Moigitz

Wer ein Kind erwartet, macht sich irgendwann zwangsläufig Gedanken darüber, wie der neue Erdenbürger denn heissen soll. Diese Namenssuche kann – wie es bei Hannah der Fall war – ganz einfach und stimmig sein. Wir waren uns sofort einig und “Hannah” fühlte sich einfach nur gut an. Das Ganze kann aber auch ganz schön schwierig und kompliziert sein – so wie es nun bei Moritz der Fall war.

“Moritz” war eigentlich immer schon in der engeren Auswahl. Der Name gefiel und gefällt uns wirklich gut, nur wie das leider oft so der Fall ist, war er in gewisser Weise “vorbelastet”. Zum einen trägt der Bruder von Hannahs Kindergartenfreundin denselben Namen – das jedoch wäre noch lange kein Grund sein eigenes Kind nicht so zu nennen. Zum anderen aber heisst der Stallhund so, der unter anderem auch “unseren” Rufus, sprich: Katrins Pferd, bewacht.

Der Gedanke, dass unser Sohn auf denselben Namen hört, wie ein ausgewachsener Bernhardiner war zunächst gewöhnungsbedürftig. Das war vor allem deshalb so, weil Hannah diesen Hund heiß und innig liebt. Schon als sie noch kaum sprechen konnte fand sie den “Moigitz” (sprich: Moritz, den Hund) superklasse. Wir waren uns nicht sicher, wie sie daher unsere letztliche Namenswahl bezüglich ihres Bruders finden würde.

Was soll ich sagen? Der Name gefällt auch ihr für das Bruderherz so gut, dass sie ihn heuer als ihre Wahl verkauft. Dass sie in Wirklichkeit zunächst für “Max(imilian)”, später dann für Rixi war, verschweigt sie dabei gern. :mrgreen:

Unser neuer Babysitter

Wer das zweite Kind erwartet, macht sich zwangsläufig früher oder später auch Gedanken darüber, wie der Erstling diesen Einschnitt aufnimmt und verarbeitet. Immerhin heißt es dann: Alles geteilt durch zwei. Am Anfang ist vor allem die Mami gar zum überwiegenden Großteil mit Nummero zwei beschäftigt. Insofern waren und sind auch wir gespannt, wie Hannah diesen kleinen Neuankömmling auf- und annimmt. Bisher klappt das erstaunlich gut. Das mag daran liegen, dass sie nun endlich nicht mehr die Kleinste, sondern vielmehr die “große Schwester” ist, die auch mal nach dem Rechten sieht. Hannah beobachtet und tüttelt schließlich wo sie nur kann. Vor allem die Schnulli-Überwachung ist die in ihren Augen wichtigste Aufgabe. Immerhin hat sie nun endlich die Rechtfertigung, warum auch sie nachts noch ganz dringend einen Schnulli braucht: Sie muss ja quasi für den Bruder “vorkosten” und ihm zeigen, wie man richtig schnullert. Aber auch beim Umziehen, beim Windelwechseln, beim Stillen, beim Bettchenmachen… Hannah ist immer präsent und will helfen. Sobald der kleine Bruder niest, quäkt, schmatzt, weint oder brüllt – Hannah ist zur Stelle. Da lässt sie schon auch mal ihren Pumuckl im Fernsehen links liegen – und das will schon was heißen. Wenn sich dann doch mal so etwas wie Eifersucht rührt (und das ist natürlich auch mal der Fall), dann richtet sich das – eigentlich auch richtigerweise – nur gegen uns Eltern. Wir kriegen dann “Motze” ab. Moritz ist Hannah – bisher zumindest – heilig.

