Heiratenlied
Hannah hat ein neues Lieblingslied. Dass das so ist, liegt hauptsächlich am romantischen Video des Titels. Weil ich das im Auftrag eines Kunden auf dessen Webseite setzen sollte, musste ich dessen Einbau mehrmals prüfen und so verfolgte die kleine Hannah die Geschichte des Clips gleich mehrfach – immer und immer wieder.
Irgendwann – wie das meist so ist – Wochen später, kam sie plötzlich um die Ecke: “Papa, ich möcht’ das Heiratenlied von Lääis hören und anguck’n.” Voilá, hier kann es ihr jeder gleichtun:
Unser neuer Babysitter
Wer das zweite Kind erwartet, macht sich zwangsläufig früher oder später auch Gedanken darüber, wie der Erstling diesen Einschnitt aufnimmt und verarbeitet. Immerhin heißt es dann: Alles geteilt durch zwei. Am Anfang ist vor allem die Mami gar zum überwiegenden Großteil mit Nummero zwei beschäftigt. Insofern waren und sind auch wir gespannt, wie Hannah diesen kleinen Neuankömmling auf- und annimmt. Bisher klappt das erstaunlich gut. Das mag daran liegen, dass sie nun endlich nicht mehr die Kleinste, sondern vielmehr die “große Schwester” ist, die auch mal nach dem Rechten sieht. Hannah beobachtet und tüttelt schließlich wo sie nur kann. Vor allem die Schnulli-Überwachung ist die in ihren Augen wichtigste Aufgabe. Immerhin hat sie nun endlich die Rechtfertigung, warum auch sie nachts noch ganz dringend einen Schnulli braucht: Sie muss ja quasi für den Bruder “vorkosten” und ihm zeigen, wie man richtig schnullert. Aber auch beim Umziehen, beim Windelwechseln, beim Stillen, beim Bettchenmachen… Hannah ist immer präsent und will helfen. Sobald der kleine Bruder niest, quäkt, schmatzt, weint oder brüllt – Hannah ist zur Stelle. Da lässt sie schon auch mal ihren Pumuckl im Fernsehen links liegen – und das will schon was heißen. Wenn sich dann doch mal so etwas wie Eifersucht rührt (und das ist natürlich auch mal der Fall), dann richtet sich das – eigentlich auch richtigerweise – nur gegen uns Eltern. Wir kriegen dann “Motze” ab. Moritz ist Hannah – bisher zumindest – heilig.
Wir sind gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Natürlich ist uns klar, dass es nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen bleiben wird. Natürlich wird es früher oder später auch Spannungen, Eifesüchteleien und Streit geben. Aber wir sind guter Dinge, das irgendwie geregelt zu bekommen. Vielleicht hilft uns auch die Tatsache, dass Hannah und Moritz dann doch altersmäßig relativ weit auseinander sind. Diese uns vom Schicksal hingeworfene Tatsache, die uns anfangs den ein oder anderen Gedanken abverlangte, scheint jetzt ganz hilfreich zu sein. Hannah ist “die Große”, die vorausgehen kann, die alles erklären und zeigen kann. Wir werden sehen, wohin die Reise führt…
Auf dem linken Bein erwischt
Es gibt immer wieder Momente im Leben, in denen man sprachlos ist. Meist aus Wut oder Fassungslosigkeit, manchmal aber auch, weil man gerührt ist. Heute habe ich – völlig unerwartet – den sprachlosesten Moment seit sehr, sehr langer Zeit erlebt. Selbst jetzt noch, Stunden danach, lässt er mich nicht los und zaubert einen verdammt dicken Kloß in den Hals.
Als ich heute im Büro saß, klingelte das Telefon und Katrin wollte kurz ein paar Dinge mit mir abklären. Schließlich fragte ich, wie so oft, ob Hannah in der Nähe wäre – einfach, um ihr kurz “Hallo” zu sagen. Im Hintergrund hörte ich schon ihre Stimme, die unmissverständlich zum Ausdruck brachte, dass sie den Papi gern sprechen würde. Schließlich überreichte Katrin der kleinen Maus den Hörer und ließ uns kurz allein. Völlig unerwartet und mit einer erschreckend rührseeligen und aufrichtigen Stimme schleuderte sie mir entgegen:
Babi, ich hab Dich heut schon ganz doll vermisst.
