Tagesmütter und Kitas
Nach dem Lesen dieses Beitrags wird mich manch eine/r als altbacken, rückständig oder gar realitätsfern abstempeln. Immerhin renne ich damit gewissermaßen gegen einen allseits anerkannten Trend an. Aber die immer weiter zunehmende “Abschiebe-Mentalität” junger Eltern stößt mir mehr und mehr sauer auf. Da sind die Kleinen kaum zwei Jahre alt, da werden sich auch schon in Krippen abgeliefert oder der Tagesmutter in die Hand gedrückt. Immerhin muss die junge Mutter oder der junge Vater schnellstmöglich wieder dem Beruf nachkommen, sich verwirklichen, einbringen und Geld verdienen. Schnell werden Argumente für dieses Vorgehen vorgebracht, wie mangelndes Einkommen, Ausfälle bei der Rente…
Dass es geradezu paradox ist, zusätzliches Geld zu verdienen, nur um es für die Betreuung der Kinder wieder auszugeben, scheint kaum jemandem aufzufallen. Angesichts dessen muss man einfach mal die Frage stellen, warum man eigentlich Kinder bekommt? Weil es “in” ist? Weil das zu den vielen, vielen Lebenzielen einfach mit dazu gehört? Spielen unsere Kinder, die die nächste Generation nach uns bilden, alles in allem nicht eine zu untergeordnete Rolle?
Allein schon der Begriff “Tagesmutter” klingt schrecklich! Das Kind hat tagsüber eine andere Mutter, als abends. Was werden die Kleinen denn mal über ihre Eltern denken, wenn sie groß sind? Dass Beruf und Geld wichtiger waren als sie? Dass sie aus sachlichen Gründen abgeschoben werden mussten? Und was entgegnet man da als Eltern?
Man verstehe mich bitte richtig: Ich gehöre nicht zu denen, die fordern, dass Frauen an den Herd gehören. Ich bin auch nicht dagegen, dass anstelle der Mütter die Väter die Elternzeit wahrnehmen – im Gegenteil! Was ich aber nicht nachvollziehen kann: Dass man Kinder bekommt und diese dann allenfalls den gleichen Stellenwert haben wie Beruf, Hobby oder irgenwelche materialistischen Dinge. Unsere Kinder sind die Eltern von morgen. Sie sollten – gerade in den ersten drei Jahren – die wichtigste Rolle spielen… Ohne Wenn und Aber! Ist das altbacken? Ist das “ewig-gestern”? Dann bin ich das gerne!
Zwei-Klassen-Impfung
Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe naht. Rund 50 Millionen Dosen wurden von der Bundesregierung bestellt. Somit stehen die Deutschen vor der Frage: Lasse ich mich impfen oder nicht? Was ist gefährlicher, die Impfung oder Grippe? Die Verunsicherung ist groß. Bei einer hier im Blog durchgeführten Umfrage hält sich der überwiegende Großteil deutlich zurück und zieht vorsichtshalber eine Impfung nicht in Betracht. Auch anderenorts sprechen sich über 80% gegen die Impfung aus. Angefeuert wird dieser Trend durch die jüngsten Meldungen, dass die Bundesregierung ebenso wie die Soldaten der Bundeswehr einen ganz anderen, weit verträglicheren Impfstoff erhalten werden. Die breite Masse hingegen muss verstärkende Substanzen (sogenannte Adjuvantien) hinnehmen. Die eifrige Erklärung hierfür folgte steten Fußes: Es handele sich dabei nicht um eine Zweiklassen-Medizin, sondern dieses Vorgehen sei durch vertragliche Bindungen gegenüber den herstellenden Pharmakonzernen begründet.
Ganz gleich, warum welcher Impfstoff wem gespritzt werden soll, die Tatsache dass Unterschiede gemacht werden, sorgt sicher nicht für ein gutes Gefühl. Dieses Vorgehen erweckt ganz sicher sogar den Eindruck, dass einige wenige Bevorzugte den “guten”, das “gemeine Fußvolk” hingegen den “schlechteren” Impfstoff verabreicht bekommt. Ob das den Tatsachen entspricht, darüber sind sich nicht einmal die Experten einig. Genauso wie übrigens bei der grundsätzlichen Frage, ob die Impfung grundsätzlich sinnvoll ist oder nicht. Bedenklich dürfte aber in jedem Fall die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sein, Schwangere nicht mit dem verstärkten Stoff zu impfen, sondern (wenn überhaupt) hierfür einen anderen zu verwenden.
So muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die umstrittene Spritze bekommen möchte oder nicht. Im Moment spricht in meinen Augen wenig für die Impfung. Das eigentliche Virus und seine gesundheitlichen Auswirkungen sind verhältnismäßig harmlos. Die Impfung hingegen wurde in einem Schnellverfahren entwickelt und ist somit bei weitem nicht so umfangreich getestet wie beispielsweise der alljährliche Influenza-Wirkstoff. Es gibt sogar erste Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die Schweinegrippe-Impfung gerade bei Jugendlichen und Älteren nicht ausreichend schützt. Warum also sollte man jetzt in Panik geraten und sich impfen lassen wollen? Sollte das Virus mutieren und deutlich gefährlicher werden, muss man neu abwägen – auch wenn einam natürlich unter Umständen die Zeit davonrennt. Genauso besteht aber die Möglichkeit, dass dieses Übel ohne größere Auswirkungen an uns vorrüberzieht und die nun anstehende Impfung letztlich nichts anderes ist, als ein gigantischer und zudem noch profitbringender Feldversuch für die Pharmaindustrie in Sachen Adjuvantien. Und das, obwohl aus unzähligen Studien bekannt ist, dass diese neuartigen Impfstoffe deutlich mehr Nebenwirkungen haben: Rötungen, Schwellungen und Verhärtungen an der Einstichstelle, Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen und sogar schmerzhafte Gelenkentzündungen. Wie die Behörden dazu kommen, bei diesem makaberen Spiel bedenkenlos mitzumachen, bleibt das eigentliche Rätsel dieser (schweine-)teuren Aktion.
Falsche Motivation
Es spielt eigentlich keine Rolle, ob man bereits Eltern ist, es irgendwann erst noch werden oder lieber kinderlos bleiben möchte. Die furchtbar humorvollen “Motivatoren” gibt es immer und überall. Sie rufen absolut witzige Floskeln durch die Gegend wie:
- Ey, ey, jetzt wird’s dann aber mal Zeit für’s erste Kind!
- Oha! In Deinem Alter hatten wir schon zwei Kinder!
- Aber hallo, jetzt müsst Ihr Euch aber mal anstrengen!
- Und? Wann wird Dein Vater nochmal Opa?
Dem Einfallsreichtum sind da keinerlei Grenzen gesetzt. Aber zwei Konstanten haben diese “Anmachen”: Sie sind unüberhörbar laut und sie sind meist mit vulgären Gesten verbunden wie aufmunterndem Zwinkern oder dämlichem Grinsen.
Derartige Aktionen fanden wir schon immer reichlich albern und peinlich. Vor allen Dingen sind sie insofern unangemessen, weil man ja nie um das Schicksal der potentiellen Eltern weiß. Was, wenn die Aufgezogenen keine Kinder kriegen können oder wollen? Was, wenn einfach auch mal etwas mächtig schief gegangen ist. Angesichsts unseres Schicksals machen diese Sprüche letztlich auch einfach nur wütend. Und so kam es heute zu folgender Unterhaltung zwischen Katrin und einer… ich nenn es mal “Bekannten”, der ich beiwohnen durfte. Ich fand Katrins Reaktion klasse und ich erkannte, dass Katrin und ich ohne Absprache mit derartigen Situationen genau gleich umgehen – nämlich mit der Flucht nach vorne. Wir machen aus unserem Herzen keine Mördergrube. Wir können inzwischen mit dem uns Widerfahrenen umgehen – irgendwie. Aber können das auch die anderen?
Bekannte: Ja, sag mal! Ist die Hannah schon sooo groß?
Katrin: Ja, sie wird bald drei!
Bekannte: Dann geht sie schon in den Kindergarten?
Katrin: Ja, seit ein paar Tagen.
