Schwarz/Gelb wird kommen
Die Wahl ist gelaufen. Das Ergebnis ist zwar noch nicht amtlich, aber absehbar: Die Große Koalition gehört (vorerst) der Geschichte an und CDU/CSU wird zusammen mit der FDP die Geschicke der nächsten vier Jahre leiten. Was in mancherlei Ohren wie eine Drohung klingt, ist der Wille des Wählers! Da gibt es nichts zu rütteln. Was dennoch irritiert, ist die subjektive Wahrnehmung im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis, unter Kollegen und nicht zuletzt bei Facebook, Twitter und in vielen “befreundeten” Blogs. Nicht immer lassen die dortigen Aktuere ihre politische Ausrichtung klar erkennen, aber so erfährt man doch an vielen Stellen, welche Lebensauffassung der ein oder andere hat und demnach auch, wo er politisch anzusiedeln ist. Besonders beeindruckend fand ich die ersten Reaktionen auf Facebook. Regelrechtes Entsetzen machte sich da breit, kundgetan teilweise von Personen, von denen ich kaum gelglaubt hätte, dass sie so klar politisch Stellung beziehen.
Bleibt aber die Frage, wie dieses Wahlergebnis zustande kommen konnte, wo doch vermeintlich “alle” anders wählen wollten. Die nun folgende Auffassung wird manchen schon auf die Nerven gehen, aber auch hier bin ich sehr dafür GENAU hinzusehen. Nicht nur, aber gerade in der Politik wird sehr oft mit oberflächlichen Eindrücken gearbeitet. Die SPD und deren Gesichter (namentlich Steinmeier und Müntefering) sind die großen Verlierer, während Merkel und Westerwelle jubilieren. Einige sprechen gar vom Untergang der großen Volksparteien! Was stimmt hier nicht? Wo ist die Diskrepanz und wer ist einem Irrtum aufgelaufen?
Eigentlich ist der Fall klar (wenn man genau hinschaut
). Mehrere Faktoren haben dieses Wahlergebnis möglich gemacht: Die Große Koalition, die Spaltung des linken Lagers, die Wahlbeteiligung und last but not least “die Alten”. Warum? Ganz einfach:
Die Große Koalition war und ist unter Politikern wie auch in der Bevölkerung nie eine Wunschehe. Offenbar scheinen viel mehr Menschen davon genug zu haben, als es zunächst den Anschein hatte. Also haben sie “ihrer” Partei den Rücken gestärkt, indem sie den Wunschkoalitionspartner gewählt haben. Bei der CDU/CSU erklärt das die starken Zuwächse bei der FDP und bei der SPD erklärt das die große Zahl an Abwanderern hin zu den Grünen und vor allem an Protestwählern bei den Linken. Die von Haus aus geschwächte SPD ist somit vollends in den Keller gerutscht.
Oftmals wird der SPD als Ursache ihrer Misere die Agenda 2010 und schließlich Hartz IV angedichtet. Genau genommen sind es aber eben jene Reformen, die uns heute einen (trotz Krise) halbwegs stabilen Arbeitsmarkt beschert haben. Das eigentliche Problem der SPD heißt “Die Linke” oder namentlich “Oskar Lafontaine”. Seiner persönlichen Fehde sei Dank, grasen die Linken Stammwähler der SPD ab. Dass Populismus und Regierungsverantwortung sich ausschließen, dass interessiert die Wähler letztlich leider nicht.
Die unterirdische Wahlbeteiligung darf nicht unterschätzt werden! Meine Wahrnehmung ist die (nicht zuletzt auch durch die eher gedämpften Reaktionen hier im Blog auf politische Themen), dass vor allem junge Leute “keinen Bock” auf Politik haben. Gerade die jüngeren Wähler denken aber oft sozialer und weitsichtiger, als das Wähler der “älteren” Generation tun. Ich glaube sicher, dass viel zu wenig Junge zur Wahl gehen und somit vor allem den Konservativen in die Karten spielen. Umso wichtiger ist der Aufruf: Geht wählen! Schaut Euch an, was politisch passiert! Keiner kann sagen: “Politik interessiert mich nicht!” Das ist genauso kurz gesprungen wie die Aussage: “Was interessiert mich Umweltverschmutzung? Ich lebe auf dem Land!”.
