Urlaubserkenntnisse

Ganz spontan und unverhofft habe ich die letzten drei Tage frei genommen. Das ist auch der Grund dafür, warum es hier eher etwas ruhig war. Neben diversen handwerklichen Aktivitäten rund ums liebe Heim stand auch Familie pur auf dem Programm. Das war auch alles ganz erfolgreich und wunderschön, aber die Erkenntnisse, die allein drei Tage Urlaub zu Hause brachten, werfen abgrundtiefe Zweifel auf. Wenn man werktags zu Hause ist, erlebt man die Nachbarn ganz neu. Natürlich berichtete mir Katrin oft davon, was hier unter der Woche abgeht, aber wenn man es mit eigenen Augen mitbekommt, ist das nochmal was anderes.

Da wird frühmorgens ein romantischer Spaziergang mit dem (arbeitslosen) Liebsten und Hund über die noch taubedeckten Wiesen zelebriert… zu einer Zeit, zu der ich sonst längst schon im Auto oder am Schreibtisch sitze. Die andere Familie, die aus Rentnern und Alleinerziehenden besteht, verbringt tageweise im neu renovierten, aber deshalb leider auch nicht gerade erschwinglichen Freibad. Die kettenrauchende Schwangere von Gegenüber scheißt den ganzen Tag ihre Tochter zusammen und säuft literweise schwarzen Kaffee. Und das alleinerziehende Kind (zumindest verhält sich das Mädel Anfang zwanzig so) fährt mal schnell um 20:44 Uhr zum Supermarkt. “Muss schnell Eier und Salat holen!” Um diese Zeit haben wohlgemerkt alle Discounter hier zu, sodass sie zum etwas teureren Geschäft fährt. Man gönnt sich ja sonst nichts… Doch! Einen Stecher, der (eigentlich) gegenüber wohnt, als Liebesgott und Ersatzvater dient und (natürlich) offiziell nirgends in Erscheinung tritt. Die Ämter würden das angesichts der beiden Kindsväter sicher nicht gern sehen.

Ich sitze hier, starre zum Fenster raus und frage mich ernsthaft, warum ich noch zum Arbeiten gehe. Es scheint ganz offensichtlich auch ganz anders zu gehen. Es möge mir bitte keiner mit dem Argument kommen, dass man das auch können und der Typ dafür sein muss. Nein! Zwölf Monate Urlaub im Jahr, das muss man nicht können! Irgendwas machen wir falsch… :-? Nein! Irgendwas läuft hier in Deutschland falsch! :-x

Hoch hinaus

Ich hab es immer schon geahnt: Wer sich im Leben hoch hinaus wagt, der lebt gesünder! :mrgreen: Zumindest belegt das nun eine Studie der Universität Zürich. Da ist zwar mehr von Hochgebirge die Rede, denn pro 1.000 Höhenmetern sinkt das Risiko an Herzinfarkt oder Hirnschlag zu sterben um zwölf beziehungsweise 22 Prozent. Nicht schlecht, was? :-o Unsere 700 Höhenmeter sind da allenfalls ein Anfang! Bleibt also nur ein Auswandern in unser geliebtes Südtirol? Oder wir könnten uns eine Holzhütte am Basislager des Mount Everest zusammennageln. Dann allerdings steigt pro Höhenmeter wieder das Risiko von Erfrierungen und Anknabberattaken von frustrierten Murmeltieren. :lol:

Ich weiß ja nicht, ob die Höhenmeter auch eine Auswirkung auf den Rücken haben. Falls ja, wäre der Umzug in höher gelegene Gebiete eine langfristig günstigere Alternative zu Fitness-Studios. :mrgreen:

Urlaubsfotos

Ab sofort gibt es in unserer Fotogalerie jede Menge Eindrücke von unserem Campingurlaub am Brombachsee. Viel Spaß! ;)

Brombachsee (Teil 5)

… oder: Abschlussschwierigkeiten

Kleiner BrombachseeWarum auch sollte der Abschied vom liebgewonnenen Urlaubsdomizil besser verlaufen, als dessen Begrüßung? Und so verwunderte es uns kaum, dass am Tag unserer Abreise das Wohnmobil nicht mehr anspringen wollte. Irgendwie stand diese Tatsache als Synonym für unsere Einstellung. Wir wollten den Urlaub eigentlich nicht beenden. Aber sowohl das Wetter, als auch die beruflichen Verpflichtungen standen dem entgegen. Zwar war der eine oder andere Moment in diesem Urlaub auch sehr anstrengend und nervenaufreibend, auch weil Camping mit einem Kleinkind nicht unbedingt unkompliziert ist. Aber letztlich überwogen die schönen Momente.