Ich war geplättet… sprachlos… unfähig irgendwas zu sagen. Hannah plappert zur Zeit vieles nach, was sie irgendwo aufschnappt, aber diesmal klang sie so ernst und klar. Sie meinte jedes einzelne Wort so, wie sie es sagte. So etwas “Tiefes” und Emotionales hat sie noch nie so klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Umso mehr stand mir der Mund offen. Sie scheint mit ihren feinen Antennen längst bemerkt zu haben, dass die nächsten Wochen aufgrund beruflicher Umstände nicht einfach für unsere kleine Familie werden. Vielleicht ist es ihre Art zu zeigen, dass auch sie an diesen bevorstehenden Herausforderungen teilnimmt. Und sie wird spüren, dass ich sie auch sehr oft vermisse – einfach, weil ich nicht dann bei ihr sein kann, wenn mir danach ist.
Hannahs “Babi” scheint ein furchtbarer Gefühlsdusel zu sein. Aber viel zu schnell verrinnt die Zeit und aus Kindern werden Leute. Hannah hat mir heute auf ihre ganz eigene Art gezeigt, wie nah sie mir ist – auch dann, wenn wir, jeder für sich, dem eigenen Alltag nachgehen. Sie ist da, immer und überall und das ist ein furchtbar schönes Gefühl und gerade in schwierigen Zeiten ein trostspendender Gedanke. Dafür hab ich sie umso mehr lieb – die kleine Nudel.
Liebe geht durch den Magen
Wenn man sich verliebt und zusammenkommt, wenn man sich dazu entschließt das Leben mit dem anderen zu teilen, dann ist das in vielen Belangen eine Bereicherung. Es würde hier den Rahmen sprengen (und sicher auch langweilen), wenn ich hier ein Loblied auf unsere Ehe und unsere Liebe singen würde. Was aber einfach mal erwähnt werden muss:
Katrin hat getrocknete Tomaten in mein Leben gebracht und dafür werde ich ihr ewig dankbar sein.
Was in Italien als Antipasti alles andere als unbekannt ist, war mir fremd. Ich kannte das nicht. Und so war meine erste Begegnung damit von Skepsis geprägt. Gut, die zusammengehuzelten und in Öl eingelegten Teile haben mit der ursprünglichen Tomate wenig gemein und wirken nicht unbedingt appetitlich. Aber… Entschuldigt, aber ich musste kurz schlucken!
Es ist ein Genuss – mehr noch! Es ist der Himmel auf Erden in so ein blödes, runzeliges Ding zu beißen.
Danke Spatzel, dass Du mir diese Welt eröffnet hast.
Bei weitem nicht nur deshalb… aber eben auch dadurch, hast Du mein Leben bereichert. ;-)
Liebe ist…
- … wenn sie Hackfleischgerichte kocht, obwohl sie gehaktes Fleisch eklig findet.
- … wenn er morgens mal wieder zu spät dran ist und plötzlich die Klamotten für den Tag fein säuberlich auf dem Bett vorbereitet liegen.
- … wenn mitten im Arbeitsalltag plötzlich eine kleine, unscheinbare Mutmach-Mail im Postfach liegt.
- … wenn nach einem besonders stressigen, nervenaufreibenden Tag wie durch Zauberhand genügend “Beruhigungs-Bier” im Kühlschrank liegt.
- … wenn im Salat plötzlich Geflügelstreifen liegen.
- … wenn das heimische Büro wie von Heinzelmännchenhand aufgeräumt wurde.
- … wenn mitten in der Nacht plötzlich eine Hand auf seinem Bauch liegt.
- … wenn am Wochenende morgens stets der fertige Kaffee auf dem gedeckten Frühstückstisch steht und er wieder einmal fragt: “Ist schon alles drin?”
- … wenn er voller Glück und mit klopfendem Herzen das eigene Kind anschaut und in ihm sie wiedererkennt.
Spatzel, vielen Dank für alles, was Du tust, machst, werkelst und erledigst… “einfach so”. Hab Dich unsagbar lieb! ;)
Nick Kamen – I promised myself
Ein Song, den ich mit ganz intensiven Gefühlen verbinde: “I promised myself” von Nick Kamen. Das ist meine Jugend, meine Schulzeit. Damals war ich wahnsinnig verliebt… unglücklich natürlich!