Bekannte: Und wo bleibt dann das Zweite? Hä? *blödzuzwinker*
Katrin: Das ist leider im Himmel…
Die Sache mit der Religionsfreiheit
In der Schweiz formiert sich eine Initiative, die sich klar “gegen den Bau von Minaretten” in der Schweiz ausspricht – und das schon seit über einem Jahr. Was bei uns in Deutschland als undenkbar – ja sogar als unanständig gilt, findet in der Schweiz zusehends Anklang.
Wie schon Henryk M. Broder in seinem Buch “Hurra, wir kapitulieren” festgestellt hat, scheint es hierzulande in Mode gekommen zu sein, erst einmal gepflegt einzuknicken. Lieber man geht einer Konfrontation zweier Meinungen aus dem Weg, als dass man in die Verlegenheit kommt, argumentieren zu müssen. Der Islam, der als eine ziemlich selbstbewußte Religion in Erscheinung tritt, hat da leichtes Spiel. Die Auswüchse dieser Bewegung schlagen sich in teils kuriosen Fällen wie der Kruzifix-Diskussion in Bayern, dem Kopftuch-Streit auf Schulen und dem Gebetsteppich-Prozess in Berlin nieder.
Der Islam bildet als Religion in Deutschland, wie in Mitteleuropa eine Minderheit. In Deutschland sind gerade mal rund 4% islamischen Glaubens, während hingegen weit mehr als 70% christlich geprägt sind. Da muss man schon ernsthaft fragen, wie es sein kann, dass sich deutsche Schulen rechfertigen müssen, weil sie Kruzifixe ins Klassenzimmer hängen. Und man sollte zumindest einmal darüber nachdenken, ob es angesichts dieser Zahlen gerechtferigt ist, einer Minderheit allen Wünschen zu entsprechen und das Gebet mit dem Teppich mitten in einer Berliner Schule zu ermöglichen. Da kommen wir als überaus weltoffene Menschen schnell in die Zwickmühle: Wie wollen wir es allen Religionen rechtmachen – auch wenn sie noch so kleine Anteile an unserer Bevölkerung ausmachen?
Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Ich will weder die Religionsfreiheit aufheben, noch bin ich ausländer- oder religionsfeindlich! Es ist in meinen Augen aber ein Fehler, die eigenen Werte und Prägungen immer weiter einzuschränken, nur um Diskussionen mit Minderheiten aus dem Weg zu gehen. Broder sagt sehr treffend: “Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche – und Intoleranz für ein Gebot der Stunde.” Das sagt nicht etwa ein Neonazi, sondern ein Jude! Es geht nicht um Ausgrenzung, sondern um den Erhalt der eigenen Werte. Wer hier leben möchte, muss sich diesen Werten anpassen. Angesichts der Christen in der Türkei, die bis heute aufgrund ihrer Religionsangehörigkeit ums Leben fürchten müssen, ist das mehr als angemessen.
Mein lieber Freund
Ich frag mich wirklich: Für wie blöd halten die einen?
Eine originale, unveränderte Mail aus meinem Spamordner (lediglich die Links wurden entfernt):
Lieber Freund,
Ich vermute das diese E-Mail eine Ьberraschung fьr Sie
sein wird, aber es ist wahr.
Ich bin bei einer routinen Ьberprьfung in meiner Bank wo ich arbeite,
auf einem Konto gestoЯen, was nicht in anspruch genommen worden ist,
wo derzeit $14.300,000 ((vierzehnmillionendreihundert US
Dollar) gutgeschrieben sind.
Dieses Konto gehцrte Herr Christian Eich, der ein Kunde in unsere Bank
war, der leider verstorben ist. Herr Christian Eich war ein gebьrtiger
Deutscher.
Damit es mir mцglich ist dieses Geld $14.300,000 inanspruch zunehmen,
benцtige ich die zusammenarbeit eines Auslдndischen Partners wie Sie,
den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herr Eich vorstellen kann,
damit wir das Geld inanspruch nehmen kцnnen.
Fьr diese Unterstьtzung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die
restlichen 70%
teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser
Transaktion ebenfalls unterstьtzen.
Wenn Sie interessiert sind, kцnnen Sie mir bitte eine E-Mail schicken,
damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.
Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse:
♥♥♥@aim.com
Bitte Lesen:http://♥♥♥.stm
Mit freundlichen GrьЯen
Kebele Majavu.