Trotz alledem sind wir wieder wohlbehalten zurück… Dank der Hilfe des lieben Nachbarn und zugleich dem Herrchen von “Nero”, dem bellenden Hund. Zwischen Hund, Frauchen und Herrchen hatte sich so eine Art “Freundschaft auf Zeit” herauskristallisiert. Das hätte keiner von uns am Anfang zu vermuten gewagt. Aber E-Mail-Adressen wurden ausgetauscht und Fotos gemacht. Mal sehen, was da noch kommt… Dass das Ehepaar locker unsere Eltern sein könnten, spielt dabei kurioserweise überhaupt keine Rolle. :mrgreen:

In Kürze wird es übrigens in unserer Fotogalerie jede Menge Fotos von unserem Urlaub geben. Wer also interessiert oder neugierig… oder beides ist, der darf sich freuen. ;)

Brombachsee (Teil 4)

… oder: Wildschweinchen unterwegs

Fränkische WildsauIn Sachen “Hightech” offenbaren uns die Franken immer mehr Besonderheiten. So gibt es hier auf dem Campingplatz im Waschhaus super-moderne Wasserhähne mit Lichtschranke. Leider startet das Wasser immer dann, wenn man die Hand gerade NICHT unterm Hahn hat. :???: Und weil die Duschen (wie bereits erwähnt) nur mit 50 Cent-Stücken zu betreiben sind (ebenso wie der Stromanschluss für’s Wohnmobil) sind diese Münzen entsprechend rar. Heute zum Beispiel besteht akuter 50 Cent-Notstand, was zur Folge hat, dass die wirklich notwendige Dusche ausfällt! :eek: Da wir aber nicht enden wollen, wie die von *drea* anderenorts angesprochenen “Fränkischen Wildschweine”, werden wir wohl noch das nötige Kleingeld auftreiben… egal wie! :mrgreen:

Ab heute Abend soll es dann heftig regnen… und zwar für längere Zeit, weswegen wir vermutlich wieder gen Heimat aufbrechen werden. Die Hessen und Holländer sind inzwischen auch schon geflüchtet. Ob wegen des drohenden (Un-)Wetters oder aus anderen Gründen, das war uns nicht ersichtlich. :mrgreen:

Brombachsee (Teil 3)

… oder: Klischees

Man vermutet schon beinahe ein böses Omen, wenn sich auf dem Campingplatz in unmittelbarer Nähe ununterbrochen gaffende Holländer und immerzu kläffende Hunde einfinden. Noch bevor ich den ersteren ein Passfoto angeboten und dem letzteren einen Knebel verpasst hätte, wandte sich letztlich doch alles zum Guten: Die Holländer schienen ganz nett zu sein (als sie mich Tippen sahen sagte der Gatte zu mir: “Lasse se doch de Arbeit su Hause!” :mrgreen: ) und das ältere Ehepaar direkt neben uns bewiesen, dass sie ihren Hund im Griff haben. Die Dame und der Herr begeisterten uns und der Hund schließlich Hannah. Am Nachmittag drudelten dann zwei Hessen ein, die entweder Analphabeten oder Ignoranten sind. Allen Hinweisschildern zum Trotz grillten sie mitten auf dem Campingplatz und räucherten alles in fünfzig Metern Entfernung ordentlich ein. Klar: Rauchfleisch hält deutlich länger und die Stechviecher bleiben auch fern. Nur stört es ganz leicht, wenn alles nach Schwarzwälder Schinken riecht… nur ohne Schinken. :lol: Na wenigstens das Wetter hellte dann noch deutlich auf!

Brombachsee (Teil 2)

… oder: Kein Anschluss unter dieser Nummer

regnerischer Seitenarm des kleinen BrombachseeDie Startschwierigkeiten des ersten Tages schienen sich fortzusetzen: Es regnete in Strömen und sah nach echtem Dauerpiss aus. Außerdem mussten wir zähneknirschend feststellen, dass die Franken großen Wert auf Hightech legen… Zumindest dann, wenn es darum geht, abzukassieren. Ein hypermoderner Kassierautomat verlangte für drei Minuten duschen stolze 50 Cent. Das ist für den Duscher eine echte Herausforderung. Also verschoben wir die Dusche, was uns widerrum Zeit für diesen Blog hier bescherte. Leider haperte es letztlich dann doch am Hightech, nämlich der mobilfunkgestützten Datenleitung ins weltweite Netz. Mal haben wir hier eine Verbindung und mal nicht. Woran das liegt? Keinen blassen… Daher gibt es unsere Urlaubsberichte auch jetzt erst und auch nur häppchenweise zu lesen. Dementsprechend erfuhren wir von diversen Anrufen auf meinem Handy erst viel, viel zu spät. Alle, die sich wundern, warum wir so ignorant sind: Jetzt wisst Ihrs! :lol:

