Purple Schulz – Mit dem Rücken an der Wand

Manchmal Meist sagt Musik mehr als tausend gesprochene Worte…

Er liegt wach im Bett und das Fenster ist auf,
dumpf fliegt der Lärm von der Straße herauf,
und dumpf ist das Echo aus seinem Bauch,
sein Herz ist wie die Wüste – heiß und leer.
Er schaut auf die Uhr, ob es Zeit ist zu gehen,
springt in seine Klamotten, trinkt den Kaffee im stehen,
rennt aus seinen vier Wänden, um dem Licht zu entgehen,
denn er glaubt, da draußen gäb es so viel mehr.
Er läßt sich fallen in den tiefen Rausch der Sinne
alles was er will steht auch für ihn bereit.
Er packt alles ein, und er schafft es nach Hause,
er kippt es auf den Boden, doch da ist nichts, was er braucht.

Mit dem Rücken an der Wand schaust Du nach vorne,
du siehst nicht doch Du spürst, was Du vermisst.
Es kommt auf Dich zu, wie ein Schrei aus der Stille,
will nur, daß der Himmel Deine Erde küßt.

Dieser Blick am Morgen, sie kennt ihn genau,
steht vorm Spiegel und schminkt sich Farbe ins grau,
die Seele zersplittert, gut abgedeckt sticht in ihr Herz doch sie
geht drüber weg.
Jedes Lächeln zielt, jeder Blick überlegt, keine Bewegung, die
nicht was bewegt
hält sie sicher die Fäden in der Hand,
der Zerfall kühl berechnet und gebannt.
Sie läßt sich fallen in das Paradies der Lichter
tanzt bis der Boden unter den Füßen bebt,
fliegt durch die Nacht und sie landet vorm Spiegel,
die Farben sind zerlaufen und ihr Traum explodiert.

Mit dem Rücken an der Wand schaust Du nach vorne,
du siehst nicht doch Du spürst, was Du vermisst.
Es kommt auf Dich zu, wie ein Schrei aus der Stille,
will nur, daß der Himmel Deine Erde küßt.

© Purple Schulz

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