Wir sind gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Natürlich ist uns klar, dass es nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen bleiben wird. Natürlich wird es früher oder später auch Spannungen, Eifesüchteleien und Streit geben. Aber wir sind guter Dinge, das irgendwie geregelt zu bekommen. Vielleicht hilft uns auch die Tatsache, dass Hannah und Moritz dann doch altersmäßig relativ weit auseinander sind. Diese uns vom Schicksal hingeworfene Tatsache, die uns anfangs den ein oder anderen Gedanken abverlangte, scheint jetzt ganz hilfreich zu sein. Hannah ist “die Große”, die vorausgehen kann, die alles erklären und zeigen kann. Wir werden sehen, wohin die Reise führt… :)

Moritz ist da!

Darf ich vorstellen? Das ist Moritz, geboren am 6. April 2011 um kurz nach halb vier nachts hier nebenan auf dem Sofa. Plopp, da war er! Mutter und Kind geht es bestens. Beide sind gesund und unversehrt. Wir alle vier haben dieses dämliche Dauergrinsen im Gesicht und beschnuppern uns lange und ausgiebig.

Hannah fühlt sich schon voll und ganz als “große Schwester” und versorgt ihren kleinen Bruder so gut sie nur kann. Von Eifersucht ist bisher nur wenig zu sehen. Im Gegenteil! Schon heute hat sie sich fest vorgenommen ihm alles zu zeigen, zu erklären und ihn (natürlich) zu beschützen. Moritz scheint sehr angetan von so viel weiblicher Tatenkraft. :mrgreen:

Wir Eltern sind irgendwie… wie soll ich sagen? Wir sind gelassen, überwiegend ruhig, entspannt, zwar oft erschöpft, aber immer überglücklich. Vielleicht ist es die Erfahrung mit Hannah und das daraus resultierende Wissen, was alles hinter uns liegt und was uns noch erwartet?! Jedenfalls läuft alles sehr gut und wir genießen jede Sekunde.

Moritz ist da! Und eine neue alte Geschichte nimmt ihren Lauf… In diesem Sinne: Bis bald an dieser Stelle! ;)

In Kürze mehr

Vorfreude & Angst

Es ist schon erstaunlich, was in einem Kinderköpfchen alles vor sich geht, von dem man selbst als Eltern oft überhaupt rein gar nichts mitbekommt und dann – von jetzt auf gleich – knallhart damit konfrontiert wird. Es ist kaum verwunderlich, dass sich derartige Hirnspiele bei Hannah zur Zeit meist um ein Thema drehen. Natürlich macht auch sie sich so ihre Gedanken, wie es wohl sein wird, wenn sie plötzlich “große Schwester” ist. Wie “tief” und wie konkret diese Vorstellungen sind, haben mich eben vorhin wieder beeindruckt, als ich Hannah zu Bett brachte.

“Papa, ich hab Angst, dass es der Mama sehr sehr weh tut, wenn sie das Baby kriegt.”

Von ihrer Freundin aus dem Kindi weiß Hannah neuerdings, wie – also auf welchem Weg – der Nachwuchs ans Tageslicht dringt. Ihr ist offenbar sonnenklar, dass ein Kind durch’s “Bisi” gepresst nicht unbedingt Spaß und Freude bringt.

“Darf ich Pumuckl-Kassetten hören, wenn das Baby schläft?”

Wer weiß, wie laut Hannah oftmals ihre Kassetten hört, der wird diese Frage leicht nachvollziehen können. :lol:

“Du, ich helf Euch dann beim Baby-Wickeln und beim Putzen!”

Dein Wort in Gottes Ohr, Hannah! :lol: Aber wenn wir den Faktor Eifersucht mal ausblenden, trau ich es ihr sogar zu, dass sie wirklich ordentlich mit anpackt.

“Papi, Mama darf nicht ins Krankenhaus! Ich will net, dass sie ins Krankenhaus geht!”

Driftige Gründe für eine Hausgeburt! :mrgreen:

Es ist schön, zu sehen, wie sich alles zusammenfügt und sich jeder auf seine Weise mit der nahenden Zukunft auseinandersetzt. Es fühlt sich gut an und ich weiß, dass wir die beste Familie der Welt werden. :lol: Ich freue mich darauf – auch wenn es oftmals anstrengend sein wird… Egal! Dafür sind wir da – deswegen gibt es uns!

