Einblicke in die Milchwirtschaft

Milch

© Viktor Mildenberger (Pixelio)

Es ist schon einige Wochen her. Im nahegelegenen Pfullingen fand damals eine Art “Tag der offenen Tür” bei den umliegenden Bauernhöfen statt. Mit an Traktoren angehängten Planwagen konnte man von Hof zu Hof kutschieren und die einzelnen Betriebe besichtigen. Dabei schauten wir uns einen Hof an, der sich der Milchproduktion verschrieben hatte. In einer beängstigend großen Halle (als Stall würde ich das schon gar nicht mehr bezeichnen) leben Arsch an Arsch eng nebeneinander zusammengepfercht unzählige Kühe, deren Scheiße Exkremente vollautomatisch über ein Seilzugsystem abtransportiert wird. Erschreckend viele Tiere weisen Pilzflecken auf. Katrin kennt diese Art von Hauterkrankung in ähnlicher Form von Pferden. Die Kälbchen dürfen nicht bei ihren Müttern bleiben, sondern werden in einen eng mit Gattern abgegrenzten Bereich gesperrt. Einige wenige Tiere kamen in den Genuss, auf einer Wiese zu weiden. Das ist ein wahrer Glücksfall, denn der Gestank in dem “Stall” war unerträglich. Mir zog es unwillkürlich die Atemwege zusammen.

Es ist nicht etwa so, dass ich ein empfindlicher Stadtmensch bin, der den Geruch von Ställen und Tieren nicht ertragen kann. Im Gegenteil: Seit wir auf der Alb wohnen und Hannah sich für jedwede Art von Bauernhof interessiert, haben wir schon den ein oder anderen Einblick bekommen. Der Eindruck an jenem Sonntagnachmittag war erschütternd und zum ersten Mal brachte ich den Streit um den Milchpreis in Kontext damit, was diese Art von Massenproduktion für die Tiere bedeutet. Es ist ein marktwirtschafliches Gesetz, dass Überschuss den Preis senkt. Wer einzig und allein auf die Milchproduktion setzt und sie in einer derart perfiden Weise bis an die Grenzen des Machbaren ausreizt, braucht sich nicht wundern, wenn er mittelfristig auf der Strecke bleibt.

Es ist in meinen Augen geradezu zynisch, dass die Milchbauern nun von der EU 280 Millionen Euro Krisenhilfe erhalten sollen. Da wird auf Teufel komm raus produziert, Überschüsse in den Gulli gekippt, weder nach links noch nach rechts geschaut und dann auch noch gejammert. Es geht auch anders: Mir sind zwei Betriebe bekannt, die eben nicht ausschließlich auf einen Erwerbszweig bauen. Neben der Bullenzucht werden da Schafe, Hühner, Schweine gehalten und sogar Pferde in Pension genommen. Ein anderes Beispiel setzt neben des “normalen” Hofbetriebs auf den “Zoocharakter” und lädt zu Kindergeburtstagen, Betriebsfeiern oder einfach nur Besichtigungen in ländlicher Idylle ein. Es geht also auch anders!

Tagesmütter und Kitas

Kinderhand

© Helene Souza (Pixelio)

Nach dem Lesen dieses Beitrags wird mich manch eine/r als altbacken, rückständig oder gar realitätsfern abstempeln. Immerhin renne ich damit gewissermaßen gegen einen allseits anerkannten Trend an. Aber die immer weiter zunehmende “Abschiebe-Mentalität” junger Eltern stößt mir mehr und mehr sauer auf. Da sind die Kleinen kaum zwei Jahre alt, da werden sich auch schon in Krippen abgeliefert oder der Tagesmutter in die Hand gedrückt. Immerhin muss die junge Mutter oder der junge Vater schnellstmöglich wieder dem Beruf nachkommen, sich verwirklichen, einbringen und Geld verdienen. Schnell werden Argumente für dieses Vorgehen vorgebracht, wie mangelndes Einkommen, Ausfälle bei der Rente…

Dass es geradezu paradox ist, zusätzliches Geld zu verdienen, nur um es für die Betreuung der Kinder wieder auszugeben, scheint kaum jemandem aufzufallen. Angesichts dessen muss man einfach mal die Frage stellen, warum man eigentlich Kinder bekommt? Weil es “in” ist? Weil das zu den vielen, vielen Lebenzielen einfach mit dazu gehört? Spielen unsere Kinder, die die nächste Generation nach uns bilden, alles in allem nicht eine zu untergeordnete Rolle?

