Die Sache mit der Religionsfreiheit
In der Schweiz formiert sich eine Initiative, die sich klar “gegen den Bau von Minaretten” in der Schweiz ausspricht – und das schon seit über einem Jahr. Was bei uns in Deutschland als undenkbar – ja sogar als unanständig gilt, findet in der Schweiz zusehends Anklang.
Wie schon Henryk M. Broder in seinem Buch “Hurra, wir kapitulieren” festgestellt hat, scheint es hierzulande in Mode gekommen zu sein, erst einmal gepflegt einzuknicken. Lieber man geht einer Konfrontation zweier Meinungen aus dem Weg, als dass man in die Verlegenheit kommt, argumentieren zu müssen. Der Islam, der als eine ziemlich selbstbewußte Religion in Erscheinung tritt, hat da leichtes Spiel. Die Auswüchse dieser Bewegung schlagen sich in teils kuriosen Fällen wie der Kruzifix-Diskussion in Bayern, dem Kopftuch-Streit auf Schulen und dem Gebetsteppich-Prozess in Berlin nieder.
Der Islam bildet als Religion in Deutschland, wie in Mitteleuropa eine Minderheit. In Deutschland sind gerade mal rund 4% islamischen Glaubens, während hingegen weit mehr als 70% christlich geprägt sind. Da muss man schon ernsthaft fragen, wie es sein kann, dass sich deutsche Schulen rechfertigen müssen, weil sie Kruzifixe ins Klassenzimmer hängen. Und man sollte zumindest einmal darüber nachdenken, ob es angesichts dieser Zahlen gerechtferigt ist, einer Minderheit allen Wünschen zu entsprechen und das Gebet mit dem Teppich mitten in einer Berliner Schule zu ermöglichen. Da kommen wir als überaus weltoffene Menschen schnell in die Zwickmühle: Wie wollen wir es allen Religionen rechtmachen – auch wenn sie noch so kleine Anteile an unserer Bevölkerung ausmachen?
Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Ich will weder die Religionsfreiheit aufheben, noch bin ich ausländer- oder religionsfeindlich! Es ist in meinen Augen aber ein Fehler, die eigenen Werte und Prägungen immer weiter einzuschränken, nur um Diskussionen mit Minderheiten aus dem Weg zu gehen. Broder sagt sehr treffend: “Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche – und Intoleranz für ein Gebot der Stunde.” Das sagt nicht etwa ein Neonazi, sondern ein Jude! Es geht nicht um Ausgrenzung, sondern um den Erhalt der eigenen Werte. Wer hier leben möchte, muss sich diesen Werten anpassen. Angesichts der Christen in der Türkei, die bis heute aufgrund ihrer Religionsangehörigkeit ums Leben fürchten müssen, ist das mehr als angemessen.







Letzte Kommentare