Die Älteren in unserer Gesellschaft sind eine Gruppe, die sich eigentlich nirgendwo groß zu Wort meldet – erst recht nicht in den neuen Medien wie dem Internet. Wir nehmen sie auch nicht in unserem Freundeskreis wahr, weil wir in der Regel mit Gleichaltrigen zusammen sind. Dabei wird die “Rentnergeneration” immer wichtiger in unserem Land, weil ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stetig steigt. Diese Gruppe, die meist zu den Stammwählern konservativer Parteien zählen, dürften das letzte Quäntchen zum heutigen Ergebnis beigetragen haben.
Lange Rede, kurzer Sinn… Wir werden uns auf eine Verlängerung bei den Laufzeiten der Atomkraftwerke einstellen müssen. Wir werden in bestimmten Bereichen mit Sicherheit einen Sozialabbau erleben. Themen wie Mindestlohn rücken in weite Ferne. Und ob es aus den fest versprochenen Steuersenkungen etwas wird, bleibt abzuwarten. Vermutlich wird der neue Finanzminister sich darauf berufen, dass die alte Regierung gar nicht alles offengelegt hat und wenn man das gewußt hätte… und wenn man dies hätte einplanen können… dann… Wir werden froh sein können, wenn es keine Steuererhöhungen gibt! Ob unsere alte und neue Bundeskanzlerin so einfaches Spiel hat wie bisher, bleibt ebenfalls abzuwarten. Die FDP wird – so paradox das heute klingt – ein unangenehmerer Partner werden, weil sich da jemand des Wahlsiegs Willen sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat. Es wird sich zeigen, ob Schwarz/Gelb “es kann”… Man kann über Steinmeier denken, wie man will… Er meinte zu dieser Frage: “Ich glaube, die können das nicht!”
Gute Nacht!
Das Duett-Duell
Mal ganz ehrlich: Was hat man erwartet von zwei Spitzenpolitikern, die in den letzten vier Jahren versucht haben, gemeinsam das politisch Bestmögliche für unser Land zu erringen? Einen Kampf? Eine blutige Auseinandersetzung? Ein “echtes” Duell? Dafür, dass ein Schmusekurs abzusehen war, hat Frank-Walter Steinmeier ziemlich Gas gegeben. Das wird ihm angesichts der aktuellen Umfrageerbenisse zwar sicher als “zu wenig” und “zu lieb” ausgelegt, aber er hat versucht Unterschiede herauszuarbeiten. Er hat gesagt, wie er über die Lage in Afghanistan denkt und was er mit unseren Soldaten dort vor hat. Er hat gesagt, dass er die Atomkraft definitiv abschaffen will. Er hat gesagt, dass er Mindestlöhne will. Er gab sogar zu, dass wie von Frau Merkel sicher versprochene Steuersenkungen reine Utopie seien. Zudem hat er unsere Hosenanzugkanzlerin überall dort angegriffen, wo sie sich zu sicher wähnte. So legte er ihr unmissverständlich dar, dass die jüngste Reduzierung der Arbeitslosigkeit nicht etwa ihr Verdienst ist, sondern ein zeitversetztes Resultat von rot-grüner Regierungsarbeit. Jeder mit ökonomischem Verstand gibt ihm hier Recht. Im Gegenteil: Die Agenda 2010 wurde von den Experten stets als zu “zaghaft” und zu “unzureichend” abgestempelt.
