Atomkraft – nein Danke?!

Oder auch: wir sind ein dämliches Volk!

In Zeiten da die Energiekosten in ungeahnte Höhen schießen, werden immer mehr Stimmen laut, die ein Zurück zur Atomkraft fordern. Sogar unsere Politiker singen mittlerweile dieses Liedchen und die Bundeskanzlerin setzt nach einem Wahlsieg 2009 ganz klar auf Atomenergie: “Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir die Laufzeiten unserer sicheren Kernkraftwerke in Deutschland verlängern”. Damit fordert sie nicht nur den Koalitionspartner SPD heraus. Wegen des hohen Ölpreises sieht die Union in der Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke die Lösung des ganzen Übels.

Doch ist Atomenergie wirklich die Lösung? Ist es nicht erschreckend, dass z.B. Plutonium eine Halbwertszeit von ca. 24.000 Jahren hat, Uran sogar von 704 Millionen (!!) Jahren?! Hilft es uns tatsächlich weiter, wenn wir jetzt wieder „Ja“ sagen zur Atomkraft? Reicht die Zerstörung die wir bis zum heutigen Tag durch Atomkraftwerke bzw. Zwischen- oder Endlagerung von atomaren Behältern angerichtet haben nicht aus?!

Vor einigen Tagen schon hab ich mich darüber aufgeregt, dass die G8-Politiker einen fadenscheinigen Beschluss zum Klimaschutz geschlossen haben und sich damit brüsten, die Umwelt zu schützen und den Klimawandel zu stoppen. Jetzt steht also auch die Rückkehr zur Atomkraft wieder auf dem Plan. Was also muss passieren, bis wir endlich aufwachen und umkehren?

Rechenspiele

Wenn man morgens im Auto (also nicht mit der sehr viel lustigeren S-Bahn :mrgreen: ) zur Arbeit fährt, dann hört man halt vor lauter Langeweile Radio. Das sollte man manchmal einfach nicht tun – nämlich dann nicht, wenn Berichte von der aktuellen, viel zu hohen Steuerlast kommen. Da erfährt der ohnehin schon genervte aggressive resignierende depressive wenig motivierte Steuerzahler, dass er auf das Jahr gesehen rein rechnerisch bis zum heutigen Tag nur für den Staat gearbeitet hat. Anders ausgedrückt: Man zahlt so viele Steuern, dass man mehr als die Hälfte des Jahres nicht für die eigene, sondern für die “fremde” Tasche arbeitet.

Für einen kurzen Moment fühlte ich mich dazu genötigt, die Kupplung zu drücken, zurückzuschalten und nach einer Möglichkeit zum Wenden zu suchen. Aber ich blieb tapfer und sitze nun da, wo ich das letzte halbe Jahr (meist) auch saß – nämlich in meinem Büro und erwirtschafte ab sofort mein eigenes Geld. :twisted:

Irlands “Nein”

Eine Woche ist es her seit Irlands “Nein” zur EU-Verfassung… Oh, Entschuldigung! Das schimpft sich seit neuestem ja “EU-Vertrag”! Allein diese Tatsache zeigt, wie ignorant und wie demokratiefeindlich hier vorgegangen wurde: Einer hochoffiziellen EU-Verfassung wurde 2005 von Frankreich und den Niederlanden eine Absage erteilt, also versucht man es nun durch die Hintertür mit einem bloßen, beinahe wortgleichen EU-Vertrag. Wie gut, dass unsere irischen Freunde da konsequent blieben und trotzdem an einer Volksabstimmung festhielten. Ganz so einfach war das beileibe nicht! Vor allem die “Ja-Seite” versuchte die Andersdenkenden mit Floskeln wie “Was sollen bloss die Nachbarn denken?” einzuschüchtern. Dass es aber um die grundsätzliche Auffassung einer europäischen Staatengemeinschaft geht, das wurde freilich ausgeblendet. Zum Glück ließ sich auch das “Nein-Lager” dadurch nicht beirren und stimmte entsprechend ab. Und nun haben wir den Salat… vielmehr die Damen und Herren Politiker. Spätestens jetzt, nach der Klatsche im Jahre 2005 und dem Eklat in diesem Jahr sollte man endlich damit beginnen, das Volk einzubinden! Die EU als Gemeinschaft demokratischer Staaten sollte doch insgesamt auch demokratisch sein, oder nicht? Ich will nicht schwarzmalen, bin mir aber ziemlich sicher, dass eine Volksabstimmung hier in Deutschland (wenn sie denn gewollt wäre) ganz ähnlich wie in Irland ausgefallen wäre.

