Wer hat’s erfunden? – Obama und das Auto
In der Nacht zum vergangenen Mittwoch hielt der neue US-Präsident Barack Obama seine Antrittsrede im amerikanischen Kongress und legte angesichts der vorherrschenden, internationalen Problemen unterm Strich wenig Erfreuliches auf den Tisch. Für einen Schmunzler war er dann aber doch gut: “And I believe the nation that invented the automobile cannot walk away from it.”, sagte er, was zu deutsch so viel heißt wie: “Ich glaube, dass die Nation die das Auto erfand, sich nicht vom Auto abwenden kann”.
Klar, er wollte damit ein emotional bewegendes Signal setzen und verdeutlichen, dass er die kränkelnde Autoindustrie unterstützen will, wo er nur kann. Leider ist ihm dabei der fatale Fehler unterlaufen, das Auto als solches zu einer Erfindung der Amerikaner zu machen. Zuerst der verbockte Amtseid und jetzt das!
Hat doch ein gewisser Deutscher namens Karl Benz 1885 die erste “Motorkutsche” präsentiert – immerhin rund zehn Jahre bevor die Amerikaner überhaupt wussten, was ein Auto ist.
However! Letztlich ist sowohl der verpatzte Amtseid, als auch der Auto-Fauxpas eher nebensächlich. Wichtig sind die Inhalte und da bin ich nach wie vor auf Obamas Seite. Der Mann will was bewegen und tut es auch bereits. Ob er dabei ein einem Dienstwagen sitzt, der von Deutschen, Amerikanern oder sonst wem erfunden wurde, ist doch nun wirklich egal, oder?
Äpfel und Birnen
Wenn ich solch eine Schlagzeile lese, kommt mir die Galle hoch. Aber anders als vermutlich die meisten anderen ärgere ich mich nicht über die vermeintliche Ungerechtigkeit, sondern über die Art und Weise der Berichterstattung. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen! Natürlich ärgere auch ich mich darüber, dass ein Arzt, der während der Ausübung seines Berufs Pfusch gebaut hat, nun auch noch eine satte Abfindung von rund zwei Millionen Euro bekommt. Das ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die davon betroffen sind. Aber seien wir objektiv: Diese Abfindungszahlung ist eine ausgehandelte Abmachung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Uniklinik Freiburg wollte damit ein schon Jahre andauernden Rechtsstreit endlich einvernehmlich beenden und den pfuschenden Arzt letztlich davon abhalten, wieder in seinen Beruf zurückzukehren. Natürlich ist der daraus resultierende Effekt fatal: Wer pfuscht bekommt fett Kohle!
Trotzdem muss man fair bleiben: Die Kassiererin hat (wenn die Angaben denn alle richtig sind) Geld aus einer Pfandkasse entwendet. Dabei geht es ganz und gar nicht um die Höhe der entwendeten Summe. Sie hat damit das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zerstört und muss somit die Konsequenzen tragen… wie übrigens der ”Pfuscharzt” auch, denn auch er ist seinen Job los und verliert den Beamtenstatus. Natürlich tut ihm das vermutlich nicht sehr weh, bei den “Milliönchen Schmerzensgeld”. Aber anders als es bei der Kassiererin der Fall zu sein scheint, konnte ihm kein Vorsatz nachgewiesen werden. Und das ist meiner Meinung nach der ausschlaggebende Unterschied! Dass jemand Mist baut und dafür indirekt auch noch belohnt wird ist fatal. Aber wenn jemand bescheißt und sich dann noch darüber aufregt, dass er erwischt wird, der ist dreist und unverschämt.
Insofern haben beide Fälle letztlich gar nichts miteinander zu tun und deshalb ärgert mich eine solche Schlagzeile, die nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als zu hetzen.







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