Allein schon der Begriff “Tagesmutter” klingt schrecklich! Das Kind hat tagsüber eine andere Mutter, als abends. Was werden die Kleinen denn mal über ihre Eltern denken, wenn sie groß sind? Dass Beruf und Geld wichtiger waren als sie? Dass sie aus sachlichen Gründen abgeschoben werden mussten? Und was entgegnet man da als Eltern?

Man verstehe mich bitte richtig: Ich gehöre nicht zu denen, die fordern, dass Frauen an den Herd gehören. Ich bin auch nicht dagegen, dass anstelle der Mütter die Väter die Elternzeit wahrnehmen – im Gegenteil! Was ich aber nicht nachvollziehen kann: Dass man Kinder bekommt und diese dann allenfalls den gleichen Stellenwert haben wie Beruf, Hobby oder irgenwelche materialistischen Dinge. Unsere Kinder sind die Eltern von morgen. Sie sollten – gerade in den ersten drei Jahren – die wichtigste Rolle spielen… Ohne Wenn und Aber! Ist das altbacken? Ist das “ewig-gestern”? Dann bin ich das gerne!

Zwei-Klassen-Impfung

spritze

© tommyS (Pixelio)

Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe naht. Rund 50 Millionen Dosen wurden von der Bundesregierung bestellt. Somit stehen die Deutschen vor der Frage: Lasse ich mich impfen oder nicht? Was ist gefährlicher, die Impfung oder Grippe? Die Verunsicherung ist groß. Bei einer hier im Blog durchgeführten Umfrage hält sich der überwiegende Großteil deutlich zurück und zieht vorsichtshalber eine Impfung nicht in Betracht. Auch anderenorts sprechen sich über 80% gegen die Impfung aus. Angefeuert wird dieser Trend durch die jüngsten Meldungen, dass die Bundesregierung ebenso wie die Soldaten der Bundeswehr einen ganz anderen, weit verträglicheren Impfstoff erhalten werden. Die breite Masse hingegen muss verstärkende Substanzen (sogenannte Adjuvantien) hinnehmen. Die eifrige Erklärung hierfür folgte steten Fußes: Es handele sich dabei nicht um eine Zweiklassen-Medizin, sondern dieses Vorgehen sei durch vertragliche Bindungen gegenüber den herstellenden Pharmakonzernen begründet.

Ganz gleich, warum welcher Impfstoff wem gespritzt werden soll, die Tatsache dass Unterschiede gemacht werden, sorgt sicher nicht für ein gutes Gefühl. Dieses Vorgehen erweckt ganz sicher sogar den Eindruck, dass einige wenige Bevorzugte den “guten”, das “gemeine Fußvolk” hingegen den “schlechteren” Impfstoff verabreicht bekommt. Ob das den Tatsachen entspricht, darüber sind sich nicht einmal die Experten einig. Genauso wie übrigens bei der grundsätzlichen Frage, ob die Impfung grundsätzlich sinnvoll ist oder nicht. Bedenklich dürfte aber in jedem Fall die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sein, Schwangere nicht mit dem verstärkten Stoff zu impfen, sondern (wenn überhaupt) hierfür einen anderen zu verwenden.

So muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die umstrittene Spritze bekommen möchte oder nicht. Im Moment spricht in meinen Augen wenig für die Impfung. Das eigentliche Virus und seine gesundheitlichen Auswirkungen sind verhältnismäßig harmlos. Die Impfung hingegen wurde in einem Schnellverfahren entwickelt und ist somit bei weitem nicht so umfangreich getestet wie beispielsweise der alljährliche Influenza-Wirkstoff. Es gibt sogar erste Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die Schweinegrippe-Impfung gerade bei Jugendlichen und Älteren nicht ausreichend schützt. Warum also sollte man jetzt in Panik geraten und sich impfen lassen wollen? Sollte das Virus mutieren und deutlich gefährlicher werden, muss man neu abwägen – auch wenn einam natürlich unter Umständen die Zeit davonrennt. Genauso besteht aber die Möglichkeit, dass dieses Übel ohne größere Auswirkungen an uns vorrüberzieht und die nun anstehende Impfung letztlich nichts anderes ist, als ein gigantischer und zudem noch profitbringender Feldversuch für die Pharmaindustrie in Sachen Adjuvantien. Und das, obwohl aus unzähligen Studien bekannt ist, dass diese neuartigen Impfstoffe deutlich mehr Nebenwirkungen haben: Rötungen, Schwellungen und Verhärtungen an der Einstichstelle, Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen und sogar schmerzhafte Gelenkentzündungen. Wie die Behörden dazu kommen, bei diesem makaberen Spiel bedenkenlos mitzumachen, bleibt das eigentliche Rätsel dieser (schweine-)teuren Aktion. :roll: