Eingekeilt
Es gibt Menschen, die mögen keine Gewitter… Die haben regelrecht Angst davor. Ich gehöre nicht dazu. Nein, ich muss sogar gestehen, ich kann dem ganzen Naturschauspiel einen gewissen Reiz und Nervenkitzel abgewinnen. Trotzdem ist es natürlich kein Spaß, wenn einem Gartenmöbel und anderes loses Zeug waagerecht um die Ohren fliegen.
So geschehen ist das vor etwas mehr als einer Stunde. Da zog in Windeseile ein ordentliches Unwetter auf. Ich frage mich wirklich ernsthaft, wo denn all die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes waren, die in den letzten Wochen stets dann eintrudelten… wenn hier alles ruhig blieb und kein Tröpfchen vom Himmel fiel. Um kurz vor halb sechs ging hier die Welt unter. Und um 17:27 Uhr kam dann die Unwetterwarnung. Bei aller Liebe: Wenn mir hier schon das Wasser bis zum Halse steht, brauche ich auch keine wohlfeile Warnung mehr. Insofern: Herzlichen Glückwünsch lieber Wetterdienst!
Und so habe ich zwischen Babytütteln und Balkonevakuieren das Unwetter vollbracht. Im übrigen geben sich die Gewitter inzwischen die Klinke in die Hand. “Man” hätte es also wohl erkennen können… ;-)
Woher hat die Lyoner ihren Namen?
Wer Kinder hat, wird manchmal vor merkwürdige Rätsel gestellt. Genauer gesagt wird man Dinge gefragt, über die man selbst noch nie wirklich nachgedacht hat. Meist sind es Selbstverständlichkeiten, alltägliche Dinge, deren Hinterfragen man im Leben noch nie in Erwägung gezogen hat. Diesen Fragen ist es zu verdanken, dass ganze Jahre an Sendezeit für die berühmten Sachgeschichten von der “Sendung mit der Maus” gefüllt werden konnten.
Und eben solch eine Frage stellte uns Hannah neulich wieder einmal. Sie wollte nämlich wissen, woher ihre Lieblingswurst ihren Namen hat:
Mami, wieso heißt die Lyoner Lyoner?
Sowohl die Gefragte, als auch ich konnten allenfalls raten: Weil sie aus Lyon kommt? Keine Ahnung! Also fasste sich Katrin ein Herz und fragte dort nach, wo man es eigentlich ganz genau wissen sollte: Beim Metzger unseres Vertrauens. Über wilde Spekulationen darüber, wie der Erfinder der Wurst wohl hieß (der Herr Lyon?) bis hin zur spontanen Vermutung von uns (die kommt aus Lyon) war vieles dabei, aber nichts war stichhaltig und sicher. Gestandene Fleischereifachverkäuferinnen wurden da blass und ob ihrer eigenen Ausbildung (selbst-)zweifelnd. Wir hoffen doch, dass niemand der Gefragten den Job nun an den Nagel hängt!
Wer könnte in solch einer Situation besser helfen, als das gute alte Wikipedia? Und siehe da: Manchmal ist die erste Intuition die beste! Hand auf’s Herz: Hätte es jemand ad hoc sicher (!) gewusst?
Wer kleine Kinder hat . . .
- … erkennt recht schnell, dass Schlaf allgemein überbewertet wird.
- … isst, wenn’s halt grad mal reinpasst. Also nie!
- … geht so oft Spazieren wie sonst nie mehr im Leben.
- … orientiert sich mit seinen Fernsehgewohnheiten nicht an der TV-Zeitschrift, sondern an den Schlafphasen des Nachwuchses.
- … entwickelt akrobatisches Geschick und lernt mit der Zeit alles mit nur einem Arm zu erledigen.
- … entfernt Fäkalien, cremt Intimbereiche ein, massiert aufgeblähte Bäuche, schüttelt in den Schlaf und Dutziduzt wie von Sinnen.
- … bei dem kann ein Rülpserchen wahre Begeisterungsstürme auslösen.
- … findet Flusen zwischen kleinen, schwitzigen Zehen goldig.
- … empfindet Alltägliches wie Einkaufen oder Arztbesuche als echte Herausforderung.
- … führt Unterhaltungen über die Konsistenz von Stuhlgang.
- … lernt überhaupt erst seine wirklichen, persönlichen Grenzen kennen.
- … erlebt das größte Glück, das ein Mensch haben kann.
McGedudel
Ab und zu gehen wir zu McDonald’s. Das ist – so denke ich – wie für die meisten Kinder auch für Hannah ein Freudentag. Mit den Fingern essen, schön salzig mit viel Ketchup und dazu noch ein Geschenk bekommen. So könnte das immer sein. Weil wir aber versuchen, dass die Ausnahme sein zu lassen – auch deshalb, damit es etwas Besonderes bleibt – ist die Spannung umso größer, wenn wir wieder mal ein “Happy Meal” kaufen. Was ist diesmal dabei? Beim letzten Mal war es eine kleiner, roter Musikplayer in Form einer iPod-Dockingstation. Hannah entschied sich spontan für rot, einfach der Farbe wegen. Und so zogen aus purem Zufall die “Pussycat Dolls” bei uns ein. Seither dudelt deren Songschnipsel in stetiger Regelmäßigkeit durch die heiligen Hallen hier.
