Unschöne Wortschatzerweiterung
Hannahs Wortschatz wächst und wächst. Sie plappert (beinahe) von morgens bis abends und überrascht uns täglich mit neuen Floskeln und Redewedungen, die sie irgendwo aufgeschnappt hat. So sagte sie neulich aus heiterem Himmel über ihre Cousine: “Kleine, fröhliche Anne.” Oder über ihre Mutter: “So eine süße Mami!” Wenn sie etwas bekommt sagt sie “danke” und wenn sie etwas haben möchte oder jemandem was gibt “bitte”. Natürlich übernimmt sie auch Dinge, die man als Eltern eigentlich nicht so gern hat… aber wie will man es ihr verübeln, denn sie hört diese Dinge tag-täglich – auch bei uns: “Menschenskind!” oder “Papi, Finger weg!”
Wirklich unschön wird es aber, wenn sie mit Sprüchen um die Ecke kommt, die weder unserem Sprachgebrauch entsprechen, noch von guter Kinderstube zeugen. So überraschte mich Hannah gestern, als ich sie dazu aufforderte, anständig zu essen und nicht alles vollzusauen, mit einem leisen, schüchternen “Leck mich am Ar…!” :eek: Ich war so platt und überrascht, dass mir im ersten Moment die Worte fehlten. Als ich dann realisierte, was sie da gesagt hatte, war ich verunsichert, wie ich drauf am besten reagiere. Ignorieren? Schimpfen? Erklären? Die Art wie sie es aussprach zeigte mir, dass sie wußte, welche grobe Bedeutung diese Worte haben müssen. Unabhängig davon fragen wir uns, woher sie das hat. Diese Art von Sprache ist weder die unsere, noch verbringt Hannah Zeit mit Leuten, die auf diesem Niveau kommunizieren. Hmm… So wird man täglich aufs Neue überrascht. Genauso wie mit ihrem “Geiiil!”, das sie neulich während des Schlittenfahrens in die Welt hinausschrie.






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