Warum aber gelang es dem Herausforderer Steinmeier angesichts der kurzfristigen Umfragen nach dem Duell nicht, klar zu punkten? Weil er ein großes Problem hat: Niemand weiß, wofür Frau Merkel mit ihrer Politik in der Zukunft steht! Wenn sie eine Meinung hat, so lässt sie uns nicht daran teilhaben. Ich habe keine einzige klare Position von ihr gehört. Zumindest ist da rein gar nichts hängengeblieben! Stattdessen verfing sie sich (mal wieder) in allgemein gültigen Floskeln, die auf so ziemlich alles zutreffen, was mit Politik zu tun hat. Die Vergangenheit zeigt zudem, dass sie in den allermeisten Fragen blind dem sozialdemokratischen Herdentrieb folgt. Sie hat sich damit stets jede Menge Kritik aus den eigenen Reihen eingehandelt. Es war schon die Rede von der besten Bundeskanzlerin, die die SPD je hatte! Genau da liegt Steinmeiers Problem: Er hat keine wirklichen Angriffspunkte und zwar nicht, wie überall in der Presse und an Stammtischen lauthals verkündet wird, weil die beiden “großen” Parteien so nah beieinander sind, sondern weil die CDU/CSU unter einer Frau Merkel quasi sozialdemokratische Politik macht! Wer kein Profil zeigt, macht sich nicht angreifbar. Das scheint die Strategie unserer Kanzlerin zu sein. Jede/r für sich muss nun überlegen, ob dieser “Wischiwaschi-Kurs” das Richtige für weitere vier Jahre Regierung ist. Es ist zu befürchten, dass sich die Deutschen eben genau dazu hingezogen fühlen. Wie sonst lässt sich eine 16-jährige (in Worten: sechzehnjährige) Amtszeit eines Helmut Kohl begründen, die außer Stillstand nichts weiter gebracht hat?
Es mag pathetisch klingen, aber es ist doch von ganzem Herzen ernstgemeint: Man sollte sich ganz genau überlegen, wo man heuer seine zwei Kreuzchen macht…
Wer ist Dein Sieger des TV-Duells?
- Frank-Walter Steinmeier (100%, 9 Stimmen)
- Angela Merkel (0%, 0 Stimmen)
Stimmen: 9
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Wahlkampfgedöhns
Huiaheissahoppsassa! Jetzt hat sie aber mal was gesagt, unsere Frau Bundeskanzlerin. Dabei wollte sie doch nicht so aggressiv sein und sich weiterhin zurückhalten in diesem mehr als sachlichen Wahlkampf. Zeitweise hatte man gar den Eindruck, sie würde sich heuer nicht zur Wiederwahl stellen. Dass man von ihr rein gar nichts darüber erfährt, wie es mit ihr als Kanzlerin in unserem Land weitergehen soll, ist an sich ja nichts Neues. Das hat sie von ihrem Ziehvater Helmut Kohl von der Pieke auf gelernt: Keine Meinung haben, auf die man sich festlegen lassen muss – das ist der erfolgreiche Grundsatz! Der Ex-Kanzler ist damit immerhin 16 Jahre über die Runden gekommen und hat uns deshalb auch einen Haufen Probleme hinterlassen, die längst hätten angefasst werden müssen. Außer der Wiedervereinigung, die dem Einheitskanzler quasi “einfach so” vor die Füße geplumpst ist und für die er sich bis heute noch rühmt, blieb kaum etwas in Erinnerung. Egal! Die Deutschen mögen Kanzler, die nichts von sich geben, die nichts verändern und möglichst alles lassen, wie es ist. Wer nichts ändert, tut niemandem weh. Jemand wie Gerhard Schröder, der eine “unverschämt ungerechte” Agenda 2010 umgesetzt hat, deren Früchte eine Frau Merkel heute als die ihren verkauft, wurde eben für jenen fatalen “Fehler” schließlich abgewählt.