Irgendwie witzig, wie einen manche Lieder sofort zurückversetzen in vergangene Zeiten.
Der hier ist zwar ziemlich poppig, aber er gefällt mir nach wie vor sehr gut.
Wahre Liebe
Ich durfte heute einen wunderschönen Tag mit meinen Mädels verleben. Die Sonne war gnädig und lieferte die passende Kulisse dazu. Die Vögel bescherten uns einen zauberhaften Soundtrack. Hannahs Oma und Opa waren die ideale Ergänzung der Darstellerliste
und Hannahs Lachen machte mir klar: Hier – und nirgendwo anders auf der Welt – finde ich die wahre Liebe.
Ich bin glücklich und zufrieden wie lange nicht mehr. Auch der morgige Alltag kann da im Moment nichts dran ändern. Wenn einen das eigene Kind umarmt und “Das war ein schöner Tag!” ins Ohr flüstert, dann sich noch mit den Worten “Ich hab Dich lieb!” in den Schlaf verabschiedet, dann erkenne ich den Grund, warum ich hier bin. Ich hab Euch unsagbar lieb, Ihr zwei! ;-)
Liebe ist…
- … wenn sie ihren Ekel als Vegetarier überwindet, um für ihn Hackfleischgerichte zu kochen.
- … wenn sie von ihm die kleinsten Wortschnipsel aufschnappt und tags darauf all das längst erledigt ist, was er eigentlich tun wollte und nur so am Rande erwähnt hatte.
- … wenn sie “ihr” erklärt, warum Papi schon wieder den ganzen Tag nicht da ist und man ihm deswegen nicht böse sein sollte.
- … wenn sie nach einem super-spannenden und gruseligen Film Wert darauf legt, dass er mit ins Bett kommt.
- … wenn sie ihm versichert, dass seine Ängste und Nöte ganz normal sind.
Danke für alles, Spatzel! ♥
Adieu 2008!
Heute ist nun also Silvester und ganz unbewußt stellt man sich die Frage, wie das vergangene Jahr war. Was hat es Gutes gebracht, was war eher negativ? Ich bin eigentlich keiner von denen, die glauben, dass durch den bloßen Jahreswechsel alles anders wird oder das man etwas verbessern oder zumindest verändern sollte. Letztlich ist es doch nur ein kalendarisches Ereignis, eine Kehrtwende in einem zeitlichen System. Trotzdem verstehe auch ich einen Jahreswechsel als eine Art von Abschluss und Neuanfang — zumindest, um Bilanz zu ziehen.
Unser Jahr 2008 war — gelinde gesagt — beschissen nicht ganz so toll. Es würde den Rahmen sprengen, hier alles aufzuzählen, was dazu beitrug. Außerdem gehören viele Dinge davon auch nicht hierher. Erfreulich war sicher der Umzug in unsere neue Wohnung, der deutlich mehr Platz mit sich brachte. Natürlich gibt es auch hier gewisse “Mäkel”, aber wir haben so vieles dazugewonnen, dass diese nicht weiter ins Gewicht fallen.
Abgesehen davon war auch 2008 sehr geprägt von Hannah und ihren Entwicklungen. Als ich vor Hannahs Geburt immer daran dachte, Vater zu sein, stellte ich mir die Zeit, bis dann endlich eine verbale Kommunikation möglich ist, stets als die schwierigste vor. Rückblickend kann ich das nur unterstreichen. Auch wenn ihr Gequassel ihr ständig wachsender Wortschatz manchmal etwas geballt daherkommt, so ist es doch eine Wohltat, dass das Kinde nun sagen kann, wo es ihm fehlt, was es will und was es nicht möchte. Das Raten hat ein Ende und man kann viele umständliche Aktionen ganz einfach sparen. Das ist ganz zweifelsohne ein Gewinn in dem vergangenen Jahr und ich denke, auch Hannah empfindet das so. Gleichzeitig lernte die Kleine aber auch Türen zu öffnen und Treppen zu laufen… weswegen nun eigentlich nichts mehr sicher ist. Ansonsten kann ich nur bestätigen: Hannahs zweites Lebensjahr war insgesamt gesehen einfach nur schön! :grin:
Was gab es sonst noch? Wieder mal ein geniales Konzert in Hanau mit Herrn Al-Deen, bei dem ich diesmal leider nicht die Leutchen aus dieser Meute traf. Das war ein großer Wehrmutstropfen und ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, dass mir dieses ausgebliebene Aufeinandertreffen einen Hauch von Arroganz oder zumindest Distanzierung auferlegt hat. Dabei täuscht dieser Eindruck voll und ganz, denn ich habe es selbst am meisten bereut, nicht unter “meinesgleichen” zu kommen. Zu allem Übel habe ich dann in diesem Jahr verpasst, dieser Dame ganz recht herzlich zum Geburtstag zu gratulieren und ihr auch noch ganz lieb zu danken. Ersteres möchte ich hier in aller Öffentlichkeit nachholen, zweiteres erledige ich dann lieber privat (newohr, Hase?
