In der Wartehalle zum Ziel

Es ist schon merkwürdig: Zum zweiten Mal warten wir schon seit Monaten auf die Ankunft eines neuen Familienmitglieds. Zum zweiten Mal wird fleissig Nestbau betrieben und werden Vorbereitungen getroffen. Es fühlt sich irgendwie so an wie beim ersten Mal und doch ist alles so vollkommen anders. Schon als wir Hannah erwarteten, waren wir stets ruhig und gelassen. Wir hatten uns immer schon vorgenommen, alles so locker und “normal” als nur irgend möglich an- und hinzunehmen. Wir fuhren damit stets sehr gut – auch wenn es uns sicher nicht immer gelang. Jetzt sind wir gewissermaßen alte Hasen und wissen irgendwie schon recht genau, was auf uns zu kommt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass wir uns zwar tierisch auf den neuen Erdenbürger freuen, so etwas wie eine kribbelige Hysterie aber nicht aufkommen will. Das mag jetzt furchtbar klingen, so ist es aber nicht gemeint. Wo wir bei Hannah noch in die Welt hinausschrei(b)en wollten, dass wir sie erwarten und wie sehr wir uns darüber freuen, üben wir uns jetzt in bewußter Zurückhaltung. Wir wollen uns diesmal ganz “privat” wie blöde freuen. Wir möchten das diesmal ganz für uns alleine. Irgendwie besteht das dringende Bedürfnis, das alles für uns zu behalten. Dabei stellen wir uns dieselben Fragen: Wie wird das Kleine wohl aussehen? Wie wird sich seine Stimme anhören? Wird alles gutgehen? Wie wird dieser neue Mensch riechen, wie wird er sich anfühlen? Die Euphorie ist also groß, auch deshalb, weil noch viele weitere Fragen hinzukommen. Denn bei aller “Routine” (sofern man bei Eltern von sowas überhaupt je sprechen kann :mrgreen: ), wir werden zum ersten mal Eltern von zwei Geschwistern sein.

Wie auch immer: Die Zeit rast – und zwar so schnell, dass wir heute erst erstaunt feststellten, wie bald wir schon den Vollmer-Clan erweitern. Wir freuen uns wie blöde, wenn auch irgendwie auf andere Art und Weise. Es ist spannend und aufregend, vielleicht auch ein wenig verunsichernd, aber eben auch ein Nervenkitzel. Die Reise geht weiter… Auch wenn wir noch ein bisschen in der Wartehalle zubringen müssen. :)

Der neue Vollmer-Look

Seit Juni 2007 gibt es nun schon den Vollmer-Blog und er durchlebte schon so manche Veränderung. Rein äußerlich veränderten wir ihn bisher nun schon dreimal. Zusammen mit dem ursprünglichen Aussehen kommen wir damit auf vier Layouts. Das macht im Schnitt einen Relaunch pro Jahr! Damit wir dieser Linie treu bleiben, aber vor allem auch damit wieder etwas frischer Wind Einzug hält, haben wir nun wieder ein neues Design online genommen. Es ist ganz anders als seine Vorgänger und legt sehr viel mehr Wert auf den gestalterischen Aspekt. Wir hoffen, es gefällt trotzdem… oder vielleicht gerade deshalb. Weil sich auch hinter den Kulissen einiges getan hat, sind wir für alle Rückmeldungen dankbar. Das gilt auch und vor allem für etwaige Fehlermeldungen oder “Unannehmlichkeiten”. Schreibt uns einfach über das Kontaktformular, falls Euch was auffällt. Vielen Dank dafür, vor allem aber viel Spaß mit dem neuen Vollmer-Blog. :wink:

Jetzt kommt die Flut

Ich durfte das einst auch schon live hören… auch auf deutsch! Es war ein Genuss und das ist es immer wieder…

Peter Gabriel – Jetzt kommt die Flut

Wenn die Nacht droht
der Himmel rot – das Radio
spielt das Lied dreimal
ein Paar tanzt still im leeren Saal
Ein Seestern stirbt und
stumme andre Zeichen
das Meer zeigt das Ende der Gezeiten
wo du jetzt auch stehst:
es ist die falsche Seite

Ich geh den alten Weg
die Schlucht der hohlen schrillen Töne
auf den Klippen siehst du
Töchter und erwachs’ne Söhne
die Unterwelt treibt nach oben
Stahlwogen am Himmel toben
wenn Nägel durch die Wolken schlagen
beginnt der erste von den letzten Tagen

Ja, jetzt kommt die Flut
das Ende naht von Fleisch und Blut
sind die Meere still
um dich ist nur noch Schweigen
lass dich ins dunkle Wasser gleiten
Trink leer, Träumer, bald ist nichts mehr