Sicherheitskonzept

© Christoph Droste (pixelio.de)

Hannah hat zur Zeit mal wieder eine “Angstphase”. Das heißt, sie hat (vor allem kurz vorm Einschlafen) den ein oder anderen eher düsteren Gedanken. Was bisher jedoch Gespenster oder Monster waren (also eher irrrational) sind heuer Einbrecher. Woher sie diesen Begriff kennt, geschweige denn weiß, was so einer genau treibt, das können wir nicht mal ahnen. Jedenfalls weiß sie es und wollte eben vorhin beim Zu-Bett-Gehen ganz genau wissen, was wir in welcher Situation genau zu tun gedenken. Was, wenn der Einbrecher durch’s Fenster will? Oder wenn er ein scharfes Messer hat und die Haustür aufschneidet? Ich nahm diese Chance zum Anlass sie über unser ausgeklügeltes Sicherheitskonzept zu informieren.  :lol: Und so ganz nebenbei bekommt man es dann fast noch selbst mit der Angst zu tun. Was ist, wenn wirklich einer hier einbricht? Da man Angst am besten mit einem herzhaften Lachen besiegen kann, habe ich spontan geantwortet: “Wenn’s doch einer hier rein schafft, dann kriegt der mit dem Staubsaugerrohr den Hintern voll!” Das hat Hannah beruhigt… und mich auch. :wink:

In der Wartehalle zum Ziel

Es ist schon merkwürdig: Zum zweiten Mal warten wir schon seit Monaten auf die Ankunft eines neuen Familienmitglieds. Zum zweiten Mal wird fleissig Nestbau betrieben und werden Vorbereitungen getroffen. Es fühlt sich irgendwie so an wie beim ersten Mal und doch ist alles so vollkommen anders. Schon als wir Hannah erwarteten, waren wir stets ruhig und gelassen. Wir hatten uns immer schon vorgenommen, alles so locker und “normal” als nur irgend möglich an- und hinzunehmen. Wir fuhren damit stets sehr gut – auch wenn es uns sicher nicht immer gelang. Jetzt sind wir gewissermaßen alte Hasen und wissen irgendwie schon recht genau, was auf uns zu kommt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass wir uns zwar tierisch auf den neuen Erdenbürger freuen, so etwas wie eine kribbelige Hysterie aber nicht aufkommen will. Das mag jetzt furchtbar klingen, so ist es aber nicht gemeint. Wo wir bei Hannah noch in die Welt hinausschrei(b)en wollten, dass wir sie erwarten und wie sehr wir uns darüber freuen, üben wir uns jetzt in bewußter Zurückhaltung. Wir wollen uns diesmal ganz “privat” wie blöde freuen. Wir möchten das diesmal ganz für uns alleine. Irgendwie besteht das dringende Bedürfnis, das alles für uns zu behalten. Dabei stellen wir uns dieselben Fragen: Wie wird das Kleine wohl aussehen? Wie wird sich seine Stimme anhören? Wird alles gutgehen? Wie wird dieser neue Mensch riechen, wie wird er sich anfühlen? Die Euphorie ist also groß, auch deshalb, weil noch viele weitere Fragen hinzukommen. Denn bei aller “Routine” (sofern man bei Eltern von sowas überhaupt je sprechen kann :mrgreen: ), wir werden zum ersten mal Eltern von zwei Geschwistern sein.