).
Tja, was bleibt dann also noch? Ein Ausblick auf das neue Jahr, verbunden mit der Hoffnung, dass es auch seine wirklich erfreulichen Höhepunkte haben wird, vor allem aber insgesamt erfreulicher ausfällt. Uns, aber vor allem auch Euch allen, die hier mitlesen, wünsche ich ein friedliches, geruhsames, erfolgreiches und (ganz wichtig!) gesundes 2009. Rutscht gut rüber und ich würde mich freuen, wenn wir auch im nächsten Jahr den Alltag miteinander bestreiten… ganz gleich auf welchen Wegen, ob hier im Blog, real… wie auch immer!
Mal wieder: Vatergefühle
Wieder mal hat es mich eiskalt erwischt. Früh morgens, wenn wir aufstehen, schläft Hannah meist noch. Sie meldet sich dann kurz nachdem ich im Bad verschwunden bin zu Wort und will aufstehen. Kurz danach ist alles wie immer… bis ich mich vollends anziehe. Spätestens wenn ich mit den Straßenschuhen daherkomme und diese anziehen will, kippt die Stimmung und Hannah ist stinkebeleidigt mit mir. Immerhin merkt sie ganz unmissverständlich: Der Papa geht jetzt gleich. Das findet sie blöd und das zeigt sie mir auch. Es gibt kein Bussi, kein Knuddler, sie winkt lediglich und sagt: “Schüüühüüüß!” Hm, das tut manchmal ganz schön weh, wenn man von jemandem, den man so lieb hat, diese Ablehnung zu spüren bekommt. Ich weiß, wie sie es meint und dass es überwiegend die Enttäuschung darüber ist, dass ich nicht bei ihr sein werde, aber das ändert nichts an dem Gefühl.
Heute nun rannte Hannah nicht von mir weg, sondern kam auf mich zu. Sie streckte mir ihre Ärmchen entgegen und ich nahm sie auf den Schoß und drückte sie herzlich. Sie kuschelte an mich und sagte: “Papa Hannah bleiben.” Mir brach fast das Herz! Das war fast nicht auszuhalten. Mit einem Kloß im Hals erklärte ich ihr, warum das nicht geht. Ich versuchte das damit zu erklären, dass wir sonst keine Windeln und kein Essen einkaufen können und so weiter… Sie nickte tapfer und sagte dann: “Okee!” Ich glaube, sie hat es verstanden… irgendwie. Dann gab sie mir ein Bussi und flitzte freudestrahlend durch die Wohnung davon. Vorhin dann wollte sie den Papi anrufen und sagte mir am Telefon altklug: “Papi, wollt mu frogn, wann heimkommscht.” was soviel heißt wie: “Papi, wollte Dich nur fragen, wann Du heimkommst.” Wieder machte es “knacks” und ich erklärte ihr, dass ich heute ausnahmsweise früher heimkomm. Und so werde ich nachher in großer Vorfreude nach Hause fahren, um mit der kleinen Maus Buch zu lesen, “Kasse” zu spielen oder einfach nur spazierenzugehen. Ich werde zwar zu Hause auch noch viel arbeiten müssen, aber dann ist sie wenigstens in der Nähe, wenn sie den Papi braucht… oder wenn ich sie brauche. :grin:






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