Und nun steht die Kanzlerin da und greift ihren ach so gefährlichen Gegner, den Herr Steinmeier an. Dabei hat der ein Charisma wie eine soeben eingenommene Schlaftablette. Dabei hat er mit allen Mitteln versucht, die Regierungschefin aus der Reserve zu locken. Sie habe kein politisches Konzept, sagte er. Sie würde sich ständig wegducken, sagte er. Sie würde sich in Floskeln verfangen und wenig sagen, meinte er. Das alles klingt genau so, wie wenn sich ein Alkoholiker über den Ausschank von Schnaps beschwert. Von Herrn Steinmeier selbst erfährt man doch auch nicht viel mehr! Alles, was bei mir hängengeblieben ist, ist sein Hang alles und jeden vorbehaltlos zu retten, der in wirtschaftliche Not gerät. Der Steuerzahler als solcher ist davon natürlich ausgenommen!
Ausgerechnet der kleine Wähler ist es, der diese Farce doch noch zu einem Wahlkampf werden lässt. Die Landtagswahlen vom vergangenen Wochenende haben die in sich und ihrem Hosenanzug ruhende Kanzlerin aufgerüttelt. Hoppla! Der Kanzlerbonus allein könnte sie doch nicht in die schon sicher geglaubte, zweite Amtszeit schaukeln. Mist! Jetzt muss sie doch noch was von sich geben…
Wie auch immer, das eigentliche Dilemma bleibt: Die Ära der großen Volksparteien scheint zu enden. Die Menschen sind keine “Stammwähler” mehr, die man bloß mit ein paar Versprechen und flotten Plakatsprüchen zur Urne locken muss. Mehr und mehr wanken die Wähler und entscheiden sich – wenn’s sein muss – auch gerne in der letzten Sekunde noch einmal um. Diese Unberechenbarkeit ist sehr unangenehm für die trögen Politiker, die sich so gern in Selbstgefälligkeit sonnen. Jetzt könnte es ja passieren, dass man für seine Aussagen verantwortlich gemacht wird! Vor allem aber eine Frau Merkel, die so viel Elan hat wie ein Hochseedampfer, wird sich zusehends schwerer tun. Mal sehen, wohin das führt…
Arnie und Angie
Heute öffnet die CeBit. 4300 Austeller aus 69 Ländern präsentieren ihre Produkte in den Messehallen in Hannover. Verbraucher dürfen sich auf die neuesten Handys, Flachbildschirme, Navigationsgeräte und Computerspiele freuen. Moderne Technik, zukunftsweisende Erfindungen, High-Tech… Innovation pur! Wer also könnte für die Eröffnung dieser richtungsweisenden Messe treffender sein als… *Trommelwirbel* Angela Merkel und *nochmehrTrommelwirbel* Arnold Schwarzenegger. Kein Witz! Angie und Arnie, der wandelnde, prallgefüllte Hosenanzug und der Strudel mampfende Terminator aus Österreich. Wer bitteschön hat sich das einfallen lassen?
Nein, ich bin böse! Fairerweise muss man sagen, dass Kalifornien das Partnerland der diesjährigen CeBit ist. Das erklärt, warum Arnie vor Ort ist. Gut, und die Merkel müssen wir von Haus aus ertragen.
Dass sowohl Frau Merkel, als auch Herr Schwarzenegger nicht mehr ganz so frisch und neu sind, wie die auf der Messe angepriesenen Produkte… jo mei, das ist nun leider mal gottgegeben.
Obama und seine Wahlversprechen
Wieder löst Barack Obama eines seiner Wahlversprechen ein. Die Tabaksteuer wird drastisch erhöht und die Mehreinnahmen in eine gesetzliche Krankenversicherung für Kinder gepumpt. Von wegen “Blender”. Von wegen “nur Sprüche”. So geht das! Und statt Enttäuschung über viele nicht eingehaltene Versprechen, verstärkt sich das Gefühl der Sehnsucht nach so einer Leitfigur in Deutschland… die wir dringend bräuchten! Stattdessen mischt sich unsere Kanzlerin in Dinge ein, die sie nichts angehen. Der Papst braucht sicher keine klugen Ratschläge oder gar Aufforderungen von der deutschen Bundeskanzlerin. Abgesehen davon fodert sie Dinge, die sie selbst nicht erbringt. Oder wann hat man von ihr zum letzten Mal eine klare Stellungnahme gehört zu Themen, für die sie auch wirklich verantwortlich ist?
