Leseratte Hannah
Katrin liest für ihr Leben gern und auch ich greife immer wieder mal gern zu einem Buch… wenn auch in letzter Zeit immer öfter zu einem Hörbuch, einfach weil das für die Zeit einer Autofahrt ganz praktisch ist. Jedenfalls mögen wir beide Bücher – ganz gleich in welcher Form. Vielleicht liest deshalb auch Hannah sehr gern in ihren Büchern. Anfangs war das Angucken und Vorlesen eines Buches Teil unseres “Abend-Rituals” vor dem Schlafengehen. In jüngster Zeit ist daraus aber eher ein “letzten Mal Gas geben” geworden und Hannah dreht dann nochmal auf, offenbar um sich kurz vor dem Schlafengehen müde zu machen. Da bleibt dann fast nie Zeit für ein Buch. Dafür liest sie jetzt öfter mal tagsüber in ihren Büchern und bei jeder nur erdenklichen Möglichkeit nimmt sie einen an der Hand, zieht dran und sagt mit ihrem neu gewonnenen Wortschatz: “Buch gucken an!” Erst wenn man sich dann mit ihr aufs Sofa oder auf die Balkonbank setzt und mit ihr liest, gibt sie Ruhe.
Wenn dann wirklich mal gar niemand Zeit hat… und dann auch nur nach stundenlangem Quengeln und Nerven… setzt sie sich auch mal ganz alleine hin und liest. Das nebenstehende Foto (noch aus der alten Wohnung) zeigt einen dieser seltenen Momente – denn meist findet sie einen Dummen Vorleser.
Hannahs neue Freunde
Dass Hannah Tiere mag, das ist nicht zu übersehen. Sie zeigt auf jeden Hund, lockt jede Katze, ahmt jedes Vögelchen nach. Sie ist ein Fan der Natur und liebt Bäume, Sträucher, Hecken, Blumen… und sogar “Binnen” – also Spinnen! Eine echte “Älblerin” eben.
Diese Vorliebe für Tiere und insbesondere die Vorliebe für die gefiederten Arten unter ihnen, mündet mehr und mehr in einer Art “Freundschaft”. Aufgrund unseres Umzugs haben wir gezwungenermaßen auch den Balkon auf den Kopf gestellt und Töpfe verrückt. Während dieser Aktion kamen Körnchen zum Vorschein, die wir über den Winter den Vögeln in einem Häuschen bereitgestellt hatten. Diese hat die Generalinspektorin und Umzugsbeauftragte Hannah gleich entdeckt. Katrin erklärte ihr, dass dies Futter für die Vögel ist. Seither nun will sie ständig auf den Balkon (auch wenn es stürmt und/oder regnet) und muss natürlich die “Biebiebs” füttern, weil die ja sonst elend verhungern.
Einfach rührend! Aber manchmal ehrlicherweise auch etwas nervig, weil inzwischen die Körnchen natürlich aufgebraucht sind und sich Hannah deshalb an der Blumenerde aus den herumstehenden Töpfen bedient.
Dass diese “Körner” natürlich nicht gefressen werden versteht sich von selbst. Dementsprechend sieht unser Balkon im Moment auch aus.
Aber wir ziehen nun ja um und dann haben wir einen neuen, noch überwiegend jungfräulichen Balkon.
Ein echtes Mädle
Wenn man zum ersten Mal sein eigenes Kind im Arm hält ist das ein großartiger (wenn nicht der größte) Moment im Leben. Man nimmt den neuen Erdenbürger als Baby, als Säugling wahr. Das klingt logisch, aber damit meine ich, dass man zunächst nicht sehr viel mehr wahrnimmt. Dinge, die im späteren Leben entscheidend sind, nämlich ob jemand Frau oder Mann, groß oder klein, dick oder dünn ist, spielt dann noch gar keine Rolle. So kommt es, dass man auch erst nach und nach “wirklich” wahrnimmt, dass man nun ein Mädchen oder einen Jungen hat.
Hannah ist in den letzten Monaten in Windeseile vom Baby zum Kleinkind geworden. Ihre Gesichtsausdrücke werden täglich mehr, genauso wie ihre Gestiken und Worte. Sie beginnt aktiv zu kommunizieren und uns reinzulegen.
Die Dinge überschlagen sich und entsprechend “anstrengend” kann es manchmal mit ihr sein. Auf der anderen Seite lachen wir aber auch so oft mit ihr, weil sie mehr und mehr ihren ganz eigenen Humor entwickelt. Und schließlich ist sie jetzt auch mehr und mehr ein “echtes” Mädchen, so wie man es sich landläufig vorstellt. Sie trägt hin und wieder Kleidchen und fühlt sich offensichtlich wohl darin.
Das heißt nicht, dass wir bzw. Katrin sie anzieht wie ein Püppchen (Gott bewahre! :eek: ), aber es ist schon goldig zu erleben, das plötzlich keiner mehr fragt: “Ist es denn ein Bub oder ein Mädel?”
