Nochmal sechzehn sein

Ich bin heute (dank Danny) seit unheimlich langer Zeit auf eines meiner absoluten Lieblingsgedichte aufmerksam geworden. Kaum ein Werk erzeugt so viel Gefühl, so viel Erinnerung an die Vergangenheit, an die Jugend und an die Kindheit. Erich Kästner trifft in „Existenz im Wiederholungsfalle“ den nostalgischen Nagel auf den Kopf. Man müßte wieder sechzehn Jahre sein Und alles, was seitdem geschah, vergessen. Man müßte wieder seltne Blumen pressen Und – weil man wächst – sich an der Türe messen Und auf dem Schulweg in die Tore schrein.   Man müßte wieder nachts am Fenster stehn Und auf die Stimmen der Passanten hören, wenn sie den leisen Schlaf der Straßen stören. Man müßte sich, wenn einer lügt, empören Und ihm fünf Tage aus dem Wege gehen.  ...

Mehr

Wenn der Zeuge zweimal klingelt

„Dürfen wir mit Ihnen über Gott sprechen?“ Wer kennt diesen Satz nicht? Es klingelt samstagmorgens an der Tür, man öffnet und sieht sich meist zwei älteren Herren in Krawatten gegenüber, die einen sofort und ohne Vorwarnung von Gott und der Welt vollfaseln. Die Zeugen Jehovas sind da! Eigentlich lautet mein goldenes Credo: Kein Wort wechseln! Wenn man auch nur sagt: „Nein danke, das interessiert mich nicht.“ ist man mittendrin in einer Glaubensdiskussion. Die Leute machen das ja nicht zum ersten Mal und wissen, wie sie einen im Gespräch halten. Um aber auch mal neue Pfade zu beschreiten, habe ich meine Top 10 der Zeugen-Abwimmlungstipps zusammengetragen: „Dürfen wir mit Ihnen über Gott sprechen?“ Man antwortet: „Jepp!...

Mehr

Kindermund

Wer Kinder hat, wird es kennen: Sobald den kleinen Mäulchen mehr entweicht, als ein bloßes „Öröh“ wird’s lustig und/oder gefährlich. Lustig, weil natürlich noch lange nicht jedes Wort auf Anhieb so sitzt, wie gewünscht. Gefährlich, weil die Kleinen auch mal nicht ganz so rund geschliffene Formulierungen – meist während einer Autofahrt – wie „‚So ein Arschloch!“ oder „Scheiße!“ aufschnappen, abspeichern und dann meist an der Supermarktkasse oder beim Arzt zum Besten geben. Über die jungfräuliche Sprache der kleinen Kinder erfährt man viel über deren Sicht der Welt. Dinge, für die man noch keine Worte kennt, werden durch ganz eigene Wortkreationen benannt. Alltägliche Begebenheiten werden ganz neu...

Mehr

Krebs

Hand aufs Herz: Welches Gefühl hat Dich beim Lesen der Überschrift durchfahren? Unbehagen? Angst? In der Tat geht es hier eben nicht um das mehr oder weniger harmlose Schalentier, sondern um das Schreckgespenst schlechthin: Die Krankheit Krebs. Meine Mutter ist ihr vor mehr als einem Jahr erlegen. In der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis ist dieses Thema auch immer wieder präsent. Krebs ist viel mehr als „nur“ eine schlimme Krankheit, er ist ein perfides Monster. Er ist nicht einfach nur „schlimm“, er ist hinterhältig, gemein, fies, gnadenlos, zynisch… Er stiftet Angst, nimmt alle Hoffnung, gibt neue zurück, nur um sie später wieder zunichte zu machen. Er ist ein regelrechter Feind des Menschseins. Der harmlose Name...

Mehr

Alter

Keinen Tag möchte ich zurück. Keinen einzigen. Ich bin froh, dass ich heute dort stehe, wo ich bin. Alle Schrammen, Kratzer und Wunden, die ich mit mir trage, gehören zu mir… wie alles andere, offensichtliche an mir. Jedes Jahr, jeder Monat, jeder Tag… ja, jede Stunde hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Keinen noch so kleinen Schritt möchte ich zurück – auch wenn oder gerade weil ich rückblickend vieles ganz anders machen würde. Die Zeit, das Alter ummauert mich wie ein Fundament, das nachträglich unter ein großes Haus verbaut wird. Es gibt mir Halt, es stützt mich, wenn ich zu einer Seite neige. Ist es angesichts dieser Erkenntnis nicht geradezu paradox, welch untergeordnete Rolle heutzutage das Alter spielt? Wenn man altert wird man...

Mehr

Huhn, Ei oder Hahn?

Durch die ewige Frage, was zuerst da war, Huhn oder Ei, fühle ich mich als Hahn Mann diskriminiert. Diesen Beitrag...

Mehr

Wenn aus Feinden Freunde werden

Wer hier im Blog ab und zu liest, der wird sich vielleicht noch an einen Beitrag erinnern, der von der absoluten Todesangst unseres Sohnes Moritz erzählte. Sobald auch nur die Titelmelodie von „Feuerwehrmann Sam“ im Fernsehen zu hören war, geriet er in blanke Panik. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber aus der absoluten Phobie ist eine heiße und innige Liebe geworden. Ja! Moritz neuer allerbester Freund ist eben jener Feuerwehrmann Sam, der für erwachsene Verhältnisse (die ja nicht immer zwingend richtig sein müssen) ein bisschen zuviel Held ist. Moritz‘ Liebe geht so weit, dass er sogar mit Sam ins Bett kuschelt. Wie das möglich ist? Nein, wir haben den Fernseher nicht demontiert. Hier gibt’s den eigentlich englischen Helden in...

Mehr

Man wächst mit seinen Aufgaben

Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es. Welcher Song könnte da treffender sein? Diesen Beitrag...

Mehr