Die Sache mit der Dankbarkeit, oder warum Geiz nicht immer geil ist

Moritz ist ein Bub. Soviel ist klar. Was auch klar ist: er kann Hannahs Klamotten nur bis zu einem gewissen Grad auftragen, denn Blümchen und Glitzer sind für Jungs nicht so schick.
Jedenfalls dachte ich mir, dass es in diesem schönen Lande mit Sicherheit viele Eltern gibt, die sich über sehr gut erhaltene Kinderklamotten freuen. Ich machte mich also frohen Mutes ans Werk und hab einige von Hannahs Klamotten über ebay versteigert. Manches lief gut, ich hab aber auch einige Sachen für 1 Euro versteigert. Soweit so gut. Ärgerlich für mich, gut für den Ersteigerer. Dachte ich jedenfalls! Es kam aber anders: eine Frau, die zwei Espritpullover, 3 Langarmshirts und eine Jeansbluse für 1 Euro ersteigert hatte, meldete sich erbost. Von wegen “die Sachen seien ja gebraucht und selbst für 1 Euro will sie doch neuwertiges erwarten”. Genau – wunderbar! Ich hab das Zeugs mit “gebraucht” beschrieben und dass die Klamotten keine Löcher o.ä. haben ist ein Selbstgänger. Aber die “Geiz-ist-geil”-Mentalität hat hier wohl voll zugeschlagen. Schade drum!

Was aber noch viel ärgerlicher ist, ist folgendes Geschehen:
wir haben unseren Wickeltisch an eine Kindertagesstätte verschenkt. Nein, ich muss mich korrigieren: wir versuchen diesen Wickeltisch zu verschenken. Anfang Oktober habe ich in der Zeitung gelesen, dass hier in der Nähe eine Kindertagesstätte eröffnet wird und diese noch händeringend einen Wickeltisch für die Kleinen sucht. Ich hab also angerufen und unseren angeboten. Witzigerweise war die Frau an der anderen Leitung eine Bekannte, die damals zur gleichen Zeit schwanger wie ich schwanger war, und die ich noch aus dem Geburtsvorbeitungskurs kenne. Wir haben also ausgemacht, dass sie den Wickeltisch Anfang November abholt. Ja, und wo steht das gute Stück: bei uns in der Garage! Das Kinderzimmer sieht aus wie Sau, weil ich noch keinen anderen Schrank aufbauen konnte, solange der Wickeltisch nicht abgeholt wurde und nachdem der Termin für die gestrige Abholung wieder mal geplatzt ist, steht er jetzt in der Garage und das Auto friert draußen bedächtig zu.

Liebe Leute: wenn ihr schon für umsonst was haben wollt, dann bitte kümmert Euch auch drum, dass ihr es wie versprochen abholt. Ist sonst sehr ärgerlich für diejenigen, die es verschenken. Und die stellen es vielleicht in Zukunft zum Grobmüll auf die Straße und haben damit deutlich weniger Scherereien!

Gespräch morgens um 5

Mein lieber Lieblingssohn hat eine neue Vorliebe entwickelt: er sagt “Mama”. Dieses Wort benutzt er mit soviel Hingabe, dass ich jedesmal dahinschmelze, wenn ich es aus seinem Mund höre.
Leider hat er es sich zur Angewohnheit gemacht, dieses “Mama” morgens um 5 von sich zu geben. Um diese Uhrzeit weiß ich noch nicht so recht, ob ich es goldig oder nervig finden soll

Zukunftsgedanken

Gestern war Elterngespräch in Hannahs Kindergarten. Nach jedem Geburtstag findet ein sogenanntes “Entwicklungsgespräch” statt, in welchem die Eltern zusammen mit den Erzieherinnen über die Fortschritte, Probleme oder Sorgen des Kindes sprechen.
Dass Hannah in ihrer sprachlichen Entwicklung weit voraus ist, wissen wir schon seit einiger Zeit. Sie schreibt die Namen all ihrer Kindergartenfreunde, sogar aus Büchern oder aus der Zeitung schreibt sie Wörter wie “Arzneimittel” o.ä. fehlerfrei ab. Sie lernt gerne auswendig, weiß jedes Kindergartenlied von Anfang bis Ende und kann schon ein bisschen rechnen. Hannahs Erzieherin hat uns daher den Denkanstoß gegeben, sie nächstes Jahr schon in die Schule zu schicken. Also ein Jahr früher als geplant.
Und was nun? Lassen wir sie nächstes Jahr in die Schule und “rauben” ihr ein Jahr ihrer Kindheit? Lassen wir sie im Kindi und riskieren, dass sie sich langweilt? Schwierige Fragen, die wir uns ab sofort durch den Kopf gehen lassen (müssen).