Im Rahmen von Hannahs letzter Übernachtung bei Oma und Opa, kam sie wieder in Genuss des Fastfoods und konnte so – ohne unser Zutun – auch den blauen Player einsacken. Diesmal waren es “Mando Diao” – das geht ja noch, wenn man bedenkt, dass daneben noch musikalische Größen wie “2 Unlimited”, deren beste Zeiten auch längst passé sind oder “Cascada” von der ich im Leben noch nie was gehört habe. Gut, “Beyoncé” und die “Black Eyed Peas” sind auch noch mit von der Partie.
Die Tage verstrichen und je mehr Zeit zwischen dem letzten McDonald’s-Besuch lag, desto weniger Beachtung fanden die beiden Musikplayer. Als wir das Thema innerlich schon voller Glück abgeschlossen hatten, kam uns ein Kindergeburtstag in die Quere, zu dem Hannah eingeladen war. Dort kam es ganz offenbar zu Gesprächen unter Schutzbefohlenen und damit zum Wunsch am besten alle Farben von den blöden Dudelkästen zu besorgen. Seither versuchen wir mit allen Tricks, dieses Ziel wieder aus den Augen zu verlieren – einerseits, weil wir uns fortan nicht ausschließlich von Pommes und Burgern ernähren wollen. Andererseits, weil die Musikauswahl dieser “Giveaways” zumindest nicht durchweg unseren Musikgeschmack trifft.
So, heute versuchen wir mit leckerem Nudelsalat den Fastfoodgedanken zu verdrängen.
Du kommst hier net rein!

In Hannahs Kindergarten grassieren die Kopfläuse! Bisher hat es drei Kinder erwischt. Das ist eine noch überschaubare Zahl, zumal alle inzwischen “aus dem Verkehr” sind. Aber was ist mit der Dunkelziffer? Und was tun, wenn wir die uns fangen? Mir wäre es ja Wurscht. Mein Kopfschmuck hält sich mit fortschreitendem Alter so und so immer mehr in Grenzen. Aber bei Hannahs wallender Haarpracht gibt das eine mords Sauerei! Da seh ich schwarz! Also: Nein, wir wollen keine Läuse! Bleibt wo ihr seid, ihr Biester! Grrrr…
Entwicklungs(-rück-)schritte
In Moritz’ Entwicklungskalender steht:
Hält seinen Kopf in Bauchlage für kurze Zeit und beginnt zu Lallen.
Ist damit jetzt das Baby oder der Vater zu vorgerückter Stunde gemeint?
Heiratenlied
Hannah hat ein neues Lieblingslied. Dass das so ist, liegt hauptsächlich am romantischen Video des Titels. Weil ich das im Auftrag eines Kunden auf dessen Webseite setzen sollte, musste ich dessen Einbau mehrmals prüfen und so verfolgte die kleine Hannah die Geschichte des Clips gleich mehrfach – immer und immer wieder.
Irgendwann – wie das meist so ist – Wochen später, kam sie plötzlich um die Ecke: “Papa, ich möcht’ das Heiratenlied von Lääis hören und anguck’n.” Voilá, hier kann es ihr jeder gleichtun:
Pollenalarm
Boah! Wenn das hier so weitergeht platzt mir zuerst der Riechkolben und dann der Glotzböbbel!
Hüpfkrieg
Alles fing ziemlich mysteriös an. Ich stand, tief ins Tütteln des neuen Familienmitgliedes versunken, an unserem Schlafzimmerfenster. Und wie das so ist beim Tütteln, fällt man durch die meist monotonen Beruhigungsbewegungen irgendwann in eine Art “Sinnesstarre” – man nimmt also nur noch verschwommen wahr, was um einen herum passiert. Aus diesem Zustand wurde ich jäh herausgerissen, als plötzlich das Gesicht und der gestählte Körper unseres Nachbarn vor unserem Fenster auftauchte, um kurz darauf wieder zu verschwinden. Verwundert glotze ich aus dem Fenster. Nichts! Und da: Wieder segelte der Herr Nachbar freudestrahlend und winkend vor mir auf und nieder. Wie Burt Lancaster in “Der rote Korsar” über die Planken glitt, so schwebte unser Gegenüber mit geschwollener Brust und durchgestrecktem Leib vor meinen Augen auf und nieder. Hätte ich die Arme freigehabt, so hätte ich mir ausgiebig die Augen gerieben.
Blumenkind
Hannahs jüngstes Hobby ist das Blumenpflücken. Und da unsere Tochter – wenn sie denn mal etwas für sich entdeckt hat – ziemlich exzessiv sein kann, wird unsere Wohnung allerorts langsam überwuchert von allerlei Wiesenblumen. Butterblumen, Schlüsselblumen, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht… Wir haben alles im Angebot, was die reichhaltige Flora der Schwäbischen Alb so zu bieten hat.
Hier nun ein paar Blumengrüße – direkt aus unseren vier Wänden – und Euch allen da draußen frohe Ostern!















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