Adieu 2007!
Heute liegt das alte Jahr also endgültig in den letzten Zügen. Natürlich ist es in der Tat nur das Aufhängen eines neuen Kalenders. Durch ein neues Jahr verändert sich meist nicht wesentlich etwas! Das ist auch der Grund, warum ich nicht an “gute Vorsätze” oder dergleichen glaube… und mich an diesem “Wetteifern” auch bewußt nicht beteilige.
Trotzdem ist es der Zeitpunkt, an dem man teils wehmütig, teils froh zurückblickt. Und weil das in den letzten Tagen und Wochen schon so viele getan haben (schon seit rund vier Wochen laufen entsprechende Shows im Fernsehen), sind es heute eher die kleinen Dinge, die mich nachdenklich machen.
Der Winter naht
Heute morgen zeigte mein Thermometer im Auto -8°C an (minus wohlgemerkt!) und genau so kalt fühlte sich das auch an. Dementsprechend glatt waren die Straßen und dementsprechend vorsichtig muss man dann auch durch die Lande schleichen. Da versteht man schnell die Stimmen, die sagen: Wie kann man nur auf der Alb wohnen? Klar, dieses Urteil ist schnell gefällt, aber einerseits war’s “unten” auch glatt und sogar noch neblig dazu. Aber vor allem entschädigt die Alb (paradoxerweise gerade im Winter) für alle Unannehmlichkeiten, die das höhenbedingte und manchmal schon strenge Wetter mit sich bringt.
Als Kind habe ich immer von der Winterlandschaft geträumt, wie ich sie auf der Alb alljährlich finde. Zentimeter hoher Schnee, der auch wirklich lange liegen bleibt und nicht am nächsten Morgen als braune Matschbrühe daherkommt. Raureif an den sonnendurchfluteten Bäumen, der glitzert und glänzt. Qualmende Kamine und rotbackige Menschen. Herrlich! Das macht das morgendliche Schneeschippen wieder gut (und Schneeschippen heißt bei uns schon mal: 20 / 30 Zentimeter Neuschnee wegräumen).
In freudiger Erwartung…
Es gab Jahre, da hatten wir hier auf der Alb schon im Oktober tiefsten Winter mit zentimeterhohem Schnee. In diesem Jahr blieben wir bisher noch verschont. Es hat zwar vor ein paar Tagen ordentlich geschneit, aber tags darauf wurde es so warm, dass der liegengebliebene Neuschnee sofort wieder in sich zusammenfiel. Deshalb sitzen wir nun da, schauen aus dem Fenster und warten auf den ersten “richtigen” Schnee. Normalerweise sind wir froh, wenn es der nicht so eilig hat, denn Schnee heißt hier bei uns richtige Massen zu bewegen, bevor man zur Tür oder der Garage rauskommt. In diesem Jahr ist Schnee aber (wieder) etwas Besonderes, obwohl wir nun schon mehrere Jahre hier oben auf rund 800 Metern über dem Meeresspiegel wohnen. Diesmal wird unsere kleine Hannah nämlich zum ersten Mal so richtig Schnee er- und begreifen. :grin: Ein spannender Moment, denn schon beim oben erwähnten Schneesturm vor ein paar Tagen, schaute sie total erstaunt und neugierig aus dem Fenster. Bald wird sie lernen, wie man einen Schneemann baut.
Die Bärenhöhle
Es war im Jahre 1834 als sich ein Lehrer namens Fauth aus Honau aufmachte, um auf der Schwäbischen Alb in einem Waldstück bei Sonnenbühl Heilkräuter zu sammeln. Dabei fiel ihm seine Schnupftabakdose in einen Felsspalt. Natürlich wollte er sie nicht kampflos aufgeben. Also kletterte er in den Spalt und entdeckte alsbald, dass der Spalt tatsächlich eine größere, unterirdische Kammer, ja eine ganze Höhle, ist. Nach und nach erforschte man die Höhle und fand so allerlei darin: Direkt unter dem Felsspalt fanden sich viele menschliche Knochen. Heute wird aufgrund des Alters der Knochen vermutet, dass das Erdloch im Mittelalter dazu benutzt wurde, Pestopfer hineinzuwerfen und somit die Ansteckungsgefahr zu bannen. Außerdem fanden sich unzählige Bärenknochen in der Höhle.