Change has come
Trotz aller Widrigkeiten haben wir soeben das historische Spekatkel in Washington live miterlebt. Ich muss unumwunden zugeben, dass mich dieses Ereignis ergriffen, aber auch ein wenig nachdenklich gemacht hat. So sehr, dass ich hier jetzt darüber schreiben will und muss. Einerseits ist die Ernennung Barack Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Hoffnung verbunden, dass vieles in der transatlantischen Beziehung und auch auf der Welt ein bisschen besser wird. Selbst wenn er nur die Hälfte dessen, was er einst versprochen hat, umsetzt bzw. zustande bringt, dann ist das im Vergleich zu seinem Vorgänger ein echter Fortschritt, ja ein Erfolg. Andererseits beschleicht mich Unbehagen und – das muss ich ohne allzu viel Theatralik sagen – Zukunftsangst. Man kann Obama mögen oder nicht, man kann seine politischen Ziele gutheißen oder ablehnen, man kann sich für ihn interessieren oder nicht, man kann den Hype um seine Person faszinierend oder übertrieben empfinden. Eines spricht für ihn: Er begeistert die Menschen. Er begeistert die Massen. Ich sehe hier in unserem Land (auch in der Nachwuschriege) weit und breit niemanden, der auch nur annährend eine solche Begeisterung für sich und seine politischen Ziele entfachen könnte. Selbst wenn er von manchen zum “Messias” hochstilisiert wird (was er natürlich weder sein kann noch will), so hat er doch eines geschafft, was hierzulande in rauhen Mengen fehlt. Er nimmt die Menschen mit, um politisch etwas zu bewegen. Meiner Auffassung nach ist dies das Wichtigste überhaupt, um inneren Frieden und auch Zu-Frieden-heit zu schaffen. Bei allen tonnenschweren Aufgaben, die Amerika vor sich sieht, die Menschen schauen hoffnungsvoll in die Zukunft und die allermeisten (ganz gleich ob Demokraten oder Republikaner) akzeptieren den Wandel, der Einzug hält. Hier in Deutschland herrscht aber weiter der Frust und der Politikverdruss vor und es macht mich regelrecht depressiv, dass so etwas wie der “Change” von Obama oder der Slogan “Yes, we can!” hier in unerreichbar weiter Ferne liegt. Ich will keinen Hype und keinen zweiten Obama. Aber Veränderung in irgendeine Richtung täte uns allen gut.
Die Klimakanzlerin
Dass es unsere Bundeskanzlerin nicht allzu genau mit dem nimmt, was sie in der Vergangenheit mal gesagt hat, das ist inzwischen ein offenes Geheimnis. Ihre diesbezüglich zwei größten Patzer waren sicher die Aussagen zum Wahlergebnis und zur Mehrwertsteuererhöhung. “Ich habe gesagt, ich will keine Große Koalition – und es wird sie auch nicht geben.” sagte sie noch im Juli 2005. Heute haben wir eine Große Koalition, deren Beteiligte übrigens vor der Wahl allesamt eine Mehrwertsteuererhöhung auf 19% ausschlossen. Der heutige Mehrwertsteuersatz beträgt genau 19%.
2007 dann gewann unsere “Bundesangela” wieder deutlich an Glaubwürdigkeit zurück, als sie sich (auf Grönlandeis stehend) für das Weltklima einsetzte. Der CO²-Ausstoß wurde von ihr als ein großes Problem erkannt: “Wir werden den Beweis erbringen müssen, dass Ökonomie und Ökologie miteinander versöhnt werden können”, sagte sie einst. Sie hielt sogar eine Reduzierung um bis zu 30 Prozent für möglich! Die Kanzlerin bezeichnet den Klimawandel als “Überlebensfrage der Menschheit” und macht ihn im Juni zum wichtigsten Thema des G8-Treffens im Ostseebad Heiligendamm. Daraufhin überschlug sich die internationale Presse vor Lobeshymnen. Da liegt es nahe, dass sich Frau Merkel selbst zur “Klimakanzlerin” kürt.
