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Abgeschossen: Hartmut Mehdorn

Jetzt ist er endlich weg! Die Rede ist von Hartmut Mehdorn, dem (Noch-)Bahnchef, der die Gemüter erregte und stets massenhaft Antiphatien auf sich zog. Man kann diese Tatsache begrüßen, aber man sollte auch die Frage stellen: Warum ist der weg? Der Mann stolperte über eine Datenaffäre, für die er höchstwahrscheinlich nicht einmal etwas kann. Zumindest hat er sie offenbar gar nicht angeordnet. Für ihn galt offenbar nicht die allseits bekannte Regel: Im Zweifel für den Angeklagten. Noch bevor überhaupt gesicherte Details bekannt sind, wird der Bahnchef zum Rückzug gedrängt… und zwar auf übelste Art und Weise. Selbst die Politik ließ ihn zuletzt komplett im Regen stehen. Allen voran Wolfang “Pfütze” Tiefensee, dem Bundesverkehrsminister, der in mehr Skandale verstrickt war und ist, als es der unbeliebte Mehdorn je geschafft hat. Die Bildzeitung titelte diesbezüglich: “Warum müssen die Erfolgreichen gehen… und die Pfeiffen bleiben?” Diese Frage mag polemisch sein, aber sie zweifelt an einer allgemeinen Haltung gegen einen höchst erfolgreichen Manager.

Unter der Leitung Mehdorns wurde aus der verschuldeten und noch staatlichen Bundesbahn ein rentables und international anerkanntes Eliteunternehmen namens “Deutsche Bahn”. Den Schuldenberg von rund zwei Milliarden Euro kehrte er in einen zuletzt mit zwei Milliarden Euro bezifferten, fetten Gewinn um. Er boxte das Unternehmen durch unzählige Stürme, sah sich immer wieder mit heftigsten Beschimpfungen konfrontiert und taktierte geschickt und letztlich auch versöhnlich bei harten Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Der Mann hat ein schwierig zu führenden Betrieb stets oben gehalten. Und dafür wurde er nun abgestraft? Nur weil er unbeliebt war? Ich mochte und mag ihn auch nicht. Seine oft überzogene und polemische Art stieß so manchem sauer auf. Aber er machte seinen Job gut. Sollte ihm tatsächlich keine Beteiligung oder gar ein ursächliches Verschulden an der aktuellen Datenaffäre nachgewiesen werden können, muss man von einem fatalen und – angesichts der wütenden Weltwirtschaftskrise – gefährlichen Geschehen sprechen. Viel Glück, Deutsche Bahn!


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