Meine Geburtsstadt: Tübingen
Eigentlich passt dieser Beitrag gar nicht in die Kategorie “Alb-Träume“, denn worüber ich heute schreiben möchte, liegt allenfalls in nicht umittelbarer Nähe zum Fuße der Alb (ca. 20 Kilometer entfernt). Tübingen ist eine traditionsreiche Universitätsstadt in Baden-Württemberg, etwa 40 Kilometer südlich von Stuttgart gelegen und zugleich meine Geburtsstadt. Ich bin zwar dort nicht aufgewachsen, hege aber trotzdem bis heute eine innige Zuneigung zu dieser Stadt. Einige Jahre lang habe ich sogar in ihr gelebt, woran ich immer wieder gerne zurück denke.
Mit ihren verwinkelten, mittelalterlichen Gässchen und den großen, gepflasterten Plätzen strahlt Tübingen eine ganz besondere Stimmung aus. Nicht zuletzt die rund 20.000 Studenten der Universität, die kleinen Kneipen (meist übervoll mit Studenten
) und das Schloss, das über den Dächern trohnt bilden das abrundende Tüpfelchen auf dem i. Im Sommer gibt es unzählige Veranstaltungen und in den Straßencafés tummeln sich die Menschen. Im Winter gibt es einen urigen Weihnachtsmarkt und – im Verhältnis zur Alb – nur mäßig Schnee.
Der Albtrauf
Weniger wegen des Sommerlochs, als aus “Lust auf mehr”, die durchs Stöbern in meinem Fotoarchiv kam, gibt’s heute eine weitere Unterrichtsstunde in “Heimatkunde”. :D Ich hoffe, Ihr habt Spaß dabei! ;) Und keine Sorge: Der nächste Beitrag handelt dann wieder von was anderem!
Die Schwäbische Alb als Mittelgebirge Südwestdeutschlands ist – zumindest zum Nordwesten hin – eine Art Hochplateau, das wie eine abgebrochene Tafel Schokolade plötzlich steil abfällt. Durch diese geografische Gegebenheit entstehen wunderschöne Landschaften und die vor allem im Winter allseits gefürchteten Steigen mit ihren Serpentinen (Foto), auf denen sich der Autoverkehr in Richtung Donautal hoch- oder in Richtung Neckartal hinunterquält. Da sind Steigungen von 15% und mehr keine wirkliche Seltenheit! Die Steigungen sind teilweise so steil, dass man den ein oder anderen holländischen Touristen mit seinem Wohnwagen am Fuße des Traufs den Kopf schütteln sieht: “Diese Pass fahre wir wohl lieber erst morgen!”
Besonders imposant ist das Echaztal bei Honau, das vom Albtrauf immer enger werdend gesäumt wird. Hoch oben über all dem steht kurz vor dem Zusammenlauf der beiden Talseiten majestätisch das Schloss Lichtenstein, das unbedingt eine Reise wert ist! Es ist zudem Namensgeber der Gemeinde und somit aller Ortschaften, die ihm zu Füßen liegen: Lichtenstein-Honau, Lichtenstein-Unterhausen…
Obwohl ich nun schon mehrere Jahre auf der Alb wohne, ist ein Besuch am Trauf immer wieder ein atemberaubendes Erlebnis. Jede Menge Mut und Trittfestigkeit vorausgesetzt kann man direkt bis zur Kante vortrippeln und bis zu 400 Meter in die Tiefe blicken. Das jagt selbst einem Schwindelfreien einen unglaublichen Schauer über den Rücken und lässt einen angesichts dieser Dimensionen als wirklich kleines, unwichtiges Etwas erscheinen. Ich kann nur jedem, der hier in die Nähe kommt, einen Besuch am Albtrauf und seinen Aufstiegen empfehlen. Wer sich wirklich bis ganz vor wagen möchte, sollte aber gutes Wanderschuhwerk nicht vergessen! ;-)
Der Wackerstein
Der Name “Wackerstein” dürfte jedem Leser des Grimm’schen Märchens “Der Wolf und die sieben Geißlein” bekannt sein. Eigentlich stammt der Name aber von “Wacke” ab, was die einstige Bezeichnung für verwitterten Basalt ist. Dieses Gestein an sich deutet schon darauf hin, wobei es sich bei diesem “Berg”, von dem ich hier reden will, tatsächlich handelt: um einen ehemaligen Vulkan nämlich, was das nebenstehende Foto eigentlich ganz gut zeigt. Man beachte bitte die grasenden Rehe im Vordergrund! Es dauerte Stunden, dieses Foto so in den Kasten zu bekommen!
