Obama und seine Wahlversprechen
Wieder löst Barack Obama eines seiner Wahlversprechen ein. Die Tabaksteuer wird drastisch erhöht und die Mehreinnahmen in eine gesetzliche Krankenversicherung für Kinder gepumpt. Von wegen “Blender”. Von wegen “nur Sprüche”. So geht das! Und statt Enttäuschung über viele nicht eingehaltene Versprechen, verstärkt sich das Gefühl der Sehnsucht nach so einer Leitfigur in Deutschland… die wir dringend bräuchten! Stattdessen mischt sich unsere Kanzlerin in Dinge ein, die sie nichts angehen. Der Papst braucht sicher keine klugen Ratschläge oder gar Aufforderungen von der deutschen Bundeskanzlerin. Abgesehen davon fodert sie Dinge, die sie selbst nicht erbringt. Oder wann hat man von ihr zum letzten Mal eine klare Stellungnahme gehört zu Themen, für die sie auch wirklich verantwortlich ist?
Die Unfehlbarkeit des Papstes
Nur am Rande habe ich in den letzten Tagen die Kritik an Papst Benedikt XVI. wahrgenommen. Es mag an meiner grundsätzlichen Einstellung der katholischen Kirche gegenüber liegen, dass ich zunächst nur wenig Interesse an der aufflammenden Diskussion hatte. Inzwischen drängt sich das Thema aber geradezu auf. Also las ich aus Interesse an verschiedenen Stellen nach, wie es zu den Schlagzeilen kam. Wieder einmal fragte ich mich, wie die öffentliche Wahrnehmung funktioniert. Natürlich ist es ein handfester Skandal, dass ein ehemaliger Bischof ganz offen den Holocaust leugnet und sich dermaßen dumm und unqualifiziert über eine der schlimmsten Episoden der Geschichte äußert. Natürlich ist es noch dümmer ungeschickter und unpassender, wenn der amtierende Pontifex genau diesen Unhold wieder in den illustren Kreis der katholischen Kirche aufnimmt. Natürlich gehe ich selbstredend davon aus, dass Papst Benedikt nicht lügt und er wirklich nichts von den umstrittenen Äußerungen seines ehemaligen Bischofs wusste. Dann muss ich mich aber fragen, wo dieser alte Mann lebt. Ich weiß: Im Vatikan! Das scheint in diesem Kontext gleichbedeutend zu sein mit “auf dem Mond”. Wer ein solches Amt inne und solch weitreichende Entscheidungen zu treffen hat, der muss sich doch bitte ausreichend informieren bevor er handelt. Noch zwingender wird dies, wenn man nach wie vor auf das Dogma beharrt, unfehlbar zu sein.
Was mich aber wirklich ernsthaft zum Grübeln bringt, ist die mediale Gewalt, die wieder einmal die Geschicke leitet. Wo waren die lauten Aufschreie, als der Papst wieder einmal umstrittene Äußerungen zum Thema “Frauen in der katholischen Kirche” vom Stapel ließ? Manchmal drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Maßstäbe ziemlich verschoben sind. Wer in Deutschland allein schon das Wort “Juden” in den Mund nimmt, wird umgehend skeptisch beäugt und aufs genaueste beobachtet. “Schwuppdich” steht dann wieder der Zentralrat der Juden im Zentrum der Aufmerksamkeit und äußert sich betroffen, bestürzt, erschüttert… Auf dem Fuße folgen Forderungen nach Konsequenzen und umfassende Entschuldigungen. Man möge mich bitte nicht falsch verstehen: Wer den Holocaust leugnet ist entweder ignorant oder dumm. Dasselbe trifft aber auch auf Leute zu, die Frauen diskriminieren. Ich finde beides unsäglich… einfach schlimm und beides hat in unserer heutigen Welt nichts mehr verloren! Offenbar sehen das nicht alle so…
Höflichkeiten am Morgen
Heute Morgen, kurz vor sieben, am Vollmerschen Frühstückstisch:
Papa: So Ihr zwei, ich muss dann mal los. Hannah, kriegt der Papi noch ein Bussi?
Hannah: Jep, okeee! *heftigesBussi*
Papa: Oh, danke! Tschüühüüß!
Hannah: Bis zum nächsten Mal! Max gut!
Papa: Ja, Du auch!
Hannah: Okee, tschüühüüsch!
Bei solch einer Konversation (möge sie für Außenstehende auch noch so unnütz und trivial erscheinen) geht mir das Herz auf. Hannah ist stets bemüht “bitte” und “danke” zu sagen. Sie begrüßt und sie verabschiedet – wenn sie es nicht gerade im Eifer vergisst oder es ihr peinlich ist, weil sie zum Beispiel jemanden (noch) nicht so richtig kennt oder sie jemanden lange nicht gesehen hat. Die Lektüre, auf die wir hier gestoßen sind, kann dazu noch nicht beigetragen haben, denn die ist erst seit gestern im Einsatz. Jedenfalls beginnt ein langer Arbeitstag mit solchen Plänkeleien viel, viel besser.






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