Wüstenblume
Wüstenblume erzählt die Geschichte von Waris Dirie: ein weltweit gefeiertes Topmodel und gleichzeitig Opfer eines grausamen Rituals: Genitalbeschneidung von Frauen.
Vor Jahren hab ich das Buch gelesen und es hat mich erschüttert. Jetzt soll dieses Buch verfilmt werden und Waris Dirie ist wieder in aller Munde. Sie kämpft seit Jahren gegen diese Art der Tradition an und ist dabei so mutig, sich nicht nur gegen ihre Familie und ihr Volk zu stellen, sondern auch ihre Scham zu vergessen. Um aufmerksam zu machen, um aufzurütteln, um anderen Frauen zu helfen, die ein ähnliches Schicksal tragen müssen oder die davon bedroht sind.
Eine starke Frau und ein noch immer viel zu wenig beachtetes Thema. Vielleicht schafft es die Verfilmung, dieses Thema nochmals in die Köpfe der Menschen zu bringen.
Mehr unter: www.waris-dirie-foundation.com
Du lebst in uns
Wie Katrin an anderer Stelle schon erzählte, ereilte uns Ende letzten Jahres kein schönes Schicksal. Unser zweites Baby, Hannahs Geschwisterchen, war nur wenige Gramm schwer und aus rein medizinischer Sicht nicht mehr als ein “Zellklumpen”. Eine Hand voll Leben, das lange vor der Geburt endete; so früh, dass das Kind nach deutschem Recht keinen Anspruch auf einen Namen, eine Geburts- und Sterbeurkunde besaß, nicht mal auf ein Grab. Im Herzen seiner Eltern wird das Kleine aber immer seinen Platz haben.
Erst viel zu spät haben wir erfahren, dass unser Baby nicht, wie vor einigen Jahren noch üblich, zusammen mit abgenommenen Raucherbeinen organischem Klinikabfall als Sondermüll entsorgt wurde, sondern auf dem Reutlinger Friedhof Römerschanze eine Ruhestätte gefunden hat. Die würdige Begräbnisstätte für die Allerkleinsten, zugleich ein Ort der Trauer und des Erinnerns für die verwaisten Eltern, ist unverständlicherweise nirgendwo ausgeschildert und für unwissende Eltern wie uns nur eher schwer zu finden. Unter uralten Bäumen am Südrand des Friedhofes ragt eine zunächst merkwürdig erscheinende Skulptur empor, die die Trauer der Eltern, die Lücke, die der Verlust des erwarteten Kindes reißt, aber auch die Hoffnung, die den Tod überwinden kann symbolisiert. Der Ort strahlt eine merkwürdige Ruhe und Gelassenheit aus, von der man sich unwillkürlich anstecken lässt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eine gewisse Art von Trost, die wir dort spürten. Immerhin gibt es nun plötzlich einen Bezugspunkt, einen versinnbildlichten Platz der Trauer und des Abschieds. Das was unserem Kind und uns vorenthalten wurde, nämlich ein Platz mitten im Leben, scheint nun wenigstens einen kleinen “Ersatz” gefunden zu haben. Das ist für Katrin wie für mich ein wichtiger Schritt in unserer insgeheim immer noch kaum verminderten Trauer.
Um ein Kind zu trauern, das man nie im Arm halten konnte – das ist nicht leicht. Loslassen, Abschied nehmen und ein Stück weit erleichtert nach Hause gehen – dabei soll der Gedenkplatz helfen. So war auch der symbolische Teil der Einweihungsfeierlichkeiten im Jahre 2004 zu verstehen: Jeder sollte einen Stein am Gedenkplatz niederlegen – und stattdessen eine Feder mitnehmen. Auch wir haben einen kleinen Gedenkstein vorbereitet, den wir dort ablegen werden – und stattdessen werden wir unsere imaginäre “Feder”, unser Baby mitnehmen… in uns… für immer.
