Dauerkrank im Kindergarten: Wir sind nicht allein
Wir haben hier im Blog immer und immer wieder davon berichtet (sodass es oftmals sicher schon lästig wurde): Seit Hannah in den Kindergarten geht, jagt ein Infekt den nächsten. Wir haben inzwischen alles durch, was die Palette an Viren und Bakterien hergibt. Das härtet mit der Zeit natürlich ab – vor allem die Befindlichkeiten. Natürlich haben wir dieses Thema auch mehrfach schon mit Ärtzen besprochen und alle geben uns furchtbar gelassen zu verstehen, dass das alles ganz normal sei und auch die Häufigkeit unserer Erkrankungen locker im Durschnitt liege. Angesichts der Tatsache, dass wir dieses Jahr gefühlt schon dreihundert Mal krank waren, ist das ein schwacher Trost.
Ich weiß nicht was schlimmer ist: Die körperlichen Unannehmlichkeiten, die mit ständigen Infekten einhergehen? Oder das Problem, dass man als berufstätiger Erwachsener dem Arbeitgeber gegenüber irgendwann in Erklärungsnot gerät? Dann gibt es noch die liebe Familie, die einem zu verstehen gibt, dass da was nicht stimmen kann! Oder ist es am Ende doch die Enttäuschung darüber, dass die “heile Welt” des Kindseins in der Kindergartenzeit ständig unterbrochen und dadurch getrübt wird?
Keine wirkliche Linderung, doch aber ein etwas stärkerer Trost sind dann Berichte von Eltern, denen es ganz genauso geht. Es klingt schadenfreudig, ist aber wirklich nur gut gemeint, wenn wir sagen, dass entsprechende Themen in Foren wie Balsam auf unsere geschundenen Elternseelen sind:
- Cyberdoktor.de: “Kind ständig / häufig krank”
- Adeba.de: “Meine Kleine ist ständig krank”
- Netdoktor.de: “Seit einem halben Jahr ständig krank”
- Rund ums Baby.de: “Seit Kindergarten-ständig krank”
Wir haben uns inzwischen damit abgefunden, dass die Kindergärten und -tagesstätten (wie las ich es vor kurzem so trefflich in einem Blog) “die Virenschleudern der Nation” sind. Das gehört wohl einfach mit dazu und wir hatten das in unserer “heilen Welt” einfach nicht eingeplant
– daher wohl die Enttäuschung. Die einen trifft es einfach härter, die anderen weniger hart. Die Allerwenigsten kommen aber ganz ohne Blessuren davon und das beruhigt. Immerhin hat das Ganze auch Vorteile: Beim Arzt werden wir schon an der Tür mit Handschlag begrüßt, das Töchterlein behandelt den Doktor inzwischen wie ein Familienmitglied, in der Apotheke war schon die Rede von einer Medikamenten-Flatrate und die Krankenkasse schickt uns inzwischen palettenweise Freiumschläge für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen.
Das hier soll junge Eltern aber keinesfalls entmutigen! Die Kindergartenzeit ist trotz allem eine schöne Zeit. Die erfahreneren Eltern wissen das: Nahezu täglich kommt was Neues mit nach Hause – und damit sind weniger die Erreger, sondern vielmehr schöne Überraschungen gemeint. Basteleien, Erfahrungen, Freundschaften, Feindschaften, Lieder, Wörter (leider auch mal Ausdrücke
)… Es ist spannend – trotz allem! Und das bleibt es (hoffentlich) wohl auch noch eine Weile… ;)
Die Sache mit dem Strohhalm
Vielleicht erinnert sich noch jemand an unser “Sad Meal“, das uns einst mit McDonald’s widerfuhr. Inzwischen haben schon einige (gell Nicole?!
) nachgefragt, was denn draus geworden sei. Hier die nachgereichte Auflösung – nämlich ein Schreiben von McDonald’s höchstpersönlich:
Sehr geehrter Herr Vollmer,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
McDonald’s ist stets bemüht seine Gäste hundertprozentig zufrieden zu stellen und Ihnen attraktive Aktionen anzubieten.
Daher freuen wir uns, unseren kleinen Gästen auch in dieser Aktion attraktive Spielwaren im Happy Meal anbieten zu können.