Wie auch immer: Die Zeit rast – und zwar so schnell, dass wir heute erst erstaunt feststellten, wie bald wir schon den Vollmer-Clan erweitern. Wir freuen uns wie blöde, wenn auch irgendwie auf andere Art und Weise. Es ist spannend und aufregend, vielleicht auch ein wenig verunsichernd, aber eben auch ein Nervenkitzel. Die Reise geht weiter… Auch wenn wir noch ein bisschen in der Wartehalle zubringen müssen. :)

Lektionen des Lebens

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann hat doch eigentlich jeder so seine Vorurteile über andere Menschen. Ich pack mich da hübsch an der eigenen Nase: wir lästern, weil sie andere Klamotten tragen oder komische Frisuren haben. Weil sie anderen Religionen angehören oder einfach einen “seltsamen” Lebenswandel haben. Bei Hannah im Kindi gibt es so eine Familie, über die jeder gerne so ein bisschen die Nase rümpft: Eltern sind nicht verheiratet, haben 5 Kinder (Vater hat mit anderer Frau noch 2 Kinder), leben von Sozialhilfe und sehen einfach “anders” aus. Aus eben dieser Familie ist einer der Kinder, ein Junge, bei Hannah in der Gruppe. Eigentlich ein sehr nettes Kerlchen und man mag fast sagen “seltsamerweise” sehr gut erzogen und sehr höflich. Jedenfalls wollte Hannah unbedingt, dass er in ihr “Kindergartenfreundebuch” reinschreibt. Ich habe mich bisher dagegen gesträubt, weil man ja nie weiß – bei so einer Familie. Nachher kriegt man es nimmer zurück oder es sieht aus “wie Sau”…! Vorurteile de luxe eben.
Hannah hat heute morgen aber ihren Dickschädel erfolgreich durchgesetzt und ihr Freundebuch diesem Jungen in die Hand gedrückt:”schreibst du mir bitte rein?”.
Nachdem selbst die Kindergärtnerin skeptisch war über den baldigen Zurückerhalt eben jeden Büchleins, ging ich mit gemischten Gefühlen heim (wird schon gutgehen). Heute mittag wurde mir dann eine peinlichen Lektion erteilt: der Bub hat Hannah ihr Büchlein in die Hand gedrückt und stolz wie Bolle verkündet:” ich hab dir schon reingeschrieben. Und ein Bild gemalt und ein Bild von mir reingeklebt!”
Was soll ich sagen? Fein säuberlich wurde das Abgefragte eingetragen, ein wunderschönes Bild gemalt und ein Foto des Jungen klebt ebenfalls im Büchlein.
Sowohl die Kindergärtnerin als auch ich waren uns peinlich darüber einig, dass Vorurteile manchmal einfach blöde sind!
Aber immerhin hat Hannah ihren Kumpel glücklich und stolz gemacht, denn er durfte bisher in kein Kindergartenfreundebuch reinschreiben…eben wegen der Vorurteile, die man so hat!

Gottvertrauen

Hannah findet es ganz und gar nicht in Ordnung, dass der schöne Schnee komplett weggeschmolzen ist. Immerhin will sie unbedingt wieder Skifahren und mit dem Schlitten den Buckel runtersausen. Heute morgen hat sie daher folgendes verkündet:
“Mama, ich hab zu dem lieben Gott und zu der Frau da oben (Frau Holle) ganz fest gebetet, dass sie Schnee schicken sollen. Für mich und für den Opa. Weil der liebe Gott macht alles um was ich ihn gebete!”

Ja, das kindliche Gottvertrauen ist unerschütterlich. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Frau Holle zusammen mit dem lieben Gott alle Bettdecken und Kissen so kräftig wie nur möglich ausschüttelt.

Prioritäten

Es ist schon richtig, dass man im Leben Prioritäten setzen muss. Hannah macht das sehr konsequent, wie ich heute morgen feststellen durfte:
sie hat bei der Oma übernachtet und als ich heute morgen anrief, um zu fragen wie sie geschlafen hat bekam ich folgende Antwort:

Hannah:” Hallo Mama! Du kannst mich irgendwann abholen!”
Mama:” Hallo Maus, wie hast du geschlafen?”
Hannah:” Du Mama, wie geht´s dem Baby? Wir gehen noch zu den Rehen!”
Mama:” ääääh…gut….und ok, dann geht noch zu den Rehen, aber wann soll ich dich abholen?”
Hannah:” Toll, Mama…tschüüüüüüß!”

Ja .. ne… is klar :-)