Heute im Jahre 2008 scheint sie diese löbliche Einstellung angesichts drohender Wirtschaftsabschwünge und Konjunkturkrisen wenig zu interessieren. Mit Frankreich handelt sie im November einen Kompromiss aus, der deutschen Autobauern deutlich mehr Zeit zugesteht, um den CO²-Ausstoß ihrer Flotten zu senken. Zudem setzt sie sich jetzt dafür ein, dass die meisten Industriebranchen ihre CO²-Verschmutzungsrechte weiterhin kostenlos zugeteilt bekommen. Auch die Großindustrie, die einen besonders hohen Energieverbrauch haben, soll über Gebühr geschont werden, um die aktuelle Wirtschaftskrise abzuschwächen.
Man fragt sich wirklich, was man dieser Frau noch glauben kann. Umso fassungsloser ist man, wenn aus Meinungsumfragen wieder einmal hervorgeht, wie beliebt die Kanzlerin ist. Wollen wir wirklich weiterhin von einer “Umfallerin” regiert werden, die viel sagt, wenig davon hält und noch weniger aktiv unternimmt? Wollen wir eine Kanzlerin, die wirtschaftliche Ziele vor die Erhaltung unserer Erde stellt? Den nachfolgenden Generationen Schulden zu hinterlassen ist sicher keine schöne Zukunftsvision, aber ein zerstörter Planet ist mehr als das! Sie ist der angesägte Ast auf dem wir und all unsere Nachkommen sitzen.
Merkel auf Bildungsreise
Als ich mir gestern Abend (wie immer) die aktuelle Ausgabe der Tagesschau anschaute, geriet ich wieder einmal ins Grübeln. Unsere Kanzlerin, Angela Merkel, befindet sich derzeit auf “Bildungsreise” durch Deutschland. Sie besucht Schulen und Kindergärten und will sich ein Bild von dem aktuellen Stand des Systems machen. “Ist doch toll!” ist man da zunächst versucht zu sagen. “Was will die da?” war aber meine spontane Reaktion. Zum einen ist die deutsche Bildungsmisere offensichtlich, also frage ich mich, was sie sich da genau ansehen will… zum anderen ist sie für Bildung nur sekundär zuständig. Die eigentliche Verantwortung (und das sollte auch sie als Kanzlerin wissen) liegt bei den Bundesländern! Genau deshalb haben wir hier in Deutschland ein wahres Bildungschaos! Also geht es wohl wieder einmal nur darum, das Image (weiter) aufzupolieren. Die Wähler sind blauäugig genug, um das zu fressen, denn die Umfragewerte für Merkel sind weiter glänzend. Ex-Kanzler Schröder warf man stets vor der “Medien-Kanzler” zu sein. Ich frage mich, was Merkel da “besser” macht?
Noch vor wenigen Tagen reiste Merkel medienwirksam nach Russland und Georgien, um im Kaukasuskonflikt “zu vermitteln”. Stattdessen nutzte sie diesen Auftritt aber effektiv, um ihre Position klarzumachen: Sie unterstützt vorbehaltlos “ihren” George “Dabblju” Bush und macht den Russen klar, wie sie über ihr Handeln denkt. Das mag ja alles lobenswert sein, nur frage ich mich, was ausgerechnet die deutsche Kanzlerin dort verloren hat.
Würde sie sich endlich einmal um die innenpolitischen Probleme kümmern, für die sie auch tatsächlich zuständig ist, dann bestünde aber die Gefahr sich unbeliebt zu machen, denn diese Themen sind wirklich heiß!
Oh Bama!
Was wurde im Vorfeld über diesen Besuch nicht heftigst lamentiert und diskutiert? Heute ist es nun soweit: Der US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama wird vor dem Brandenburger Tor der Siegessäule (danke, Schatz!