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Glühbirne adieu

© Thomas Jüling (Pixelio)

Wie man von verschiedenen Seiten hört (z.B. vom Spiegel oder der Tagesschau) plant die EU ein Verbot für herkömmliche Glühbirnen. Ganz ehrlich: Ich hab mich immer schon gefragt, warum noch alte Glühbirnen produziert und verkauft werden! Uns hat lange Zeit auch der deutlich höhere Preis abgeschreckt, aber inzwischen ist es nun ja wirklich ein offenes Geheimnis, dass die sparsamen Leuchtstoffbirnen deutlich länger halten und somit unterm Strich sogar günstiger sind. Auch die Optik hat sich inzwischen gewandelt und heute gibt es die umweltfreundlichen Modelle in allen Ausführungen und Formen. Mit unserem Umzug in die neue Wohnung haben wir konsequent noch vollends die letzten “alten” Glühbirnen gegen die sparsameren Modelle ausgetauscht. Nur an ein, zwei Stellen haben wir das noch nicht vollzogen. Das wird aber noch folgen. Nach Normierungen für Gurken, Kondomgrößen und den Sitzmaßen für Traktorsitze (kein Witz!!!) scheint diese Bestimmung (wenn sie denn wirklich kommt) wirklich mal etwas Sinnvolles zu sein, was aus Brüssel kommt. :mrgreen:

Ronald Pofalla

Am Sonntagvormittag läuft auf SWR 3 immer die “Evi Show“. Darin werden mehr oder weniger prominente Leute per Telefon bestimmte Dinge über ihre eigene Person gefragt. Meist geht es um Dinge wie: Welches Hobby hat XYZ wenn er gerade mal nicht seinem Beruf nachgeht? Das ist insofern hochinteressant, weil man auf diese Weise wirklich Dinge erfährt, die man bisher noch nicht wusste.

Heute war Ronald Pofalla, Generalsekretär der CDU, einer jener “Gäste”. Ich mache da keinen Hehl draus: Ich konnte und kann diesen Mann nicht ausstehen. Er ist mir unsymphathisch! Allein schon seine Stimme stellt mir die Haare auf und irgendwie kann ich auch politisch nichts mit ihm anfangen. Bei seinem Radioauftritt war er eigentlich ganz locker und gelöst, aber trotzdem dachte ich ständig: Wer kommt denn nun endlich und nimmt diesem armen Menschen den langen Stock aus dem Arsch Kreuz? Schlimm! Als er dann auch noch aus seinem Privatleben erzählte, wie seine Frau und er zusammenleben, wann wer aufsteht und was er sonntagmorgens treibt… Da war es dann genug! Das hatte so viel Charme wie eine Gefängnistür. Zum Schluss erzählte er dann noch, welch innigen und persönlichen Kontakt er zu Helmut Kohl und Angela Merkel pflege. Es war eine wohlwollende Laune des Schicksals an dieser Stelle dann einen schönen Musiktitel folgen zu lassen. Ansonsten hätte unsere Radio sein berühmtes “Plopp” gemacht, wenn man es ausschält. :twisted:

Merkels rhetorisches Feuerwerk

Herrlich, was man so von unserer besten, aber leider auch ersten und einzigen Kanzlerin findet, wenn man sich mal so umguckt. Geballt sind ihre peinlichen Patzer noch peinlicher! :lol: Herrlich! :mrgreen:

Freiheit für Tibet

Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen beim Fackellauf zur diesjährigen Olympiade in China. Menschenrechtsaktivisten hissen Banner oder stören den Fackelzug durch massive Proteste und Demonstrationen. Immer wieder liest oder hört man die gleiche Parole: “BEFREIT TIBET” oder “EINE WELT. EIN TRAUM”. Hintergrund dieser Proteste ist der Umgang der chinesischen Regierung mit Tibet. Bereits im Oktober 1950 beanspruchte China die Herrschaft über Tibet und hat dieses Land mit Gewalt unterdrückt. Schon damals blieb ein anschließender Appell gegen dieses Vorgehen an die Vereinten Nationen erfolglos. Der Dalai Lama musste schließlich 1951 aus Tibet fliehen und lebt seither im indischen Exil. Dies ist nur ein ganz kurzer Umriss der Zustände in Tibet. Und tagtäglich, so scheint es, spitzt sich die Situation zu: Tibetanische Mönche werden vom chinesischen Militär aus ihren Klöstern vertrieben, verhaftet und im schlimmsten Fall getötet. Es kommt immer wieder zu Ausschreitungen und Kämpfen.