Wir haben den Sachverhalt bezüglich des defekten Spielzeuges an unseren Lieferanten weitergeleitet und mit den zuständigen Mitarbeitern besprochen. Die von Ihnen geschilderte Problematik ist bisher nur durch Sie an uns herangetragen worden, obwohl viele tausend dieser Premiums an unsere Gäste herausgegeben haben. Wir sind uns daher sicher, dass es sich hierbei nicht um ein grundsätzliches Qualitätsproblem handelt.
Gerne senden wir Ihrer Tochter mit diesem Schreiben ein neu es Spielzeug zu. Haben Sie hierzu noch weitere Fragen? Schreiben Sie einfach eine E-Mail an [...]. Wir sind gerne für Sie da.
Beste Grüße aus München
[...]
Unmoralische Anrufe
In ihrer Funktion als Mitglied des Elternbeirates von Hannahs Kindergarten machte sich Katrin und ihre “Ratskollegen” Anfang des Jahres daran, die Kontaktdaten aller einverstandenen Eltern zu sammeln, um diese in einer Telefonliste zusammenzufassen. Wir alle fanden die Idee toll, allein schon deshalb, weil sich so der ein oder andere Wunsch nach freundschaftlichem Kontakt sowohl für Kinder als auch für Eltern deutlich leichter nachkommen lässt. Also wurden Zettel verteilt, auf denen man seine Kontaktdaten eintragen und der bestimmungsgemäßen Verwendung dieser Angaben zustimmen konnte. Mit Ausnahme von einem Elternpaar machten alle begeistert mit.
Heute nun bekamen wir einen Anruf von einer Kindergartenmutter, die uns zu einer “Informationsveranstaltung” einladen wollte. Als wir nachhakten, worum es ginge und vor allem, woher sie unsere Nummer habe (denn wir stehen in keinem Telefonbuch!) wurde sie pampig und drängte auf ein Ende des Gesprächs. Nach einem kurzen Rundruf später wissen wir nun, dass die Dame und ihr Mann in der Finanzberatung tätig sind und die Telefonliste des Kindergartens zum Kundenfang missbrauchten – in gleich mehreren Fällen.
Wie dreist und unverschämt können Menschen sein, wenn es ums nackte Geldverdienen geht? Natürlich geben uns alle juristischen Regeln recht. Was aber viel schlimmer wiegt, ist der unverschämte Missbrauch von Vertrauen. Es ist beschämend, dass eine gute Absicht so ins Gegenteil verkehrt wird. Wir sind wütend und wir schämen uns! … und wir hoffen, dass all die anderen Eltern, die die Telefonliste mit guten Absichten verwendet haben, auch in Zukunft noch Vertrauen aufbringen können. Unglaublich!
Brieffreundschaft
Hannahs beste Freundin heißt Jule. Sie wohnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und geht mit Hannah in den Kindergarten. Eigentlich wurde uns schon nach Hannahs ersten Kindergartentagen von der Erzieherin prophezeiht, dass diese beiden mal dicke Kumpels werden. Warum? Weil die zwei einfach zusammenpassen wie Ar… auf Eimer.
Schon seit geraumer Zeit möchte Hannah mit “ihrer” Jule baden gehen. Sie plantschten zwar schon im nachbarlichen Garten in einem aufblasbaren Plantschbecken, aber das ist natürlich nicht dasselbe wie im Freibad! Leider hat nun das Wetter einen ordentlichen Strich durch Hannahs Rechnung gemacht. Weil es in den nächsten Tagen wenigstens ein, zwei Tage schön werden soll, hat Hannah schließlich eine Einladung an Jule verfasst:
Liebe Jule,
ich möchte Dich in der ersten Kindi-Ferienwoche ins Freibad einladen. Es wäre schön, wenn Du Zeit und Lust dazu hast. Meine Mama macht mit Deiner Mama alles Weitere aus. Bitte sag ja!
Deine Hannah
Heute nun kam prompt Jules eigenhändig verfasste Antwort. Hut ab! Natürlich sagte Jule zu und merkte noch an, dass das Wetter ja noch besser werden müsse. Die wenigen Zeilen mussten wir der vor Freude überbordenden Hannah sicher zwanzig mal vorlesen. Als uns schließlich die Lust verließ, dichtete Hannah ihre ganz eigene Antwort zusammen und “las” diese kurzerhand selbst vor:
Sad Meal
Wir gehören nicht zu der Sorte Familien, die regelmäßig bei McDonald’s sitzen. Nicht, dass wir diese Art von Ernährung ablehnen oder nicht gut finden… Nein, wir essen nur meist deshalb zu Hause, weil sich das anbietet, weil es günstiger ist und weil Katrin einfach sehr gut kocht.