Kleine Geste – große Wirkung
Vor ein paar Wochen hab ich hier den Beitrag “Abschied nehmen dürfen” veröffentlicht. Darin ging es um das große Schweigen das herrscht, wenn eine Familie ein Kind während der Schwangerschaft verliert. Uns ging es so und ich wollte und will nicht schweigen. Durch Zufall hab ich von der Initiative “Glücklose Schwangerschaft” gehört und hab durch diese Initiative endlich einen Platz für meine Trauer gefunden. Ich habe aber noch mehr gefunden: der Seelsorger, mit dem ich damals telefonierte ist kein anderer als der Pfarrer, der mich einst konfirmiert hat :-)
Um mein Schweigen vollständig zu brechen, habe ich vor ein paar Tagen einen Brief an die Klinik geschrieben, in der damals die Ausschabung gemacht wurde. Ich hab all meinen Ärger und meine Wut über das “nicht-reden” reingepackt. Heute hat mich besagter Pfarrer angerufen und mir inständig für meinen Brief gedankt. Endlich hätte er etwas in Händen, womit er den Ärzten und der Klinikleitung klarmachen kann, dass es wichtig ist zu trauern und zu reden, dass es wichtig ist den Frauen zu sagen: es gibt einen Platz, euer Kind wird wahrgenommen und beerdigt! Auch wenn das Kind in Ärzteaugen nur ein Zellklumpen ist. Endlich kann auch er effektiver gegen das allgemeine Schweigen vorgehen.
Und es tut so gut! Es tut mir und vorallem meiner Seele so gut, endlich reden zu können und vorallem anderen damit auch noch zu helfen.
Die Moral von der Geschichte ist wohl folgende: macht das Maul auf, Leute! ;-)
Adolf Hitler und Aids
Die Immunschwächekrankheit Aids ist für den Tod von mehr als 28 Millionen Menschen verantwortlich. Alle 15 Sekunden stirbt ein weiterer Mensch daran. So gesehen ist das Aidsvirus vergleichbar mit einem Massenmörder. Dass derartige Vergleiche immer heikel und anstößig sind, beweist die aktuelle Kampagne der Werbeagentur “das comitee”, die zusammen mit dem gemeinnützigen Verein “Regenbogen e.V.” vor den Gefahren von HIV warnen möchte. Über mangelnde Aufmerksamkeit können sich die Macher bis dato nicht beschweren. Ein Aufschrei ging durch die Presse, als die Plakate veröffentlicht wurden, die Adolf Hitler, Saddam Hussein und Josef Stalin beim Sex zeigen. Der Slogan: “Aids ist ein Massenmörder”. Das sei geschmacklos und würde alle Opfer des Nationalsozialismus beleidigen. Zudem stelle diese Darstellung jeden Aidskranken mit Verbrechern wie Hitler gleich. Das aufreißerisch gestaltete Werbevideo zur Kampagne wurde auf YouTube wieder entfernt.
In der Tat kann man den Machern ein “nicht ganz so glückliches Händchen” bei der Wahl ihrer Motive vorwerfen. Sie hätten wissen müssen, dass sich Vergleiche mit Hitler und dem Nationalsozialismus in Deutschland schlichtweg verbieten. Es findet sich immer jemand, der sich verletzt und brüskiert zeigt, der mahnend die Hand hebt und entrüstet den Kopf schüttelt. Und wenn sich sonst keiner zu Wort meldet, dann hat sicher der Zentralrat der Juden noch etwas beizusteuern. Dabei zeigt doch genau dieser Umstand die eigentliche Misere: Wir beschäftigen uns noch immer und ausgiebig mit dem Thema “Drittes Reich”, wohingegen Aids in der öffentlichen Debatte kaum noch eine Rolle spielt. Ich will damit nicht sagen, dass man Hitler und seine Gräueltaten vergessen oder gar verharmlosen sollte! Aber man sollte dieses traurige Kapitel der deutschen Geschichte auch nicht über alles andere stellen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens die Tatsache, dass sich über die ähnliche Darstellung von Stalin und Saddam bisher kaum jemand aufregt.
