Kindergartenwahl

Es ist schon sehr eigenartig und ambivalent. Zumindest bei uns ist das der Fall. Zuerst freut man sich uneingeschränkt auf die Ankunft des neuen Familienmitglieds. Dann ist es da und bringt einen mit Hilfe von diversen Schreiphasen und hundertzwanzigprozentiger Beanspruchung oftmals an die Grenzen dessen, was ein Mensch aushalten kann. Schon nach kurzer Zeit ist das aber alles wieder vergessen und die Freude über die Entwicklung des Kindchens bekommt die Oberhand. Fast täglich wird alles leichter und schöner, die Kleinen werden noch süßer und frecher und wissbegieriger… Es stellt sich echtes Familienleben ein und mehr und mehr spürt man, dass man nicht nur Versorger, sondern vor allem auch “Eltern” ist. Herrlich! Schön! Klasse! Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Flügel wachsen und der Nachwuchs auch immer mehr flügge wird. Es entwickeln sich Vorlieben, Interessen, Freundschaften… Tja, und dann heißt es plötzlich: Das Kind wird bald drei Jahre alt und die Suche nach einem Kindergartenplatz steht an. Irgendwie merkwürdig… :roll:

Hier am Ort gibt es drei Kindergärten. Einen katholischen, einen evangelischen und einen Waldorfkindergarten (das sind die mit dem Triangel und der Blockflöte :lol: ). Der katholische Kindergarten liegt sehr zentral (also in der Ortsmitte), was von uns aus immerhin eine Entfernung von über einem Kilometer bedeutet. Im Sommer wäre das ja noch machbar, aber wenn wir wieder mal so einen tiefen, sibirischen Winter haben wie heuer, dann wird das schon eine Hürde. Auf Katrins (telefonische) Anfrage hin wurden alle Fragen geduldig beantwortet. Auch sind die Betreuungszeiten für berufstätige Eltern recht günstig. Leider ist die Einrichtung recht überlaufen – wohl aufgrund der Lage, aber auch, weil die “Gerüchteküche” dem Ganzen sehr positiv gestimmt ist. Abgesehen davon gehen aller Voraussicht nach zwei Kinder aus Hannahs Spielgruppe im Herbst dorthin.

Der evangelische Kindergarten liegt nur zwei Gehminuten und rund hundert Meter von unserer Haustür entfernt. Das wäre entfernungstechnisch der Idealfall, auch deshalb, weil alle Kinder hier aus der Gegend dort hingehen. Anders als beim katholischen Pendant wurden wir kurzerhand zu einem Besichtigungsbesuch eingeladen, bei dem uns nicht nur alle Räume gezeigt, sondern auch freundlich alle Fragen ausgiebig beantwortet wurden. Wir bekamen sogar ein Schriftstück ausgehändigt, das die Arbeitsweise der ganzen Einrichtung veranschaulicht. Positiv fiel uns dabei auf, dass das Ganze nicht zu sehr “verpädagogisiert” wird. Allerdings ist das Kindergartengebäude selbst nicht das neueste, weswegen es wohl etwas schlicht wirkte. Außerdem wären noch genügend Plätze frei, sodass Hannah dort ohne Probleme im Herbst unterkommen könnte. Unsere Befürchtungen, bezüglich eines in der Nähe liegenden Wohngebiets, das (böse ausgedrückt) nicht gerade von der gesellschaftlichen Elite bewohnt wird, auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Kindergartenkinder haben könnte, hat sich dem ersten Eindruck nach nicht bestätigt. Im Gegenteil: Hannah hätten wir gleich dalassen können. Die spielte drauf los, stritt gleich mal mit anderen Kids und scharte zuletzt unzählige Neugierige um sich, die alle ihren Namen wissen wollten. :mrgreen:

Da der Waldorfkindergarten aus mehreren Gründen (bisher) nicht in Betracht kommt, stellt sich uns nun die schwierige Frage, wofür wir uns entscheiden sollen. Wir wollen für Hannah (natürlich) nur das Beste. Aber was ist das Beste? Die Entfernung spielt sicher eine wichtige Rolle. Wir wollen uns auch nicht nur auf “Gerüchte” verlassen, denn woher will jemand, der nur einen der beiden Kindergärten kennt, wissen, wie der andere ist? Worauf achtet man bei der Wahl des Kindergartens? :?: Alles nicht so einfach! *seufz*

2 Kommentare

  1. Evie
    26.02.2009

    Wir haben uns schlicht und ergreifend auf unser Gefühl verlassen – und nicht auf irgendwelche “Gerüchte” oder Aussagen anderer. Wir haben uns den Kindergarten angesehen und fühlten uns sofort wohl, wurden freudig begrüßt, selbst die Betreuerinnen wußten, wer da kam, es wurde also über unseren Termin vorab intern gesprochen und ich fühlte mich gut aufgehoben.

    Wir haben unseren Zwerg schon angemeldet, er geht dann ab August 2011 in den Kindergarten und ich hoffe, dass die Zeit bis dahin sehr langsam vergeht…

    Viel Glück bei Eurer Entscheidung…

  2. Katrin
    27.02.2009

    Genau, das ist die beste aller Strategien :wink:
    Gerüchte sind Gerüchte und meistens ist nicht viel dran. Von daher tendiere ich zu dem Kindergarten der uns ohne viel Aufhebens freundlich empfangen hat und in dem Hannah sofort zu den anderen Kindern gegangen ist und angefangen hat zu spielen :lol:

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