Hannah’s Cottage
Es ist inzwischen wirklich unübersehbar: Der Umzug steht quasi unmittelbar bevor. Der wesentliche Vorteil in der neuen Wohnung: Wir haben endlich wieder Luft zum Atmen, das heißt, dass wir wieder richtig viel Platz haben werden. Hannah hat ein “richtiges” Kinderzimmer, wir haben wieder ein “richtiges” Büro und all das liegt nicht am oder gar im Wohnbereich. Herrlich!
Wir haben einen Balkon, wir haben (fast) dieselbe Aussicht wie vorher. Wir wohnen nicht mehr ebenerdig, was ruhiger und angesichts der Tatsache, dass momentan ein Einbrechergrüppchen sein Unwesen im Dörfchen treibt, auch beruhigender ist. Nur ein kleines Manko hat das Ganze: Der große Garten fällt weg. Gut, offengesagt haben wir den kaum (oder sogar überhaupt nicht) benutzt. Hin und wieder konnte Hannah dort schaukeln… aber das war’s dann auch schon. So ein Gemeinschaftsgarten wird dann halt doch nicht so vollends benutzt, wie man vielleicht könnte. In der neuen Wohnung ist dafür ein großer Spielplatz samt Wiese nicht weit. Zu Fuß höchstens zwei, drei Minuten.
Was uns aber sehr fehlen wird ist “Hannah’s Cottage”. Das ist leider keine von einem Großonkel vererbte Luxusvilla in der grünen Idylle von Irland, sondern “nur” ein Gartenhäuschen für Kinder. Das haben wir leihweise von Hannahs Patenonkel zur Verfügung bekommen und müssen es nun mangels Gartenplatz wieder zurückgeben. Sie hat es nie wirklich genutzt, weil sie auch die längste Zeit einfach noch zu klein dafür war. Das zeigt auch das erste Foto oben. Da konnte sie gerade mal sitzen und ein wenig krabbeln! Jetzt wäre aber langsam das Alter gekommen, in dem sie darin so richtig spielt. Nun gut, man kann nicht alles haben und wie sagte mein Vater: “Ihr wohnt nicht im Garten, sondern in Euren vier Wänden. Und da muss es vorrangig passen.” Und das passt auch! Aber so ein bisschen Wehmut darf dann doch auch sein, oder?
Das Tier in ihr
Ich hab’s immer schon gewußt und auch immer wieder gesagt: In Hannah steckt hin und wieder (vor allem immer öfter) ein kleines Biest. Sie macht ihrem Sternzeichen Skorpion alle Ehre…
auch wenn das Beweisfoto eher auf einen Löwen schließen ließe:
Manchmal wieder Kind sein
Ich will nicht sentimental werden und auch nicht Trübsal blasen, aber manchmal ist es wichtig nachdenklich zu sein. Gerade dann, wenn nicht alles so gut läuft, wie man es sich vorstellt, ist es oftmals wichtig, Empfindungen und Stimmungen freien Lauf zu lassen. Ich will hier nun gar nicht unser ganzes Seelenleben ausbreiten!
An dieser Stelle reichen auch eher “kleine” Beispiele wie defekte Digicams, beruflicher Stress, lästige Umzugsvorbereitungen… Der Blick auf Hannah lässt dann oft in mir die Gedanken kreisen. Sie lebt mit ihrer Unbekümmertheit und Unvoreingenommenheit von heute auf morgen, einfach so in den Tag hinein und nimmt das Leben, wie es auf sie zukommt. Sie macht sich keine Sorgen um Geld oder Beruf, um Terminzwänge oder Krankheiten. Für sie zählen Dinge wie kleine Käfer oder Spinnen, die Katze, die über die Straße rennt oder dass der Knopf, ihr Kuscheltier, immer irgendwo in der Nähe ist. Wenn dann noch Mama und Papa für sie Zeit haben und sie beide in vollen Zügen genießen kann (und das auch mit so viel Zuneigung zeigt), dann ist für sie die Welt in Ordnung.