Deshalb ist es etwas ganz Besonderes, wenn wir dann doch mal zum Fastfood-Tempel fahren. Natürlich hat es Hannah auch auf die Spielzeuggeschenke abgesehen, die es im Rahmen eines “Happy Meals” (früher schlicht und ergreifend: “Junior Tüte”) mit dazu gibt. Das müssen nicht unbedingt Figuren oder Dinge sein, die sie kennt. Sie profitiert dabei vielmehr vom Überraschungsei-Effekt. Heute gab es Patrick, den Seestern und besten Freund von Spongebob Schwammkopf. Wir alle kannten die beiden nicht wirklich, doch das tat der Gaudi keinen Abbruch, dass Patrick, auf einem Strohhalm aufgespießt, lustig los quatschte, sobald man Flüssigkeit durch das Röhrchen zog. Hannah, die ohnehin eher zu wenig als zu viel trinkt, saugte literweise Flüssigkeit in sich rein – einfach, weil es wahnsinnig viel Spaß machte. Plötzlich gab Patrick keinen Laut mehr von sich und die Enttäuschung war entsprechend groß.
Getreu dem Motto “Frechheit siegt” ging eben vorhin folgende Mail an McDonald’s raus.
Sehr geehrte Damen und Herren,
am heutigen Nachmittag besuchten wir Ihr Restaurant in Münsingen. Unsere dreijährige Tochter bekam mal wieder “ihr” beliebtes Happy Meal und mit diesem als Spielzeug den zur Zeit angebotenen Strohhalm in Form von SpongeBob-Freund Patrick. Wir fanden die Idee einer an einem Strohhalm hängenden Figur, die bei jedem Zug etwas von sich gibt genial. Prompt trank unsere Tochter deutlich mehr als sonst, was gerade im Sommer bei Kindern sehr wichtig ist.
Leider dauerte der Spaß nicht lange. Heute Abend nun hat Patrick seinen Geist aufgegeben und funktioniert schon nicht mehr. Die Enttäuschung war so groß, dass unsere Tochter prompt festlegte: “Ich will nie wieder zu McDonald’s!”
Da wir als Eltern viel zu gern Ihre Restaurants besuchen, möchten wir natürlich versuchen, die gekippte Stimmung wieder umzukehren.
Schon vor kurzem gab es eine kleine Enttäuschung für unsere Tochter, als der damals erworbene Shrek-Esel nicht mehr so funktionierte, wie er sollte. Damals wie heute ist das Problem, das wir aufgrund der Entfernungen nicht zwangsläufig und auf die Schnelle bei einem Ihrer Restaurants vorbeikommen können. Wenn es dann mal soweit ist, dass wir in der Nähe sind, gibt es die jeweiligen Figuren oder Spielzeuge nicht mehr.
Wir würden uns freuen, in dieser Sache von Ihnen zu hören… im Interesse unserer McDonald’s-Vorliebe, vor allem aber auch, wegen der enttäuschten Hannah, die nun wieder nur widerwillig etwas trinken mag.
Freundliche Grüße
Wir sind sehr gespannt, was da zurückkommt. Natürlich werden wir an dieser Stelle davon berichten.
Buchtipp: “Das etruskische Lächeln” von Josè Luis Sampedro
Ein wunderbares Buch für warme Sommernächte:
“Das etruskische Lächeln” von Josè Luis Sampedro ist ein wunderbar warmherziges Buch, dass von einem Großvater erzählt, der durch die Liebe zu seinem Enkel das Leben nochmals von Herzen zu genießen beginnt. Sehr rührend und unterhaltsam geschrieben, man sieht den Großvater bildlich neben sich sitzen und seine Geschichte erzählen. Dieses Buch hat mir sehr berührt, zu Tränen gerührt oder auch einfach nur zum Lachen gebracht. Ein echtes Schmankerl!
Kindermund tut Wahrheit kund
Seit geraumer Zeit wünscht Hannah jedem, der uns mit dem Auto besucht und schließlich wieder verlässt:
“Tschüühüüß! Und fahr in kein Loch!”
Angesichts der Straßenzustände hier in (West-)Deutschland hat sie damit mehr recht als sie vermutlich ahnt!








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