Unmoralische Anrufe
In ihrer Funktion als Mitglied des Elternbeirates von Hannahs Kindergarten machte sich Katrin und ihre “Ratskollegen” Anfang des Jahres daran, die Kontaktdaten aller einverstandenen Eltern zu sammeln, um diese in einer Telefonliste zusammenzufassen. Wir alle fanden die Idee toll, allein schon deshalb, weil sich so der ein oder andere Wunsch nach freundschaftlichem Kontakt sowohl für Kinder als auch für Eltern deutlich leichter nachkommen lässt. Also wurden Zettel verteilt, auf denen man seine Kontaktdaten eintragen und der bestimmungsgemäßen Verwendung dieser Angaben zustimmen konnte. Mit Ausnahme von einem Elternpaar machten alle begeistert mit.
Heute nun bekamen wir einen Anruf von einer Kindergartenmutter, die uns zu einer “Informationsveranstaltung” einladen wollte. Als wir nachhakten, worum es ginge und vor allem, woher sie unsere Nummer habe (denn wir stehen in keinem Telefonbuch!) wurde sie pampig und drängte auf ein Ende des Gesprächs. Nach einem kurzen Rundruf später wissen wir nun, dass die Dame und ihr Mann in der Finanzberatung tätig sind und die Telefonliste des Kindergartens zum Kundenfang missbrauchten – in gleich mehreren Fällen.
Wie dreist und unverschämt können Menschen sein, wenn es ums nackte Geldverdienen geht? Natürlich geben uns alle juristischen Regeln recht. Was aber viel schlimmer wiegt, ist der unverschämte Missbrauch von Vertrauen. Es ist beschämend, dass eine gute Absicht so ins Gegenteil verkehrt wird. Wir sind wütend und wir schämen uns! … und wir hoffen, dass all die anderen Eltern, die die Telefonliste mit guten Absichten verwendet haben, auch in Zukunft noch Vertrauen aufbringen können. Unglaublich!
Brieffreundschaft
Hannahs beste Freundin heißt Jule. Sie wohnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und geht mit Hannah in den Kindergarten. Eigentlich wurde uns schon nach Hannahs ersten Kindergartentagen von der Erzieherin prophezeiht, dass diese beiden mal dicke Kumpels werden. Warum? Weil die zwei einfach zusammenpassen wie Ar… auf Eimer.
Schon seit geraumer Zeit möchte Hannah mit “ihrer” Jule baden gehen. Sie plantschten zwar schon im nachbarlichen Garten in einem aufblasbaren Plantschbecken, aber das ist natürlich nicht dasselbe wie im Freibad! Leider hat nun das Wetter einen ordentlichen Strich durch Hannahs Rechnung gemacht. Weil es in den nächsten Tagen wenigstens ein, zwei Tage schön werden soll, hat Hannah schließlich eine Einladung an Jule verfasst:
Liebe Jule,
ich möchte Dich in der ersten Kindi-Ferienwoche ins Freibad einladen. Es wäre schön, wenn Du Zeit und Lust dazu hast. Meine Mama macht mit Deiner Mama alles Weitere aus. Bitte sag ja!
Deine Hannah
Heute nun kam prompt Jules eigenhändig verfasste Antwort. Hut ab! Natürlich sagte Jule zu und merkte noch an, dass das Wetter ja noch besser werden müsse. Die wenigen Zeilen mussten wir der vor Freude überbordenden Hannah sicher zwanzig mal vorlesen. Als uns schließlich die Lust verließ, dichtete Hannah ihre ganz eigene Antwort zusammen und “las” diese kurzerhand selbst vor:







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