Wahlkampfgedöhns
Huiaheissahoppsassa! Jetzt hat sie aber mal was gesagt, unsere Frau Bundeskanzlerin. Dabei wollte sie doch nicht so aggressiv sein und sich weiterhin zurückhalten in diesem mehr als sachlichen Wahlkampf. Zeitweise hatte man gar den Eindruck, sie würde sich heuer nicht zur Wiederwahl stellen. Dass man von ihr rein gar nichts darüber erfährt, wie es mit ihr als Kanzlerin in unserem Land weitergehen soll, ist an sich ja nichts Neues. Das hat sie von ihrem Ziehvater Helmut Kohl von der Pieke auf gelernt: Keine Meinung haben, auf die man sich festlegen lassen muss – das ist der erfolgreiche Grundsatz! Der Ex-Kanzler ist damit immerhin 16 Jahre über die Runden gekommen und hat uns deshalb auch einen Haufen Probleme hinterlassen, die längst hätten angefasst werden müssen. Außer der Wiedervereinigung, die dem Einheitskanzler quasi “einfach so” vor die Füße geplumpst ist und für die er sich bis heute noch rühmt, blieb kaum etwas in Erinnerung. Egal! Die Deutschen mögen Kanzler, die nichts von sich geben, die nichts verändern und möglichst alles lassen, wie es ist. Wer nichts ändert, tut niemandem weh. Jemand wie Gerhard Schröder, der eine “unverschämt ungerechte” Agenda 2010 umgesetzt hat, deren Früchte eine Frau Merkel heute als die ihren verkauft, wurde eben für jenen fatalen “Fehler” schließlich abgewählt.
Und nun steht die Kanzlerin da und greift ihren ach so gefährlichen Gegner, den Herr Steinmeier an. Dabei hat der ein Charisma wie eine soeben eingenommene Schlaftablette. Dabei hat er mit allen Mitteln versucht, die Regierungschefin aus der Reserve zu locken. Sie habe kein politisches Konzept, sagte er. Sie würde sich ständig wegducken, sagte er. Sie würde sich in Floskeln verfangen und wenig sagen, meinte er. Das alles klingt genau so, wie wenn sich ein Alkoholiker über den Ausschank von Schnaps beschwert. Von Herrn Steinmeier selbst erfährt man doch auch nicht viel mehr! Alles, was bei mir hängengeblieben ist, ist sein Hang alles und jeden vorbehaltlos zu retten, der in wirtschaftliche Not gerät. Der Steuerzahler als solcher ist davon natürlich ausgenommen!
Ausgerechnet der kleine Wähler ist es, der diese Farce doch noch zu einem Wahlkampf werden lässt. Die Landtagswahlen vom vergangenen Wochenende haben die in sich und ihrem Hosenanzug ruhende Kanzlerin aufgerüttelt. Hoppla! Der Kanzlerbonus allein könnte sie doch nicht in die schon sicher geglaubte, zweite Amtszeit schaukeln. Mist! Jetzt muss sie doch noch was von sich geben…
Wie auch immer, das eigentliche Dilemma bleibt: Die Ära der großen Volksparteien scheint zu enden. Die Menschen sind keine “Stammwähler” mehr, die man bloß mit ein paar Versprechen und flotten Plakatsprüchen zur Urne locken muss. Mehr und mehr wanken die Wähler und entscheiden sich – wenn’s sein muss – auch gerne in der letzten Sekunde noch einmal um. Diese Unberechenbarkeit ist sehr unangenehm für die trögen Politiker, die sich so gern in Selbstgefälligkeit sonnen. Jetzt könnte es ja passieren, dass man für seine Aussagen verantwortlich gemacht wird! Vor allem aber eine Frau Merkel, die so viel Elan hat wie ein Hochseedampfer, wird sich zusehends schwerer tun. Mal sehen, wohin das führt…






Köstliche Sache das, wirklich herrlich
Ich persönlich erwarte ja von beiden nicht viel, aber wenn Merkel sich mal aufplustert wird es meistens lustig *teiteitei*