Geht Euch das manchmal nicht auch so? Man blickt zurück auf früher, als alles noch einfacher und unbeschwerter war. Ich meine das jetzt gar nicht so trübseelig wie es sich vielleicht anhört. Nein, dieser Blick zurück in die eigene Kindheit und Jugend ist manchmal auch einfach nur erfrischend. Als es noch wichtig war, ob das Kleingeld für zwei oder nur ein Päckchen Brause reichte. Als es noch hundert Mal spannender war als jeder Abenteuerfilm, in einem alten Turm Ritter zu spielen und über mehrere Ferientage hinweg die Geschichte weiter zu spinnen. Als Omas Garten durch ein paar Playmobilfiguren zum Urwald wurde… :smile:
Der Countdown läuft
Der Mai hält nun Einzug und mit ihm sind wir sozusagen auf die Zielgerade zu unserem Umzugstermin eingebogen. Noch rund vier Wochen, dann wird es ernst. Mal abgesehen davon, dass wir beide (also Katrin und ich) Umzüge hassen, so ist es diesmal irgendwie ganz besonders anstrengend. Das liegt auch daran, dass Hannah immer und überall mithelfen will. Natürlich sind wir ihr deshalb weder böse, noch lassen wir sie in irgendeiner Form außenvor. Das wäre furchtbar! Aber man kann dann einfach nicht so ranklotzen, wie man es sonst tun würde. So kommt es immer wieder vor, dass man an der einen Stelle einen Karton gerade fertig befüllt und Hannah an der anderen alle Schuhe aus dem Schuhschrank umplatziert hat. Dann muss man natürlich die wieder einräumen. Die Kleine macht das aber mit so einer Hingabe und so ordentlich korrekt (eben nach ihrer eigenen Logik), dass man das ihr beim besten Willen nicht krumm nehmen kann. Trotzdem hält es auf…
Und so wackeln wir (deutlich früher als sonst, dafür aber etwas langsamer) auf den 01.06.2008 zu, an dem wir unsere geliebte Wohnung hier für immer verlassen und unsere noch geliebtere (weil größere) Wohnung dort beziehen werden. Schickt uns Kraft für die letzten Meter!
… und bis dann wieder alles eingeräumt ist! :shock:
Ein Männlein steht im Walde
Gestern war uns einfach mal wieder nach “Natur pur”. Ein Glück, dass wir auf der Schwäbischen Alb wohnen, denn da gibt’s das zu Hauf und zwar direkt vor der Haustür. Deshalb mussten wir auch nur rund zehn Minuten mit dem Auto fahren, um zum idyllischen Naturschutzgebiet “Pfullinger Wiesen” zu gelangen. Dort angekommen, stellte sich schnell heraus, dass es die exakt richtige Entscheidung war. Hannah war vollkommen außer sich und begutachtete die Blumen, ahmte die Vögel nach und lauschte andächtig, wenn man ihr etwas erklärte. Kein Zweifel: Sie ist ein “Naturkind”. Zuhause fühlt sie sich nie lange wohl. Sie will raus, die Welt und vor allem Pflanzen und Tiere erkunden. Ein Bagger kann zwar auch mal zu Entzückung führen und auch zu maßloser Enttäuschung, wenn er denn wieder weg ist, aber es geht einfach nichts über “Bume” (Blumen), “Biibiis” (Vögel) und “Binne” (Spinnen). Das ist ihre Welt… und das ist auch gut so! Seit gestern und dem Foto hier ist sie einfach nur unser “Männlein im Walde”. Wir mussten so lachen!
Hat ein bisschen was von Peter Lustig, wie sie so dasteht in ihrer Latzhose und die Hände darin versteckt, oder?
Noch mehr Fotos von unserem Ausflug in dieses wunderschöne Stückchen Alb gibt es in unserer Fotogalerie.
Bettgeschichten
Exakt genau eineinhalb Jahre (denn so alt wird Hannah genau heute) musste ich warten, bis der innige Wunsch Wirklichkeit wurde: An den letzten beiden Morgen kam Hannh zu mir ins Bett gekuschelt und wir haben gemeinsam Bilderbücher angeschaut. Sie schnuffelte, kuschelte, stampfte mit den Beinchen… so gemütlich findet sie das. Ob es nun Zufall ist oder nicht, das kann man nur mutmaßen. Jedenfalls hatten wir gestern Abend und eben vorhin zum Mittagsschlaf das Phänomen, dass Hannah von sich aus mit der klaren Bitte “Bepp” (was “Bett” heißen soll) schlafen gehen will! Wir dachten zuerst, sie will ein Buch angucken, indem ein Bett vorkommt, aber das schob sie beiseite. Nein, ganz eindeutig: Sie will von sich aus ins Bett, weil sie ganz offensichtlich müde ist! Kaum reingelegt, macht sie dann auch die Augen zu und schläft!
Das ist beinahe schon unheimlich und wir verfallen ganz bewußt nicht in den Glauben, dass das nun immer so ist!
Der Bagger ist weg!
Wie man hier schon lesen konnte, ist Hannah ein totaler Fan von Baggern aller Art. Mit dafür verantworlich ist die Tatsache, dass zu Hause um die Ecke eine (wenn auch kleine) Baustelle eröffnet wurde. Da wurde nichts anderes gemacht, als zwei Autostellplätze angelegt. Dazu brauchten die Arbeiter aber immerhin einen kleinen… richtig! Bagger!
Und so kam es, dass Hannah mehrmals täglich ans Fenster rannte, rauszeigte und mit nickendem Kopf “Baggô” plapperte. Natürlich musste man auch des öfteren mit ihr zu der Baumaschine rüberspazieren und das kleine Ungetüm von Nahem betrachten.
Heute Morgen nun die Schreckensnachricht: Der “Baggô” ist weg! Die Baustelle gibt’s nicht mehr! Vielleicht ist das der Grund dafür, warum sich Hannah “rein zufällig” an einem Schrank zu schaffen machte, in dem kleine Schnapsflaschen lagern.
Armes Kind!










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