Moigitz
Wer ein Kind erwartet, macht sich irgendwann zwangsläufig Gedanken darüber, wie der neue Erdenbürger denn heissen soll. Diese Namenssuche kann – wie es bei Hannah der Fall war – ganz einfach und stimmig sein. Wir waren uns sofort einig und “Hannah” fühlte sich einfach nur gut an. Das Ganze kann aber auch ganz schön schwierig und kompliziert sein – so wie es nun bei Moritz der Fall war.
“Moritz” war eigentlich immer schon in der engeren Auswahl. Der Name gefiel und gefällt uns wirklich gut, nur wie das leider oft so der Fall ist, war er in gewisser Weise “vorbelastet”. Zum einen trägt der Bruder von Hannahs Kindergartenfreundin denselben Namen – das jedoch wäre noch lange kein Grund sein eigenes Kind nicht so zu nennen. Zum anderen aber heisst der Stallhund so, der unter anderem auch “unseren” Rufus, sprich: Katrins Pferd, bewacht.
Der Gedanke, dass unser Sohn auf denselben Namen hört, wie ein ausgewachsener Bernhardiner war zunächst gewöhnungsbedürftig. Das war vor allem deshalb so, weil Hannah diesen Hund heiß und innig liebt. Schon als sie noch kaum sprechen konnte fand sie den “Moigitz” (sprich: Moritz, den Hund) superklasse. Wir waren uns nicht sicher, wie sie daher unsere letztliche Namenswahl bezüglich ihres Bruders finden würde.
Was soll ich sagen? Der Name gefällt auch ihr für das Bruderherz so gut, dass sie ihn heuer als ihre Wahl verkauft. Dass sie in Wirklichkeit zunächst für “Max(imilian)”, später dann für Rixi war, verschweigt sie dabei gern.
Moritz ist da!
Darf ich vorstellen? Das ist Moritz, geboren am 6. April 2011 um kurz nach halb vier nachts hier nebenan auf dem Sofa. Plopp, da war er! Mutter und Kind geht es bestens. Beide sind gesund und unversehrt. Wir alle vier haben dieses dämliche Dauergrinsen im Gesicht und beschnuppern uns lange und ausgiebig.
Hannah fühlt sich schon voll und ganz als “große Schwester” und versorgt ihren kleinen Bruder so gut sie nur kann. Von Eifersucht ist bisher nur wenig zu sehen. Im Gegenteil! Schon heute hat sie sich fest vorgenommen ihm alles zu zeigen, zu erklären und ihn (natürlich) zu beschützen. Moritz scheint sehr angetan von so viel weiblicher Tatenkraft.
Wir Eltern sind irgendwie… wie soll ich sagen? Wir sind gelassen, überwiegend ruhig, entspannt, zwar oft erschöpft, aber immer überglücklich. Vielleicht ist es die Erfahrung mit Hannah und das daraus resultierende Wissen, was alles hinter uns liegt und was uns noch erwartet?! Jedenfalls läuft alles sehr gut und wir genießen jede Sekunde.
Moritz ist da! Und eine neue alte Geschichte nimmt ihren Lauf… In diesem Sinne: Bis bald an dieser Stelle! ;)
Technischer Support von Hannah
Neulich streikte der DVD-Player. Während Hannah, dafür dass sie eigentlich fernsehen wollte, erstaunlich gelassen blieb, wurde ich langsam zornig, weil die Technik meinte, sie müsse das tun was sie für richtig hält – nur nicht das, was ich von ihr wollte. Ich versuchte, bis aufs Äußerste genervt, die abgestürzte Maschine wieder zum Laufen zu bringen, als Hannah gelassen feststellte:
“Da hat sich der Gashebel verklemmt. Ich glaub wir rufen lieber die Polizei!”
Sicherheitskonzept
Hannah hat zur Zeit mal wieder eine “Angstphase”. Das heißt, sie hat (vor allem kurz vorm Einschlafen) den ein oder anderen eher düsteren Gedanken. Was bisher jedoch Gespenster oder Monster waren (also eher irrrational) sind heuer Einbrecher. Woher sie diesen Begriff kennt, geschweige denn weiß, was so einer genau treibt, das können wir nicht mal ahnen. Jedenfalls weiß sie es und wollte eben vorhin beim Zu-Bett-Gehen ganz genau wissen, was wir in welcher Situation genau zu tun gedenken. Was, wenn der Einbrecher durch’s Fenster will? Oder wenn er ein scharfes Messer hat und die Haustür aufschneidet? Ich nahm diese Chance zum Anlass sie über unser ausgeklügeltes Sicherheitskonzept zu informieren.
Und so ganz nebenbei bekommt man es dann fast noch selbst mit der Angst zu tun. Was ist, wenn wirklich einer hier einbricht? Da man Angst am besten mit einem herzhaften Lachen besiegen kann, habe ich spontan geantwortet: “Wenn’s doch einer hier rein schafft, dann kriegt der mit dem Staubsaugerrohr den Hintern voll!” Das hat Hannah beruhigt… und mich auch.
So stolz auf dich!!
Ach, kleine Hannah, wie doch die Zeit verfliegt. Gestern noch hast du mich mit rotem Schreigesicht um den Schlaf gebracht und heute erzählst du dem Nikolaus, dass der Opa dir das Skifahren beibringt. Ich bin so stolz auf dich, meine süße Maus, dass du so selbständig geworden bist, dass du so viele tolle Freunde im Kindi gefunden hast und das du auch vor dem Nikolaus keine Angst hast :-) Jetzt bist du gerade auf dem Kindergeburtstag deiner Freundin Jule. Das erste Mal alleine bei “fremden” Menschen und du warst so aufgeregt und hast dich so gefreut und ich bin so stolz auf dich!!
Kindermund tut Wahrheit kund
Seit geraumer Zeit wünscht Hannah jedem, der uns mit dem Auto besucht und schließlich wieder verlässt:
“Tschüühüüß! Und fahr in kein Loch!”
Angesichts der Straßenzustände hier in (West-)Deutschland hat sie damit mehr recht als sie vermutlich ahnt!
Einblicke
Heute, als der Vater dem Kinde behilflich war, die Gummistiefel anzuziehen und daher vorn über gebeugt vor ihr kniete, zog das Töchterlein neugierig am Ausschnitt des väterlichen T-Shirts, linste verschmitzt auf die männliche Brust und fragte prüfend:
“Papi, hast Du auch solche Beutel da vorn wie die Mami?”
Gesucht!
Wer kennt diesen Mann? Er raubt seit einigen Tagen immer und immer wieder die Aufmerksamkeit unserer Tochter. Er ist klein, rot, kann die Scheinwerfer bewegen und hupt hin und wieder verdächtig. Meist wird er in Begleitung eines Mannes namens Jan gesehen. Sachdienliche Hinweise bitte direkt an die verzweifelten Eltern oder Hannahs Kindergarten.
Ständchen zur Bescherung
Bedingt durch das Lampenfieber der laufenden Aufnahme klingt Hannahs Ständchen etwas gehaucht, schüchtern und leise. Normalerweise schmettert sie ihr Lieblingsweihnachtslied durch die Bude. Aber heute ist ja Heilig Abend und da soll es ohnehin etwas besinnlicher zugehen. Hier, nur für Euch:
Hinweis für alle Mitarbeiter von Amnesty International, Unicef und Greenpeace:
Bei der hier gezeigten Aufnahme kamen keine Tiere, Menschen oder gar Kinder zu Schaden. Sie entstanden ohne Einwirkung von Gewalt oder Zwang, sondern stattdessen aus freien Stücken.











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