Wenn die Flut dich sucht
Schätzt keine Mauer auf der Flucht
wenn der Donner schreit
spalten Blitze Seelen breit
wein nicht in diesem matten Licht
leere Bühne – hier sind nur du und ich
und wenn wir dann vorm Morgen geh’n
werden andere unsere Spur versteh’n

Ja, jetzt kommt die Flut
das Ende naht von Fleisch und Blut
sind die Meere still
um dich ist nur noch Schweigen
lass dich ins dunkle Wasser gleiten
Trink leer, Träumer, bald ist nichts mehr

Lektionen des Lebens

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann hat doch eigentlich jeder so seine Vorurteile über andere Menschen. Ich pack mich da hübsch an der eigenen Nase: wir lästern, weil sie andere Klamotten tragen oder komische Frisuren haben. Weil sie anderen Religionen angehören oder einfach einen “seltsamen” Lebenswandel haben. Bei Hannah im Kindi gibt es so eine Familie, über die jeder gerne so ein bisschen die Nase rümpft: Eltern sind nicht verheiratet, haben 5 Kinder (Vater hat mit anderer Frau noch 2 Kinder), leben von Sozialhilfe und sehen einfach “anders” aus. Aus eben dieser Familie ist einer der Kinder, ein Junge, bei Hannah in der Gruppe. Eigentlich ein sehr nettes Kerlchen und man mag fast sagen “seltsamerweise” sehr gut erzogen und sehr höflich. Jedenfalls wollte Hannah unbedingt, dass er in ihr “Kindergartenfreundebuch” reinschreibt. Ich habe mich bisher dagegen gesträubt, weil man ja nie weiß – bei so einer Familie. Nachher kriegt man es nimmer zurück oder es sieht aus “wie Sau”…! Vorurteile de luxe eben.
Hannah hat heute morgen aber ihren Dickschädel erfolgreich durchgesetzt und ihr Freundebuch diesem Jungen in die Hand gedrückt:”schreibst du mir bitte rein?”.
Nachdem selbst die Kindergärtnerin skeptisch war über den baldigen Zurückerhalt eben jeden Büchleins, ging ich mit gemischten Gefühlen heim (wird schon gutgehen). Heute mittag wurde mir dann eine peinlichen Lektion erteilt: der Bub hat Hannah ihr Büchlein in die Hand gedrückt und stolz wie Bolle verkündet:” ich hab dir schon reingeschrieben. Und ein Bild gemalt und ein Bild von mir reingeklebt!”
Was soll ich sagen? Fein säuberlich wurde das Abgefragte eingetragen, ein wunderschönes Bild gemalt und ein Foto des Jungen klebt ebenfalls im Büchlein.
Sowohl die Kindergärtnerin als auch ich waren uns peinlich darüber einig, dass Vorurteile manchmal einfach blöde sind!
Aber immerhin hat Hannah ihren Kumpel glücklich und stolz gemacht, denn er durfte bisher in kein Kindergartenfreundebuch reinschreiben…eben wegen der Vorurteile, die man so hat!

Wortspiele

“Mama, darf ich den Bernhardiner essen?”
Und um besagten “Bernhardiner” ins rechte Licht zu rücken, hab ich denselbigen mal eben “gratofiert” :-)

Ein dringendes Geschäft

Soeben bekam ich folgende E-Mail zugestellt:

Schöne Grüße,

ich bitte Sie um Nachsicht für ein dringendes Geschäft.

Ich bin mir sicher das diese Geschäft eine enorme Interesse für Sie ist und auch zu unsere Beiden Vorteil ist.

[...]

Ah ja, wenn’s ein dringendes Geschäft ist, sollte man es nicht zurückhalten! Das ist sicher nicht gesund… :mrgreen:

Gottvertrauen

Hannah findet es ganz und gar nicht in Ordnung, dass der schöne Schnee komplett weggeschmolzen ist. Immerhin will sie unbedingt wieder Skifahren und mit dem Schlitten den Buckel runtersausen. Heute morgen hat sie daher folgendes verkündet:
“Mama, ich hab zu dem lieben Gott und zu der Frau da oben (Frau Holle) ganz fest gebetet, dass sie Schnee schicken sollen. Für mich und für den Opa. Weil der liebe Gott macht alles um was ich ihn gebete!”

Ja, das kindliche Gottvertrauen ist unerschütterlich. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Frau Holle zusammen mit dem lieben Gott alle Bettdecken und Kissen so kräftig wie nur möglich ausschüttelt.