) in Berlin auftreten und im Rahmen seiner Wahlkampftour eine Rede halten. Es werden mindestens mehrere Zehntausend, vielleicht sogar bis zu einer Million Menschen erwartet. Nicht zuletzt wegen des damit verbundenen, logistischen Aufwands war und ist dieser Besuch sehr umstritten. Politisch wird Obama vorgeworfen Deutschland als Wahlkampfbühne zu missbrauchen.
Tut mir leid, aber ich verstehe die Welt nicht mehr! In Deutschland gibt es doch eine verfassungsmäßig geregelte Meinungsfreiheit. Schon ganz andere politische Kaliber haben diese für sich in Anspruch genommen! Warum also sollte ausgerechnet Obama dies nicht tun dürfen? Immerhin hat er gute Chancen ins Weiße Haus einzuziehen und somit einer der mächtigsten Männer der Welt zu werden. Es ist taktisch unklug, diesem Mann nicht zuzuhören – gerade dann wenn er in und über Deutschland sprechen möchte! Umso dämlicher unklüger und peinlicher kommt da wieder einmal unsere Bundeskanzlerin daher, die ungeschickt und tapsig daherwatschelt und den wartenden Journalisten auf die Frage antwortet, was sie am Abend des Obama-Besuchs tun würde: Sie würde vermutlich fernsehen… natürlich die heute-Nachrichten. Herzlichen Glückwunsch! Es mag ja der lieben Frau Merkel nicht in den Kram passen, dass ihr allerliebster George W. Bush als Präsident abtreten wird. Es mag ihr noch weniger passen, dass eventuell sogar ein Demokrat das Zepter ergreift und nicht nur auf Schmusekurs mit ihr geht, sie tätschelt, begrapscht und mit ihr grillt, sondern ihr als harter, politischer und vor allem ernstzunehmender Partner begegnet, der nicht nur lächelt, sondern auch fordert und einbindet. Dann muss die Gute auch mal außenpolitisch raus aus dem Kreuz und nicht nur unverbindlich repräsentieren, sondern Farbe bekennen! Vielleicht watscht sie den nicht ganz unwichtigen Besuch deshalb verbal so ungeschickt ab?!
Ronald Pofalla
Am Sonntagvormittag läuft auf SWR 3 immer die “Evi Show“. Darin werden mehr oder weniger prominente Leute per Telefon bestimmte Dinge über ihre eigene Person gefragt. Meist geht es um Dinge wie: Welches Hobby hat XYZ wenn er gerade mal nicht seinem Beruf nachgeht? Das ist insofern hochinteressant, weil man auf diese Weise wirklich Dinge erfährt, die man bisher noch nicht wusste.
Heute war Ronald Pofalla, Generalsekretär der CDU, einer jener “Gäste”. Ich mache da keinen Hehl draus: Ich konnte und kann diesen Mann nicht ausstehen. Er ist mir unsymphathisch! Allein schon seine Stimme stellt mir die Haare auf und irgendwie kann ich auch politisch nichts mit ihm anfangen. Bei seinem Radioauftritt war er eigentlich ganz locker und gelöst, aber trotzdem dachte ich ständig: Wer kommt denn nun endlich und nimmt diesem armen Menschen den langen Stock aus dem Arsch Kreuz? Schlimm! Als er dann auch noch aus seinem Privatleben erzählte, wie seine Frau und er zusammenleben, wann wer aufsteht und was er sonntagmorgens treibt… Da war es dann genug! Das hatte so viel Charme wie eine Gefängnistür. Zum Schluss erzählte er dann noch, welch innigen und persönlichen Kontakt er zu Helmut Kohl und Angela Merkel pflege. Es war eine wohlwollende Laune des Schicksals an dieser Stelle dann einen schönen Musiktitel folgen zu lassen. Ansonsten hätte unsere Radio sein berühmtes “Plopp” gemacht, wenn man es ausschält.






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