Man kann zu China stehen wie man will, aber ausgerechnet in diesem Land, in dieser momentan sehr prekären Lage sollen die Olympischen Spiele dieses Jahr stattfinden. Die Welt protestiert gegen diese gewaltsame Unterdrückung Chinas und die Regierungschefs von Europa und den USA schauen tatenlos zu. Es scheint als würde es keinen interessieren! Im Gegenteil: unsere „unfähige“ Bundeskanzlerin, von der ich bisher noch keinerlei Stellungnahme zu irgendeiner politischen, sei es innerpolitisch oder außenpolitisch, Lage gehört habe, hat sich höchstpersönlich zu den Eröffnungsspielen nach China eingeladen. Das finde ich so bedauerlich, dass es mich stinkwütend macht! Ist es denn nicht möglich, wenigsten EINMAL klar Stellung zu beziehen und zu zeigen das man nicht damit einverstanden ist, dass ein Volk – eine Kultur – ausgerottet wird?! Mir ist schon klar, dass dies politische Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Aber immer gleich den Schwanz einzuziehen ist auch keine Lösung. Selbst unsere Sportler, für die Olympia sicherlich ein Höhepunkt in ihrer Karriere ist, lässt man im Regen stehen. Keine Stellungnahme der Bundesregierung. Es heißt vom deutschen Sportbund nur lapidar: es ist den Sportlern erlaubt ihre Meinung zu äußern! Toll!!

Ich jedenfalls ziehe den Hut vor allen, die protestieren. Sie zeigen Rückgrat und kämpfen für ihre Überzeugung und für ein FREIES TIBET!

Rentenerhöhung

Rentner

© mamarone (Pixelio)

Nun ist sie also durch: Die Rentenerhöhung. Es war eine schwere Geburt und zwar nicht zu unrecht, denn viele Stimmen waren strikt dagegen. Nun könnte man den Deutschen vorwerfen, sie wären ein altenfeindliches Volk. Dabei geht es Rentnern bei uns recht gut. Noch nie waren die Renten in Deutschland so hoch wie in den letzten Jahren. Außerdem erhalten die Rentner in steter Regelmäßigkeit kleine, aber feine Erhöhungen. Bleibt die Frage, wo die regelmäßigen Erhöhungen der Löhne und Gehälter all derer bleiben, die das jetzige Rentenaufkommen gegenfinanzieren müssen. Das Argument, man wolle doch wenigstens das rausbekommen, was man einst einbezahlt hat, ist einfach unsinnig und grundlegend falsch. Das deutsche Rentensystem ist umlagefinanziert, das bedeutet, die heutigen Rentner haben einst nicht in einen Topf einbezahlt, aus dem sie jetzt wieder schöpfen, sondern sie haben die damaligen Renten finanziert, so wie alle Arbeitenden von heute die Zahlungen an die heutigen Rentner erwirtschaften. Ein weiteres Missverständnis führt immer wieder dazu, dass von “armen” Rentnern gesprochen wird. Die Renten werden nicht “dauernd gekürzt”, sondern die regelmäßigen Erhöhungen wurden in den vergangenen Jahren mehrmals ausgesetzt. Anders gesagt: Es wurde niemandem auch nur ein Euro weniger ausbezahlt! Zumindest nicht wegen einer politischen Rentenkürzung.

Es tut mir leid um all jene Rentner, die wirklich knapsen müssen und die mit ihren finanziellen Mitteln nicht über die Runden kommen. Aber das ist ganz eindeutig NICHT der Regelfall! Wer um sich schaut, der müsste eigentlich wahrnehmen, wie es um die Rentner bestellt ist: Unser Herr Knolle reist MINDESTENS zweimal pro Jahr in ferne Länder, fährt stets einen nagelneuen (und nicht gerade kleinen) Mercedes und schleppt regelmäßig kistenweise Wein in sein Domizil. Wir können uns vielleicht gerade mal einen Urlaub pro Jahr leisten und selbst da sparen wir und fahren in möglichst nahegelegene, zumindest aber preiswerte Gegenden. Ein nagelneuer Mercedes ist und bleibt (wenn er nicht auf Pump angeschafft wird) ein Traum. Dasselbe gilt für das Rentnerehepaar im Haus daneben. Ein ehemaliger Kollege von mir, der inzwischen auch Rentner ist, erzählte mir neulich, als ich ihn zufällig traf, dass er jetzt erstmal zwei Wochen lang beim Skifahren war. Jetzt überlege er, ob er noch eine Art “Sommerurlaub” machen solle. :roll: Im gleichen Atemzug klagte er aber darüber, dass er zwei Kinder hat, die auf seine Kosten studieren. Ohne Worte… :???:

Wahlkampf-Kampf

Seit gefühlten zwanzig Jahren kämpfen nun schon Hillary Clinton und Barrack Obama um… ja, um die Präsidentschaftskandidatur und eben nicht um das eigentliche Präsidentenamt. Da fragt sich der gelangweilte Politikinteressierte hier im fernen Deutschland, welcher Kampf nun eigentlich der anstrengendere und vor allem wichtigere ist: Der Vorwahlkampf oder der eigentliche Wahlkampf? Wohlgemerkt: Hillary und Barrack gehen für dieselbe Partei ins Rennen! Wie man sich schon vorab so derart selbst zerfleischen und somit politisch beschädigen kann ist mir ein Rätsel. Wie die jüngsten Umfragen zeigen, geht inzwischen auch den Amerikanern selbst dieser Kampf im Wahlkampf ordentlich auf die Nüsse auf die Nerven. Deshalb strafen sie sowohl Hillary, als auch Obama in der Wählergunst ab. Der lachende Dritte könnte dann beider Konkurrent John McCain sein. Zumindest steigen seine Werte in den Umfragen.

Dass die Amerikaner einen Faible für ihre ehrwürdigen Nationalhelden haben, wie es McCain als altgedienter Soldat einer ist, könnte dazu beitragen, dass er, wenn es ernst wird, an Hillary oder Obama (das dürfte dann egal sein) locker vorbeizieht und die USA samt der ganzen Welt wieder einen republikanischen Präsidenten ertragen müssen bekommen. Ob das nach den beiden Amtszeiten eines George W. Bush der richtige Weg ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Jedenfalls bin ich froh, dass ein derartiges parteiinternes Gerangel in Deutschland so undenkbar ist. Ich stelle mir gerade vor, wie Angela Merkel und beispielsweise Christian Wulff monatelang durch die Bundesländer ziehen, um innerhalb der CDU die Kanzlerkandidatur zu entscheiden. Undenkbar! … und zum Glück unmöglich! Dass die US-Amerikaner aber da ein anderes Verständnis von demokratischen Wahlen haben (was ganz klar historisch bedingt ist), zeigt das Wahlergebnis aus dem Jahre 2000. Mit 48,4% der Stimmen errang damals Al Gore im Gegensatz zu George W. Bush mit 47,9% die Mehrheit… und wurde trotzdem nicht Präsident der Vereinigten Staaten. Wie würde wohl die Welt heute, acht Jahre danach, aussehen, wenn diese Entscheidung anders ausgefallen wäre? :roll: However… Hoffen wir, dass der “Kampf der Demokraten” nicht nach hinten losgeht und wir trotz allem endlich einen deutlichen Politikwechsel in den USA erleben.

Agenda 2010

© Klaus-Uwe Gerhardt (Pixelio)

Vor ziemlich genau fünf Jahren präsentierte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder der Öffentlichkeit seine “Agenda 2010″. Was wurde der Mann deshalb zerrissen und kritisiert?! Eine Frau namens Angela Merkel propagierte damals in ihrem Wahlkampf vollmundig, dass sie alle Reformen, die Schröder unter diesem Namen eingeführt hatte, wieder rückgängig machen wolle. Die Aufregung war sogar so groß, dass die Kritik bis heute nie ganz abflachte. Wie unfair und einseitig die Bewertung politischen Handelns manchmal ausfällt, zeigt eine aktuelle Meldung. Demnach ist die Agenda 2010 schlicht und ergreifend ein Erfolg! Das sagt nicht etwa Gerhard Schröder oder jemand aus der damaligen Regierung, sondern anerkannte Wirtschaftsexperten. Der aktuelle Aufschwung und die Trendwende am Arbeitsmarkt sind demnach der Agenda 2010 zu verdanken. Umso peinlicher und deshalb lächerlicher erscheinen da die selbstlobenden Worte von Frau Merkel, die die Entwicklung unverblümt auf ihre Fahnen schreibt. Vielleicht hat sich die ökonomische Weisheit noch nicht bis zu ihr durchgesprochen, dass eine Veränderung am System teils Jahre braucht, bis die Statistiken einen Erfolg oder einen Misserfolg nachweisen lassen. Zum einen regiert sie noch gar nicht so lange, zum anderen verändert ihre Regierung nicht wirklich etwas am System. Zumindest war bisher keine Reform so einschneidend wie die von Schröder. Abgesehen davon wurde die Agenda 2010 nie grundlegend angetastet, sondern allenfalls in einigen Punkten leicht verändert. Anders als ihr Vorgänger dreht sie lediglich an einzelnen Schräubchen unserer Marktwirtschaft. Am liebsten an der Schraube mit der Aufschrift “Steuern und Abgaben”… und zwar ständig nur nach oben!