Der Abschluss stimmte uns dann aber wieder versöhnlich: Eine lockere Radtour rund um den kleinen Brombachsee… mit Biergartenbesuch! :mrgreen:

Brombachsee (Teil 1)

… oder: Startschwierigkeiten

Hannah im WohnmobilInzwischen genießen wir den Urlaub schon seit Tagen in vollen Zügen… Eigentlich verlief es von Anfang an viel zu glatt: Das (immerhin schon 20 Jahre alte) Wohnmobil lief ohne Probleme an, Hannah war sichtlich gut gelaunt, das Wetter war trocken, kühl und optimal für eine lange Autofahrt und auch die Anreise selbst lief tadellos – ohne Staus und Hindernisse. Nur zwei Pippipausen und eine kleine Fehlnavigation später waren wir am Ziel: Brombachsee. Natürlich differenziert da der Bayer Franke! Es gibt nicht einfach nur einen Brombachsee! Es gibt den kleinen, den großen, einen Damm, zwei Seitenarme… Und natürlich gibt es auch nicht nur einen Campingplatz! Da gibt es den Campingplatz “See-Camping” und “San-Shine-Camp” und Wohnmobil-Übernachtungsplatz und… Letztlich fanden wir doch zu dem von uns angepeilten und stöberten dort auch den “optimal-ideal-genial-superdupernen” Stellplatz auf. Kaum war die Handbremse angezogen, offenbarte sich auch schon unser erstes “Camperproblem”: Der Kühlschrank an Bord läuft wahlweise mit Gas oder Strom. Beides fällt nicht vom Himmel! Zwei Gasflaschen haben wir an Bord, ein Atomkraftwerk leider (noch) nicht. Also: Gas! Dubioserweise ließ sich dieses nicht zünden und Gas in seiner Rohform macht nur Sinn, wenn man es in Verbindung mit Feuer nutzt. Also: Strom! Entsprechende Anschlussmöglichkeiten bietet der Campingplatz zum Glück. Natürlich war aber unser Anschlusskabel um nur einige (Zenti-)Meter zu kurz. Ein echter Camper lässt sich davon nicht abschrecken und zeigt Organisationstalent. Schnell war ein Verlängerungskabel gefunden… das leider nicht wasserfest war. Angesichts der Tatsache, dass es immer öfter zu regnen begann, fiel auch diese Option flach. Also: Navi, Motor und Ehrgeiz angeworfen und auf zum nächsten Baumarkt (“Alles bei OBI” :mrgreen: ). Diese Einstellung zahlte sich aus! Dank des Kabels hatten wir Strom und Dank diverser technischer Eingriffe hatten wir wieder Gas und damit alle Möglichkeiten offen. Dass Hannah keinen Mittagsschlaf machen wollte und nachts ein Wolkenbruch über uns hereinbrach konnte Stimmung nicht wirklich verschlechtern… Wir waren auch so schon total aufgekratzt – aber angekommen. :lol:

Fotos folgen übrigens in Kürze… ;)

Urlaubswünsche

© sassi (Pixelio)

Morgen noch… dann ist er endlich da: Der Urlaub. Wenn auch “nur” eineinhalb Wochen. Einfach mal Auszeit… Nichtstun… Faulenzen… Abstand… Es wird garantiert zu kurz sein; allein schon deshalb, weil ich selbst nach Wochen noch immer das Gefühl hätte, zu wenig Zeit mit meinen Mädels verbracht zu haben. Aber eineinhalb Wochen sind besser als nichts. Jetzt muss nur noch das Wetter mitmachen. Wir wollen keine vierzig Grad im Schatten… Nur trocken und einigermaßen warm… Das wäre schon was! :mrgreen:

Drückt uns die Daumen! Als Gegenleistung halten wir Euch hier auf dem Laufenden… Die moderne und mobile Technik macht’s möglich. :wink:

Schreibblockade

Mit der Überschrift dieses Beitrags meine ich nicht mal nur die Stille, die in den letzten Tagen hier im Blog eingekehrt ist. Mir fällt grundsätzlich auf, dass es irgendwie überall gerade etwas ruhiger zugeht. Beim Sternle ”bäbbt’s” schon seit längerem, der Wortteufel hatte eine (urlaubsbedingte) Schreibpause, die Spangs sind komplett offline, ebenso wie der Rechthaber. Die Liste ist längst noch nicht vollständig und man fragt sich, ob es an der Mondstellung liegt, am Wetter oder an der Frühjahrsmüdigkeit. Vermutlich hat jeder seine ganz eigenen Gründe, warum es gerade so ruhig zugeht. Aber in der Ruhe liegt die Kraft und insofern freue ich mich auf viele neue Beiträge in der Zukunft, zum Lesen anderswo oder zum Schreiben hier. ;)