Der Wackerstein liegt in unmittelbarer Nähe von Pfullingen und damit direkt am Fuße der Alb. Er hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Wenn man so will ist er der “Familienfels” von Katrin. Vor allem ihr Papa hegt eine ganz besondere Beziehung dazu, nicht nur weil er direkt unterhalb davon wohnt. Und das färbt natürlich ab: Dieser riesige Gesteinsbrocken hat eine beinahe schon mystische Ausstrahlung. Das mag von seiner imposanten Lage (man sieht von dort oben bei gutem Wetter bis nach Stuttgart!) und von seinem gerade bei Kletterern sehr beliebten, steilen Abfall kommen. Vor allem aber ist die Ruhe dort oben geradezu gespenstisch.
Der Fels lädt zu einer zwar nicht ganz unanstrengenden Wanderung ein, der Ausblick und die Stimmung entschädigt aber alles. Dafür kann man dann am Gipfel auch herrlich grillen und Natur pur genießen. Ganz Mutige wagen sogar den Sprung von der eigentlichen Felskante, rüber zum nahezu freistehenden Grat auf dem ein Gipfelkreuz hinaufragt. Vor allem aber spürt man dort oben eine Ruhe, die zur inneren Einkehr einlädt. Das ist wie ein “echtes” Gotteshaus unter freiem Himmel, ja fast sogar wie der Himmel auf Erden. So oder so ist der Wackerstein eine Reise wert. Wer auf die Schwäbische Alb kommt, muss ihn einfach gesehen haben!
Unser kleines Städtchen
Manch einer (vor allem jemand aus der Großstadt) wird unser kleines Städtchen als Dorf bezeichnen. Aber ganz so hinterwäldlerisch ist es hier gar nicht – auch wenn wir auf der Alb sind! Irgendwie ist es die richtige Mischung: Alles, was man alltags braucht ist am Ort und alles was die Seele braucht liegt drum herum: grüne Wiesen, riesige Wälder, unberührte Heiden… Natur pur! Ich selbst stamme ursprünglich nicht von hier, aber ich muss zugeben: Die Alb hat etwas Besonderes, etwas Unverbrauchtes, etwas Heimeliges. Hier muss man sich wohl fühlen… und das scheinen auch die unzähligen Touristen zu denken, die jedes Wochenende zu uns pilgern.
Kommt doch einfach mal auf die Alb! Es lohnt sich! Schaut selbst:
- Freizeitpark “Traumland”
- Bärenhöhle
- Nebelhöhle
- Schloss Lichtenstein
- Uracher Wasserfall
- Automuseum Engstingen
- Ostereimuseum Erpfingen
- usw. usw.
All das liegt hier in unmittelbarer Nähe – teilweise nur 10 Minuten entfernt! ;) Aber vor allem kann man hier herrlich wandern, radfahren und im Winter an vielen Liften skifahren oder auf unzähligen Loipen langlaufen.
So, bevor ich jetzt aber vom Fremdenverkehrsamt Provision bekomme, hör ich lieber auf… denn ich schreib das aus Überzeugung, nicht weil ich was dafür krieg!
Morgenidylle
Das Wetter gibt ja leider zur Zeit nichts her! :-( Daher greifen wir in unsere Fotokiste und präsentieren Euch heute ein Foto von einem Septembermorgen des letzten Jahres. Diese Idylle hat die damals noch schwangere Katrin bei einem Spaziergang in den nahegelegenen Pferdestall früh morgens im Bild festgehalten. Solche Momente machen die Alb besonders liebenswert! ;-)
Ein kleiner Dieb
Eigentlich sagt man ja den Spatzen nach, dass sie sehr frech sind. In diesem Fall war es aber eine Meise: Dieser kleine Piepmatz vergriff sich trotz knipsender Kamera an den Haaren, die sich in unserem Staubsaugeraufsatz verfangen hatten. Wir legten diesen kurz zuvor auf den Balkon. Wer genau hinsieht kann die Beute im Schnabel erkennen! Hoffen wir mal, dass der mutige Kerl nun damit seine Kleinen gemütlich warm hält. ;-)









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