dem “gemeinen Volk” (sprich: den gesetzlich Versicherten) drei Monate lang jedwede Hautkrebsvorsorge verweigern. Dieser Boykott sei nötig, um auf die Misere bei der Honorierung der Kassenärzte hinzuweisen. Köstlich, oder? Nein! Ich will bin nicht zynisch und auch nicht sarkastisch! Vielmehr sind die Hautärzte wahre Komiker, denn aus eigener Erfahrung können wir sagen: Schon in der jüngeren Vergangenheit haben die lieben Dermatologen bei Hautkrebsvorsorge einen mordsmäßigen Schneckentanz gemacht. Katrin hat sehr viele Leberflecke und in ihrer Familie ist Hautkrebs (leider) ein Thema. Trotzdem wollten gleich zwei Fachärzte die Vorsorgeuntersuchung nicht “regulär”, sondern privat abrechnen. Ich frage mich, wo da die Drohung im aktuellen Boykott versteckt sein soll.






In meinem Fall waren sich Krankenkasse und Hautarzt nicht einig: erstere wollte nicht zahlen und zweiterer wollte kassieren. Es ist aber nunmal so, dass ich schon zweimal operiert wurde eben wegen Hautkrebsgefahr. Als ich dies meiner Krankenkasse mitteilte, war der Kommentar in etwa dieser:” Hätten Sie Krebs, könnten wir die Bezahlung übernehmen!”
Sehr löblich, das!
Von daher frage ich mich, warum überhaupt gestreikt wird. Hierzulande kriegt man erst ab einer Chemo die zustehende Betreuung. Vorsorge ist nicht gerne gesehen. Vielleicht streiken als nächstes die Frauenärzte, denn auch hier ist eine Krebsvorsorge ein Schneckentanz sondersgleichen!