 

Lektionen des Lebens

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann hat doch eigentlich jeder so seine Vorurteile über andere Menschen. Ich pack mich da hübsch an der eigenen Nase: wir lästern, weil sie andere Klamotten tragen oder komische Frisuren haben. Weil sie anderen Religionen angehören oder einfach einen “seltsamen” Lebenswandel haben. Bei Hannah im Kindi gibt es so eine Familie, über die jeder gerne so ein bisschen die Nase rümpft: Eltern sind nicht verheiratet, haben 5 Kinder (Vater hat mit anderer Frau noch 2 Kinder), leben von Sozialhilfe und sehen einfach “anders” aus. Aus eben dieser Familie ist einer der Kinder, ein Junge, bei Hannah in der Gruppe. Eigentlich ein sehr nettes Kerlchen und man mag fast sagen “seltsamerweise” sehr gut erzogen und sehr höflich. Jedenfalls wollte Hannah unbedingt, dass er in ihr “Kindergartenfreundebuch” reinschreibt. Ich habe mich bisher dagegen gesträubt, weil man ja nie weiß – bei so einer Familie. Nachher kriegt man es nimmer zurück oder es sieht aus “wie Sau”…! Vorurteile de luxe eben.
Hannah hat heute morgen aber ihren Dickschädel erfolgreich durchgesetzt und ihr Freundebuch diesem Jungen in die Hand gedrückt:”schreibst du mir bitte rein?”.
Nachdem selbst die Kindergärtnerin skeptisch war über den baldigen Zurückerhalt eben jeden Büchleins, ging ich mit gemischten Gefühlen heim (wird schon gutgehen). Heute mittag wurde mir dann eine peinlichen Lektion erteilt: der Bub hat Hannah ihr Büchlein in die Hand gedrückt und stolz wie Bolle verkündet:” ich hab dir schon reingeschrieben. Und ein Bild gemalt und ein Bild von mir reingeklebt!”
Was soll ich sagen? Fein säuberlich wurde das Abgefragte eingetragen, ein wunderschönes Bild gemalt und ein Foto des Jungen klebt ebenfalls im Büchlein.
Sowohl die Kindergärtnerin als auch ich waren uns peinlich darüber einig, dass Vorurteile manchmal einfach blöde sind!
Aber immerhin hat Hannah ihren Kumpel glücklich und stolz gemacht, denn er durfte bisher in kein Kindergartenfreundebuch reinschreiben…eben wegen der Vorurteile, die man so hat!

Wortspiele

“Mama, darf ich den Bernhardiner essen?”
Und um besagten “Bernhardiner” ins rechte Licht zu rücken, hab ich denselbigen mal eben “gratofiert” :-)

Gottvertrauen

Hannah findet es ganz und gar nicht in Ordnung, dass der schöne Schnee komplett weggeschmolzen ist. Immerhin will sie unbedingt wieder Skifahren und mit dem Schlitten den Buckel runtersausen. Heute morgen hat sie daher folgendes verkündet:
“Mama, ich hab zu dem lieben Gott und zu der Frau da oben (Frau Holle) ganz fest gebetet, dass sie Schnee schicken sollen. Für mich und für den Opa. Weil der liebe Gott macht alles um was ich ihn gebete!”

Ja, das kindliche Gottvertrauen ist unerschütterlich. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Frau Holle zusammen mit dem lieben Gott alle Bettdecken und Kissen so kräftig wie nur möglich ausschüttelt.

Prioritäten

Es ist schon richtig, dass man im Leben Prioritäten setzen muss. Hannah macht das sehr konsequent, wie ich heute morgen feststellen durfte:
sie hat bei der Oma übernachtet und als ich heute morgen anrief, um zu fragen wie sie geschlafen hat bekam ich folgende Antwort:

Hannah:” Hallo Mama! Du kannst mich irgendwann abholen!”
Mama:” Hallo Maus, wie hast du geschlafen?”
Hannah:” Du Mama, wie geht´s dem Baby? Wir gehen noch zu den Rehen!”
Mama:” ääääh…gut….und ok, dann geht noch zu den Rehen, aber wann soll ich dich abholen?”
Hannah:” Toll, Mama…tschüüüüüüß!”

Ja .. ne… is klar :-)

Wünsche einer großen Schwester

Es dauert gar nicht mehr lange, dann ist Hannah eine “große Schwester”. Die Aufregung ist natürlich groß und sie überlegt sich ausgiebig, ob sie lieber eine Schwester oder einen Bruder haben möchte. Anfangs wollte sie lieber einen Bruder, weil die “Conny” aus ihren Vorlesebüchern auch einen kleinen Bruder hat. Dann ist sie auf “Schwester” umgeschwenkt, weil das schöner sei als ein Bruder. Mittlerweile möchte sie lieber wieder einen Bruder, denn: “Mama, weißt du, ich möcht lieber einen Bruder. Buben untereinander die streiten viel, aber Mädchen und Buben – die haben sich lieb!”
Ja gut, dem ist nichts hinzuzufügen. Wir sind gespannt… :-)

Kindergartenfreundinnen

Hannahs beste Freundin heißt Jule, und immer wenn eine der beiden krank ist, oder aus sonst einem Grund nicht in den Kindi gehen kann, dann schreiben sich die Zwei Briefe und malen Bilder oder basteln was für einander. Hannah konnte am Montag nicht in den Kindi, weil sie verschnupft war. Prompt hat Jule ihr einen Brief geschrieben und eine “Lichtertüte” gebastelt. Als mir Hannah beides gezeigt hat, hab ich ein Tränchen verdrückt, weil so entzückend:

So stolz auf dich!!

Ach, kleine Hannah, wie doch die Zeit verfliegt. Gestern noch hast du mich mit rotem Schreigesicht um den Schlaf gebracht und heute erzählst du dem Nikolaus, dass der Opa dir das Skifahren beibringt. Ich bin so stolz auf dich, meine süße Maus, dass du so selbständig geworden bist, dass du so viele tolle Freunde im Kindi gefunden hast und das du auch vor dem Nikolaus keine Angst hast :-) Jetzt bist du gerade auf dem Kindergeburtstag deiner Freundin Jule. Das erste Mal alleine bei “fremden” Menschen und du warst so aufgeregt und hast dich so gefreut und ich bin so stolz auf dich!!