Vielleicht sind die Kreativen hinter der Kampagne letztlich doch nicht so “ungeschickt”?! Vielleicht sahen sie diese Reaktionen – gerade auf diese Darstellung von Hitler – voraus und provozierten sie bewußt, um das Thema in dasselbe Rampenlicht zu rücken, in dem die Verbrechen der Nazis bis heute stehen?! Diesen Eindruck bestätigen die Aussagen von Heiko Schüßling, dem Vorsitzenden von “Regenbogen e.V.”, und (man höre und staune) von Ex-Tennisprofi Michael Stich (Quelle: Bild.de). Vermutlich kommen die bisherigen, inzwischen eher seicht wirkenden Aids-Werbespots, vor allem bei Jugendlichen gar nicht mehr an. Es scheint nun einmal so zu sein, dass man in der heutigen, medialen Welt nur noch dann wirklich durch- und ankommt, wenn man aufrüttelt… und das tut diese Werbekampagne ganz sicher. Man sollte den Hitler aus dieser Werbung nicht mit den Aidskranken gleichstellen, sondern als Metaffer für eine teuflische Krankheit verstehen. So gesehen ist das erste Ziel erreicht: Alle reden wieder über Aids! Der Zweck heiligt also doch die Mittel… ;)
Seine Zeit läuft ab!
Mittlerweile bringt uns das Wort “Klimakatastrophe” nicht mehr sonderlich ins Schwitzen. Eher überhören wir es oder tun es ab als medienwirksame Wortkreation. Mir ging es bis gestern ehrlich gesagt auch so. Bis ich mir im ZDF die Dokumentation “Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Eisbären” angesehen habe. Danach war mir schlecht!
Es ist sicherlich jedem bekannt, dass der Eisbär vom Aussterben bedroht ist und jeder hat schon mal von “Knut” oder “Wilbär” gehört, aber kaum einer weiß, wie es wirklich um den Polarbären bestellt ist. Auf gut deutsch: beschissen!
Das Eis schmilzt immer schneller und dadurch verliert der Bär seine Jagdgebiete, seine Kinderstube, seine Lebensgrundlage. Er kann die lebenswichtigen, fetten Robben immer später jagen, er muss immer längere Strecken schwimmen (und ertrinkt immer öfters dabei, weil die Entfernung von Eisfläche zu Eisfläche immer größer wird) und zu allem Überfluss wird sein Leben immer häufiger vom profitgeilen Menschen gestört. Es gibt nämlich in der Arktis, genauer gesagt in der selbsternannten kanadischen Eisbärenhauptstadt “Churchill” einen wahren Bärentourismus. Da wird der Eisbär mit Tundrabuggys aufgestöbert, mit Robbenfett angelockt und dann von zahlungskräftigen Touristen abfotografiert. Dass dieses Tier seit Monaten nichts gefressen hat und ausgehungert und kraftlos ist, scheint niemanden so wirklich zu interessieren. Wenn die Tiere nämlich nachts auf den Müllhalden von Churchill nach Fressbarem suchen, werden sie vertrieben. Nur um am nächsten Tag aufgestöbert und fotografiert zu werden. Ein irrer Kreislauf…krank!
Natürlich fühlen sich auch die Jagdbegeisterten der Gattung Mensch dazu verpflichtet, ihren Anteil an der Ausrottung des Eisbären beizutragen. Sogar von Deutschland aus werden Eisbärjagden organisiert. Es reicht ja nicht, dass der Bär mithilfe des Klimawandels ausstirbt, er wird auch abgeknallt. Damit es noch schneller geht!
Ich weiß, dass viele jetzt sagen: na und? Was soll ich dagegen tun?
JEDER von uns kann etwas tun!!
Energiesparen, öfters das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen, die Heizung nicht voll aufdrehen, Stromsparen…es gibt so viele Möglichkeiten um den Klimawandel aufzuhalten, auch wenn sie noch so klein erscheinen. Wenn jeder nur ein bisschen mithilft, ist schon viel erreicht! Nicht nur für den Eisbären, sondern auch für unsere Erde von morgen.
Leider ist auf die Politiker dieser Welt kein Verlass, darum muss jeder selber mithelfen, den Klimawandel und somit das Aussterben nicht nur des Eisbären aufzuhalten!
Wer mehr wissen möchte, der findet Infos über die Dokumentation unter www.hannesjaenicke.zdf.de
“Ich hoffe, mit den Filmen wenigstens ein paar Menschen zum Nachdenken anzuregen, wie wir mit unserer Natur und Umwelt umgehen.” Hannes Jaenicke









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